Die 2015 gegründete chinesische Stromer-Marke Leapmotor strebt nach einer globalen Spitzenposition im Automobilmarkt. Um zu den größten Autoherstellern der Welt zu gehören, plant das Unternehmen ein jährliches Produktionsvolumen von rund vier Millionen Fahrzeugen. Damit wird eine Platzierung auf Rang sieben oder acht angestrebt.
Das Unternehmen verfolgt ambitionierte Verkaufsziele und plant für das laufende Jahr den Absatz von einer Million Autos, berichtet Blick.ch von einem Interview mit CEO Zhu Jiangming. Während der Inlandsmarkt in China weiter den größten Beitrag leisten soll, wird für Europa ein Wachstum von 15 Prozent geplant.
Hinsichtlich der Fertigung setzt Leapmotor auf finanzielle Effizienz. Die aktuelle Produktion findet in China statt, wo das Unternehmen 65 Prozent des Wertes jedes Fahrzeugs kontrolliert und die Wertschöpfungskette absichert. Um europäische Zölle zu umgehen, die eine lokale Wertschöpfung von mindestens 70 Prozent vorschreiben, will Leapmotor die Produktion vollständig lokal durchführen. Die ersten Fahrzeuge aus einem spanischen Werk sollen vor Ende 2026 aus dem Werk ausgeliefert werden.
Stellantis und Leapmotor haben 2024 das Joint Venture Leapmotor International für den Verkauf von Elektroautos der Chinesen in Europa ins Leben gerufen. Stellantis beteiligte sich zudem 2023 mit rund 1,8 Milliarden US-Dollar direkt an Leapmotor. In der Zusammenarbeit mit dem europäischen Konzern prüft Leapmotor verschiedene Synergien. Eine gemeinsame Nutzung von Plattformen oder Batterien für Stellantis-Marken wie Opel oder Fiat wird als Möglichkeit betrachtet, ist jedoch zum jetzigen Zeitpunkt nicht bestätigt.
Leapmotor-Chef Zhu Jiangming sieht eine Entwicklung, bei der die technologische Bekanntheit chinesischer Marken an Bedeutung gewinnt und der reine Preisvorteil gegenüber europäischen Herstellern an Relevanz verliert. In Bereichen wie der Produktion von Batteriezellen und E-Motoren zeige China bereits heute Kompetenz.
„Aber wir wissen nicht, wie sich die Zukunft entwickeln wird. Es ist eine sehr wettbewerbsintensive und sich ständig wandelnde Branche“, so Jiangming. Er sieht für die Zukunft fünf oder sechs chinesische Unternehmen unter den zehn größten Autoherstellern weltweit. Das würde bedeuten, dass dann 50 bis 80 Prozent aller weltweit gebauten und verkauften Autos aus der Volksrepublik kommen.

Ihre Meinung