Alfredo Altavilla, Sonderberater für Europa beim chinesischen Stromer-Riesen BYD, bezeichnete die Pläne der Volkswagen Group zur massiven Kostensenkung als ein Signal für die europäische Automobilindustrie. Auf einer Branchenveranstaltung in Frankfurt Anfang Juli sagte Altavilla laut Reuters: „Es ist der erste echte Weckruf für die europäische Industrie.“
Die Äußerung kam vor dem Hintergrund, dass chinesische Hersteller versuchen, ihre Marktanteile auf dem Kontinent zu erhöhen – vor allem mit voll- sowie zunehmend auch mit teilelektrischen Modellen. Volkswagen und andere etablierte Unternehmen sehen sich mit intensivem Wettbewerb aus China, mit Zöllen und steigenden Kosten konfrontiert. Europas größter Autohersteller prüft deshalb derzeit eine umfassende Restrukturierung. Das könnte den Abbau von 100.000 Arbeitsplätzen sowie die Schließung von vier deutschen Werken beinhalten.
Die etablierten Automobilhersteller suchen derzeit nach Wegen, überschüssige Produktionskapazitäten zu bewältigen – etwa durch das Teilen von Standorten mit China-Herstellern. Gleichzeitig müssen europäische Hersteller bei der Produktentwicklung sowie in Bereichen wie Batterietechnik und Software aufholen.
Altavilla äußerte Zweifel an der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Produktionsstandorte. BYD, der weltweit größte Hersteller von Elektrofahrzeugen, sucht nach Ungarn nun nach einem zweiten Standort in Europa. Spanien und Frankreich kommen laut dem BYD-Berater als Standorte für eine Investition in ein bestehendes Werk eines etablierten Automobilherstellers infrage. Eine endgültige Entscheidung stehe kurz bevor.
Altavilla kritisierte die Erwartung, dass chinesische Marktteilnehmer in Europa Minderheitsbeteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen mit lokalen Partnern übernehmen und gleichzeitig die neueste Technologie mitbringen würden. „Das ist keine Koexistenz. Das ist brutale Gewalt“, sagte der BYD-Berater.

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