Der auch hierzulande agierende US-Elektroautobauer Lucid hat für das zweite Quartal 2026 einen umfassenden operativen Neustart angekündigt. Das Programm konzentriert sich laut einer Mitteilung auf die drei Bereiche Liquidität und Kosten, Kunden und Qualität sowie Kultur und Team. Die Organisation wird vereinfacht. Die im Juni angekündigte Reduzierung der US-Belegschaft soll zu den operativen Maßnahmen beitragen.
Lucid produzierte im zweiten Quartal 4774 Exemplare der Oberklasselimousine Air und des Luxus-SUV Gravity. Das entspricht 24 Prozent mehr Fahrzeugen als im Vorjahreszeitraum. Die Fertigung wurde dem Unternehmen zufolge bewusst gedrosselt, um sie stärker an den erwarteten Auslieferungen auszurichten, Bestände abzubauen und Liquidität freizusetzen.
Ausgeliefert wurden in den Monaten April, Mai und Juni insgesamt 3953 Stromer, ein Anstieg von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz lag im zweiten Quartal bei 405 Millionen US-Dollar, was einem Anstieg von 56 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Lucid bündelt zur Optimierung des Betriebs seine Ressourcen in vier strategischen Projekten: einem Plan zur Verbesserung des Cashflows um 1,4 Milliarden US-Dollar, einem Robotaxi-Programm, der Industrialisierung des ersten Werks außerhalb der USA in Saudi-Arabien und einem Mittelklassewagen-Programm.
„Lucid verfügt über führende Technologie, überzeugende Produkte und äußerst engagierte Mitarbeiter, aber Potenzial ist noch keine Leistung“, so CEO Silvio Napoli. „Wir kehren zu den Grundlagen zurück und konzentrieren uns dabei klar auf Liquidität, Kunden und Unternehmenskultur. Wir konzentrieren uns darauf, unsere vier obersten Prioritäten umzusetzen, darunter unseren Plan zur Verbesserung des Cashflows um 1,4 Milliarden US-Dollar sowie die Weiterentwicklung unserer Programme ‚Robotaxi‘, ‚AMP-2‘ und ‚Midsize‘, die eine solide Grundlage für das nächste Kapitel von Lucid schaffen werden.“

MK meint
Kurz zusammengefasst: Es besteht einfach keine Nachfrage nach Lucid-Fahrzeugen: Nicht mal 5.000 Autos binnen 3 Monaten produziert und trotzdem weiter Bestände aufgebaut.
Wenn man dann im zweiten, direkt hinterher veröffentlichten Artikel liest, dass die Einführung eines günstigeren Modells verschoben wird, macht das nicht grade Hoffnung für die Zukunft der Firma…wobei auch Saudi Arabien eine etwas merkwürdige Wahl für einen Fabrikstandort ist und eher nach politischer als nach wirtschaftlicher Entscheidung riecht…und siehe da: Einmal googeln ergibt eine Finanzierung in Milliardenhöhe durch einen saudi-arabischen Staatsfond. Blöderweise kann man sich halt als reicher Staat die Fabrik fürs eigene Land kaufen, nicht aber die Nachfrage der dortigen Produkte.
Paule meint
Das nennst du KURZ zusammengefasst? Und in wessen Auftrag, für wen, gibst du dir die Mühe, hier eine essence zu erstellen?
Ist ja nun keine diskussionsbeitrag, oder?
Wenn doch, würde ich mich an einer solchen beteiligen. Sehe aber keinen Ansatz.
MK meint
@Paule:
Schauen Sie mal auf die Überschrift hier: Die lautet „Kommentare“. Das ist also mein Kommentar und damit meine ganz persönliche Meinung zu dem Thema. Ob Sie etwas damit anfangen und wenn ja, was, ist alleine Ihre Sache.
Paule meint
Die Überschrift in deinem Text lautet Zusammenfassung, nicht Kommentar. Ja was denn nun?
MK meint
@Paule:
Ich meine: Der ganze Bereich, in dem wir uns hier bewegen, ist vom Websitebetreiber ganz klar als „Kommentar“-Bereich gekennzeichnet. Und das zusammengefasst bei mir bezieht sich auf die „zusammengefasste“ Aussage im ersten Satz meines Kommentars. Das sieht man daran, dass dieser Satz nach einem Doppelpunkt direkt an die „zusammengefasst“ Aussage anschließt und danach ein Absatz kommt, also ein Sinnabschnitt, der klar kennzeichnet, dass die dann folgende Aussage nicht mit dem in Verbindung steht, was vor dem Doppelpunkt stand. Sowas lernt man im Deutsch-Unterricht in der ersten Klasse ;)
Future meint
Lucids Hauptmarkt ist wohl immer noch Amerika. Und da sind die Subventionen weggefallen und das trifft Lucid und auch Rivian bestimmt sehr massiv.
Aber mit dem saudischen Staatsfond ist erstmal weiter genug Geld da. Investoren brauchen viel Geduld mit den Startups – das war bei Tesla oder Amazon ja auch nicht anders. Und Rivian wäre ohne das Geld von VW und Amazon wohl auch schon längst abgewickelt. Hoffen wir also, dass Lucid und Rivian die Regierung überstehen und in neuen Märkten Erfolg haben.
Referendar meint
In einem Artikel über Lucid gleich mal VW und Rivian mit untergebracht.
Wie praktisch, und so durchschaubar ;-)
MK meint
@Future:
Es gibt ja doch ein paar entscheidende Unterschiede: Tesla, Amazon, Rivian haben das Geld gebraucht, um es in Produktionsstätten (bzw. bei Amazon Läger und Ware) zu investieren. Lucid braucht das Geld grade, um die Produktion zu drosseln und die laufenden Fixkosten dennoch weiter decken zu können.
Ein weiterer ist, dass es bei den anderen genannten Firmen durch Anteilsverkäufe erreichte Kapitalerhöhungen waren, während es im Falle von Lucid ein zurückzuzahlender, fest verzinster Kredit ist.
Future meint
Lucid und Rivian sind die einzigen amerikanischen Auto-Startups, die es heute noch gibt. Bei Lucid hat man den Eindruck, dass sie vom Geld der Saudis abhängen und Rivian hängt am Tropf von VW. Ich hoffe, dass das Geld ausreicht, damit nicht nur ein westlicher Elektroautohersteller überlebt.
MK meint
@Future:
Wie gesagt: Es ist aber ein Unterschied, ob man das Geld dafür ausgibt, das Produkt weiterzuentwickeln und Fabrikkapazitäten auszubauen oder ob es dafür draufgeht, eine nicht ausgelastete Fabrik mitzuschleifen und dort die laufenden Fixkosten zu decken.