Zur Urlaubszeit haben sich Studierende des dualen Studiengangs Tourismusmanagement der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) in Zusammenarbeit mit dem ADAC Hessen-Thüringen mit der Frage beschäftigt: „Mit dem E-Auto in den Urlaub – kompliziert oder kein Problem?“
Für die Online-Umfrage mit 1900 Teilnehmern wurden sowohl Fahrer von Elektrofahrzeugen als auch von Verbrennern gefragt, wie sie die Tauglichkeit von Stromern für Urlaubsfahrten einschätzen. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede in der Bewertung durch die beiden Gruppen.
71 Prozent der Verbrenner-Fahrer geben zu geringe Reichweiten als zentrales Hindernis an. Nur 5 Prozent der tatsächlichen E-Auto-Fahrer haben „Reichweitenangst“. Für sie spielt die Reichweite ihres E-Autos bei der Planung einer Urlaubsfahrt nur eine untergeordnete Rolle. 36 Prozent der befragten E-Auto-Fahrer gaben an, ihre Urlaubsroute bei einer Länge von über 300 Kilometern bereits aufgrund von Lademöglichkeiten angepasst zu haben. Für die Mehrheit der E-Auto-Fahrer (63 %) hatte die Reichweite keinen direkten Einfluss auf die Routenplanung.
Verbesserung der Infrastruktur gewünscht
Fahrer von Elektroautos bemängeln laut der Befragung eher infrastrukturelle Probleme, wie unübersichtliche (42 %) oder teure (27 %) Ladetarife, defekte (31 %) oder besetzte (28 %) Ladesäulen oder zu wenig Ladepunkte am Zielort (21 %). Aus Sicht der Verbrenner-Fahrer stellt neben der als zu gering wahrgenommenen Reichweite die mögliche Suche nach Ladepunkten (36 %) einen klaren Nachteil von E-Autos für Urlaubsreisen dar. Für Nutzer von E-Autos spielt dieser Punkt eine untergeordnete Rolle (15 %).
„Viele Nutzer von Verbrenner-Autos trauen den E-Autos noch nicht über den Weg. Positive Erfahrungen und wachsende Lademöglichkeiten werden in den kommenden Jahren aber zu einer steigenden Akzeptanz von E-Autos führen“, so Wolfgang Herda, Verkehrsexperte des ADAC Hessen-Thüringen.
Zukunftsfähigkeit der Elektromobilität
Mit Blick auf die Zukunft zeigen sich starke Unterschiede zwischen den beiden Nutzer-Gruppen. Während E-Auto-Fahrer die Zukunftsfähigkeit der Technologie mit großer Mehrheit bejahen (94 %), bestehen bei vielen Verbrenner-Fahrern überwiegend Zweifel – nur 37 Prozent bewerten die Elektromobilität als Zukunftstechnologie. Fast genauso viele sehen darin eher eine Übergangstechnologie (35 %). Lediglich etwas über ein Viertel der Verbrenner-Nutzer könnte sich zudem ein Elektroauto als nächstes Fahrzeug vorstellen.
Die Studienergebnisse zeigen laut dem ADAC, dass der Umstieg auf elektrische Autos für Unerfahrene nach wie vor durch die Sorge um die im Vergleich zum Verbrenner geringeren Reichweiten geprägt ist. Für E-Auto-Nutzer seien hingegen die infrastrukturellen Aspekte wie funktionierende Ladesäulen und günstige Ladepreise ausschlaggebend.
Damit der Urlaub mit dem E-Auto attraktiver wird, empfiehlt der ADAC den Urlaubsorten und touristischen Betrieben, sichtbare Ladeinfrastruktur aufzubauen und zielgerichtet für diese zu werben. Mit der Installation eigener Lademöglichkeiten hätten kleine touristische Betriebe die Chance, weitere Kundengruppen zu erschließen und ihre Sichtbarkeit auf Buchungsplattformen zu erhöhen.

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