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UDV-Stu­die: E-Autos ins­ge­samt sicher, aber mit beson­de­ren Unfall­mus­tern

01.07.2026 in Sicherheit von Thomas Langenbucher | 3 Kommentare

UDV-Elektroauto-Sicherheit-Crash

Bild: Unfallforschung der Versicherer im GDV

Elektro-Pkw seien eine sichere Alternative zu Verbrennern und ihre Fahrer verursachten kaum mehr Schäden, so die Unfallforschung der Versicherer im Gesamtverband der Versicherer (UDV). Eine neue wissenschaftliche Studie zeige jedoch erstmals: Bei bestimmten Unfallmustern unterscheiden sich E-Autos von Verbrennern.

Das betrifft laut der Auswertung insbesondere Situationen bei sehr langsamer Fahrt: Fußgängerunfälle mit E-Pkw ereignen sich häufiger beim Anfahren aus dem Stand, Rückwärtsfahren oder Abbiegen bei Dämmerung und Dunkelheit. „Unsere Untersuchung bestätigt Hinweise darauf, dass Fußgängerinnen und Fußgänger E-Autos in solchen Situationen schlechter wahrnehmen“, sagt UDV-Leiterin Kirstin Zeidler.

Seit 2021 müssen E-Autos bei Geschwindigkeiten unter 20 km/h aus Sicherheitsgründen Geräusche abgeben. „Doch die künstlichen Fahrgeräusche sind womöglich nicht hörbar genug oder lassen sich noch nicht eindeutig einem Pkw zuordnen“, so Zeidler.

Pedalverwechslung als Unfallursache?

Die Analyse zeigt zudem Hinweise auf häufigere Unfälle durch Fahrzeugfehlbedienung, insbesondere beim Anfahren aus dem Stand. Diese traten vor allem bei Fahrzeugen mit sogenanntem One Pedal Drive auf, die sich im Alltag weitgehend über das Fahrpedal steuern lassen: beschleunigen durch Fuß senken, abbremsen durch Fuß heben.

„Die Studie legt nahe, dass die Gewöhnung an diese Fahrweise in Notsituationen eine Pedalverwechslung begünstigen kann“, so Zeidler. Höheres Alter scheint die Problematik zu verstärken: In der Analyse war knapp jeder zweite auf diese Weise Verunfallte älter als 75 Jahre.

Fahrweise und Sicherheitsausstattung als Pluspunkt

Kleine E-Autos zeigen in der Untersuchung Vorteile beim Insassenschutz gegenüber vergleichbaren Verbrennern. Grund ist neben der modernen Sicherheitsausstattung ihr höheres Gewicht. Bei einem Unfall sind Insassen schwererer Fahrzeuge in der Regel besser geschützt. Zugleich bleibt der Partnerschutz wichtig, denn größere Gewichtsunterschiede bedeuten für Unfallgegner ein höheres Verletzungsrisiko.

Positiv bestätigt die Analyse, dass Fahrer in E-Autos im Schnitt weniger riskant fahren als in Verbrennern. In den untersuchten Fällen verloren sie seltener die Kontrolle über den Wagen und hatten weniger Alkohol- und Drogenunfälle.

„E-Autos gezielt weiter verbessern“

„Unsere Ergebnisse sind ausdrücklich kein Argument gegen E-Mobilität“, betont Zeidler. Im Gegenteil: Die Schadenhäufigkeit von E-Autos ist im Vergleich zu Verbrennern nahezu unauffällig. Zugleich zeigt die Studie konkrete Ansatzpunkte, um E-Autos weiter zu verbessern. So sollten künstliche Fahrgeräusche künftig klarer als Pkw-Geräusch erkennbar sein sowie Fußgängerinnen und Fußgänger besonders bei niedrigen Geschwindigkeiten besser warnen. Auch ein gut wahrnehmbares Signal für die Fahrbereitschaft – im Innenraum und nach außen – kann helfen, Missverständnisse zu vermeiden.“

Zusätzlich könne aktive Sicherheitstechnik Unfälle beim Anfahren verhindern, wenn sich Personen oder Gegenstände im Fahrtweg befinden. Nicht zuletzt ließe sich Gewicht sparen und so der Partnerschutz optimieren. Weiteren Forschungsbedarf sieht die UDV hinsichtlich der Wirkung von One Pedal Drive auf sicheres Fahren als auch bezüglich des Unfallgeschehens der sich schnell verändernden Fahrzeugflotte.

Zum 1. Januar 2026 waren rund zwei Millionen E-Fahrzeuge in Deutschland unterwegs, rund vier Prozent der hier zugelassenen Pkw. Laut Prognose des Gesamtverbandes der Versicherer könnten 2040 circa 60 Prozent aller Pkw E-Autos sein. „E-Pkw werden immer beliebter, was auch angesichts der ökologischen Herausforderung des Klimawandels positiv ist“, sagt Zeidler.

Zur Studie: Die UDV hat knapp 500 schwere Unfälle aus der Unfalldatenbank der Versicherer detailliert analysiert und dabei E-Autos mit baugleichen Verbrennern verglichen (Minis, Klein-, Kompakt-, Mittel- und Oberklassewagen). Die Stichprobe bildet nicht das gesamte Unfallgeschehen ab. Literaturrecherche und Online-Nutzendenbefragung von 238 Befragten ergänzen die Studie.

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Via: UDV
Tags: CrashtestAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Elvenpath meint

    01.07.2026 um 11:47

    Als Fahrradfahrer macht es einem Angst, dass Leute sich gerne mal nur auf das Gehör verlassen. Die sollen gefälligst hinschauen, wohin sie laufen!

    Antworten
  2. South meint

    01.07.2026 um 11:21

    Na aber hallo. eAutofahren ist ja bocksimpel, fast wie Autoscooter und das machen Kinder. Also wer damit nicht klarkommt, der kann auch kein anderes Auto fahren. Ein deutlicher Pluspunkt ist, dass man in einer Gefahrensituation sofort, wenn man vom Gas geht, rekupiert, also bremst, wenn man so will. Das gibt einen wirklich sehr wertvolle Zeit, wichtig, wenns brenzlig wird…
    Da muss man sich wahrlich nicht groß umstellen … also ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen. eAutofahren ist deutlich einfacher, komfortabler und wie gesagt auch sicherer … so nen Schnaps Zeit mehr bringt da ganz schön was…

    Antworten
  3. elektromat meint

    01.07.2026 um 11:12

    Ich weis ein paar Leute die ihr E-Auto geschrottet haben weil sie es gewohnt sind beim einbiegen in eine Straße – oder anfahren an einer Ampel mit kurzer Schaltzeit – schon mal mit gas zu spielen um schnell los zu kommen. Bei Verbrenner und Schaltgetriebe mag das funktionieren, beim E-Auto fährt man halt sofort los und kracht in einen anderen Verkehrsteilnehmer. Das ist halt so ein Umgang den man in der Fahrschule nicht machen darf aber alle meinen sie müssten einen auf Schumi machen sobald der schein in der Tasche ist.

    Antworten

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