Hakan Samuelsson, CEO von Volvo Cars, hat laut Automotive News angeboten, die europäischen Werke des schwedischen Automobilherstellers für die Produktion von Fahrzeugen der chinesischen Schwestermarken Geely, Zeekr und Lynk & Co zur Verfügung zu stellen. Ziel sei es, diesen einen schnelleren und kostengünstigeren Markteintritt in Europa zu ermöglichen. Das soll erfolgen, bevor strengere Investitionsregeln der Europäischen Union in Kraft treten.
Die Expansion chinesischer Hersteller in Europa beschleunigt sich deutlich. Nach der Etablierung im Heimatmarkt und wegen des dort inzwischen herrschenden Preiskampfes zieht es Chinas Autobauer nach Übersee. Da die EU in der Volksrepublik hergestellte Elektroautos seit Oktober 2024 mit zusätzlichen Zöllen belegt und dies auch für Plug-in-Hybride plant, wollen chinesische Marken zunehmend lokal produzieren.
Die Kapazitäten von Volvo stehen in Torslanda, Schweden, sowie in Gent, Belgien, zur Verfügung. Ein neues Werk in Kosice, Slowakei, soll im nächsten Jahr eröffnet werden. CEO Samuelsson bezeichnete es als möglich und positiv, die Produktion von Schwestermarken an einem dieser drei Standorte zu integrieren. Für das Werk in Gent sei jedoch eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit erforderlich. Der Volvo-Chef arbeitet daher gemeinsam mit der belgischen Regierung daran, die Lohn- und Energiekosten zu senken.
Trotz der angebotenen noch engeren Kooperation betont Samuelsson die Unabhängigkeit von Volvo. Jede Marke des chinesischen Geely-Konzerns solle ihre eigene Identität behalten und der schwedische Premiumhersteller werde sich keiner übergeordneten Struktur unterordnen.
Die Zugehörigkeit zur Geely Auto Group bietet Volvo strategische Vorteile. So kann das Unternehmen neue Generationen von Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen in das Sortiment aufnehmen, ohne die gesamten Entwicklungskosten allein tragen zu müssen. Die Nutzung von Basisplattform-Komponenten aus dem Konzern ist dafür notwendig.
Die Geely Auto Group verfolgt ehrgeizige globale Ziele. Für dieses Jahr wird ein Absatz von 750.000 Fahrzeugen außerhalb Chinas erwartet. Bis 2027 streben die Chinesen einen kombinierten Auslandsabsatz von einer Million Einheiten für die Marken Zeekr, Lynk & CO und Geely an.

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