Vorstand und Gesamtbetriebsrat der Porsche AG haben unter Mitwirkung der IG Metall und des Arbeitgeberverbands Südwestmetall ein Zukunftspaket vereinbart. Es sieht eine Standortsicherung bis Ende 2035 sowie kumulierte Investitionen von 2,1 Milliarden Euro in Zuffenhausen und Weissach vor. Das Paket soll die Wettbewerbsfähigkeit stärken, möglichst viele Arbeitsplätze langfristig absichern und bildet einen Baustein der Strategie 2035, die im Oktober vorgestellt werden soll.
Porsche schließt bis Ende 2035 betriebsbedingte Kündigungen aus. Die Investitionen sollen unter anderem dazu beitragen, dass zweitürige Sportwagen langfristig in Zuffenhausen produziert, das Sonderwunschprogramm ausgebaut und die Entwicklungsumfänge aller Modellreihen weiterhin in Weissach gebündelt werden. Vorstandsvorsitzender Michael Leiters erklärte: „Das Zukunftspaket ist gut für Porsche.“
Zur Finanzierung der Investitionen wurde ein Maßnahmenpaket vereinbart, das die Personalkosten deutlich senken sowie die Arbeit flexibler und produktiver machen soll. Bei Beschäftigten im Porsche-spezifischen Entgeltrahmen und im Managementkreis werden von aktuellen und künftigen Tariferhöhungen bis 2035 vorübergehend insgesamt 3,5 Prozent einbehalten. Das obere und das Top-Management verzichten 2027 und 2028 auf einen wertgleichen Beitrag bei der Erhöhung der Grundvergütung.
Der freiwillige betriebliche Anteil am Weihnachtsgeld sinkt bis 2035 von 45 auf 5 Prozent, wodurch sich die Zahlung von bis zu 100 auf 60 Prozent eines Monatsentgelts verringert. Mobiles Arbeiten ist künftig an höchstens acht statt zwölf Tagen pro Monat möglich. Weitere Änderungen betreffen Erholzeitpausen und Taktzeiten in Produktionsbereichen. Zudem sollen bis 2035 weitere 5000 Stellen sozialverträglich abgebaut werden, vor allem durch natürliche Fluktuation, demografische Effekte, eine erweiterte Altersteilzeit und freiwillige Aufhebungsverträge.
IG-Metall-Mitglieder erhalten künftig einen zusätzlichen freien Tag und einen Wertgutschein über 200 Euro pro Jahr. Im August 2026 zahlt Porsche den Tarifbeschäftigten eine einmalige Transformationsprämie von 1500 Euro, die für IG-Metall-Mitglieder um 411 Euro auf 1911 Euro erhöht wird. Gesamtbetriebsratsvorsitzender Ibrahim Aslan bezeichnete das Paket als „hart erkämpft“ und betonte, es müsse nun gemeinsam mit dem Vorstand umgesetzt werden.
IG Metall: „Porsche wieder auf einen erfolgreichen Kurs führen“
„Das Zukunftspaket zeigt, dass Transformation mit starken Betriebsräten und einer gewerkschaftlich gut organisierten Belegschaft aktiv im Sinne der Beschäftigten gestaltet werden kann“, sagte Tamara Hübner, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Stuttgart. „Die Verlängerung der Standortsicherung bis 2035 und die Investitionen sind ein wichtiges Signal für die gesamte Belegschaft und für den Industriestandort Baden-Württemberg. Die Beschäftigten leisten dazu ihren Beitrag und das muss sich auszahlen: Jetzt steht das Unternehmen in der Verantwortung, die zugesagten Investitionen umzusetzen und Porsche wieder auf einen erfolgreichen Kurs zu führen.“
Bereits im vergangenen Jahr war der Abbau von 3900 Arbeitsplätzen beschlossen worden, um Personalkosten einzusparen. Diese sollen bis 2029 im indirekten Bereich wegfallen, durch Fluktuation und demografischen Wandel sowie über Altersteilzeit, Abfindungen und das Auslaufen befristeter Verträge.
Porsche muss sparen und sich neu aufstellen, weil die Nachfrage schwankt, der Wettbewerbsdruck – besonders in und aus China – steigt und der Umstieg auf Elektromobilität hohe Investitionen erfordert. Mit einer effizienteren Kostenstruktur und einer strategischen Neuausrichtung will das Unternehmen seine Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität langfristig sichern. Dazu gehört auch die weiter gebremste Umstellung auf E-Autos, weil die Nachfrage im Premiumsegment langsamer als erwartet steigt.

Jörg2 meint
Die Titanic mit ihren Beibooten ist am sinken. Die David-Musikbox spielt unbeirrt weiter.
Halber Akku meint
Zumindest konnte sich die Titanic noch ein Orchester leisten.
MK meint
@Halber Akku:
Einfach mal „VW Soundorchestra“ googeln…da landen Sie beim hauseigenen Orchester des VW Werks Baunatal ;)
Powerwall Thorsten meint
Also wenn ich bei Porsche Personalentscheidungen zu treffen hätte, dann würden diese auf jeden Fall zugunsten der Ingenieure und Bandarbeiter ausfallen und ich würde in der FUD Abteilung Arbeitsplätze streichen – die schaden nämlich durch ihre immer wieder destruktiven Aussagen letztendlich der Marke – und zwar nachhaltig.
Wieso sollte ich einem Verkäufer im Porschezentrum glauben, wenn ich hier im Forum mitlese, um mich breit über Elektromobilität zu informieren?
Das gewisse Schreiberlinge hier die Glaubwürdigkeit eines ganzen Forums untergraben …….
David meint
Die wirkliche Schlagzeile ist doch ein Zukunftspakt über 2,1 Milliarden Investitionen in Porsche. Und es wird weder Entlassungen noch Werksschließungen in den nächsten 10 Jahren geben. Besser geht’s doch gar nicht. Außerdem ist zum ersten Mal gesagt worden, wie in dieser sogenannte Personalabbau gemacht wird: im Wesentlichen durch natürliches Ausscheiden. Also demographischer Wandel. Hatte ich ja beides schon vorher gesagt.
Cisko meint
In welchem Jahr wird ein chinesischer Hersteller in Zuffenhausen PKW herstellen?
Fred Feuerstein meint
„ Besser geht’s doch gar nicht“ Oh doch, Porsche weckt keine Begehrlichkeiten mehr, die Fehlkonstruktion Taycan wird keinen Nachfolger mehr bekommen, die Kunden bleiben aus. Besser wäre, wenn der Traditionshersteller wieder begehrlich werden würde.
Ben meint
Ach ja der bezahlte VW Schreiberling wieder, Porsche verabschiedet sich vom E-Auto und bei VW werden 4 deutsche Werke ab 2030-2034 geschlossen, haste doch selbst in der App gelesen bzw. im Video gehört was Blume geschrieben/gesagt hat und was auch 2 Tage später veröffentlicht wurde, es gibt für die 4 deutschen Werke nach 2030 keine wirtschaftliche Belegung, wo hat er denn gesagt das es keine Werksschließungen geben wird ?
Die IGM hat eine unkünbare Beschäftigungsgarantie ausgehandelt, bis 2030, bei deren Aufkündigung VW 1Mrd.(5,5%Lohnverzicht) an die Belegschaft auszahlen muss, mehr nicht, Blume spielt auf Zeit und wird die Werke ab 2030 nacheinander schließen und WOB auszulasten was ja unte den wegfallenden Verbrennergeschäft leidet…oder warum werden in WOB nur knapp 600k Fahrzeuge gebaut von den nötigen 900k zur Auslastung des Werkes ?
Gerd Forl meint
2030 wird’s keinen Herrn Blume mehr als VW-Konzern-CEO geben, der ist dann 60+ und darf in Ehren und alimentiert Bye-bye sagen.
Peter Rheo meint
Schließen kann er aber nur mit Zustimmung von Arbeitnehmerseite / Gewerkschaften / Land Niedersachsen im Aufsichtsrat: Glauben‘s wirklich daran??
MrBlueEyes meint
„Und es wird weder Entlassungen noch Werksschließungen in den nächsten 10 Jahren geben.“
Nee, is klar… hat man bei VW auch gedacht… ich würde weniger aus dem Paulanergarten schreiben… :)
Till meint
Leiters will die E Mobilität zurückdrehen, siehe nur den sinnfreien Plan ein Macanderivat ab 2028 mit Verbrennungsmotor zu bringen, u.v.m.
Leiters will sich nicht an technologischen Softwareweiterentwicklungen, explizit Fahrassistenten und autonomes Fahren, beteiligen.
Leiters stellt Dogmen auf, wie“ es wird nie einen elektrischen 911 geben“ auf.
Die Familien Porsche und Piech müssen in den nächsten Jahren deutlich über eine Milliarde aus Porsche zur Schuldentilgung aufwenden (Handelsblatt u.a. Quellen) .
Von den 2,1 Milliarden „Zukunftsprojekt“ fließen allein über 880 Mio in den neuen Verbrennermacan. Weiteres in ein Verbrennerderivat K1 auf Audi Q8 Basis, sowie in zusätzliche Entwicklung für ein neues Verbrennerderivat auf 718 Basis.
Investitionen in E Mobilität im zweistelligem Millionenbereich.
Ich habe es schon oft geschrieben, bald ist Porsche Made bei Xiaomi o.ä. .
Den Erben der Eigentümerfamilien geht es nur noch um kurzfristige Gewinne. Heritage Fehlanzeige.
Leiters und Kundenbindung? Fehlanzeige.
Man will ganz oben im Luxussegment, bei Bugatti, Ferrari, etc. mitschwimmen. Doch da wurden die Weichen genau falschvgestellt.
Bugatti gehört nun Rimac. Ein Vorreiter der High End E Mobilität.
Ferrari beginnt mit dem Luce ein neues Zeitalter.
…und Porsche so… Verbrenner, E Fuels, Emotionen…
In zehn Jahren möchten sich die wenigsten Superreichen der dann herrschenden Dynastien kaum mit anachronistischer Technik schmücken. Das passt nicht mehr zum Mindset.
South meint
Naja, wenn der Artikel im Handelsblatt stimmt, dann arbeiten aktuell ca. 21T Mitarbeiter in den Werken rund um Stuttgart, bedeutet, bei 5T ist das jede 4. Stelle die sicher wegfällt. Plus die Fluktuation, die übrigens beileibe nicht nur den demographischen Wandel umfasst, damit ca. jede 3. Stelle, da ist der Beitrag von David ein fast naive kindliche Darstellung. Ausserdem gab es auch deutlich Zugeständnisse bei den Tarifanpassung und Sonderzahlungen. Angesichts der enorm schwierigen Umstände bei Porsche ist das trotzdem eine vergleichsweise großzügige Regelung.
Das Kernproblem bleibt aber. Der schwache Absatz. Da sucht man mit Schlagwörtern, die Chinesen kaufen patriotisch oder wir waren mit eAutos zu schnell dran oder die Politik ist Schuld….sich die Welt allzugern zu einfach. Verkürzt, alle anderen sind Schuld, aber wie kann man nur daran denken, nicht wir, bei VW / Porsche.
Es ist bei Porsche wie bei vielen anderen Herstellern auch wie z.B. bei Mercedes. Die Vorurteile stimmen, sind aber nur ein kleiner Teil. Billiger als die Chinesen können wir und müssen wir auch nicht sein, aber wir müssen technisch bei eAutos führend werden und wieder in eine vernüftige Preis- Leistungsbandbreite kommen. In Kürze, tiefgreifende Reformen und wirklich gute eAutos, sonst sind solche Vereinbarungen nur ein Aufschub…
Daniel S meint
„ die weiter gebremste Umstellung auf E-Autos, weil die Nachfrage im Premiumsegment langsamer als erwartet steigt“
Man könnte auch schreiben, weil sie es nicht schaffen, begehrenswerte e-Porsche zu bauen.
elektromat meint
Ein Denza 9GT von BYD kann hat alles besser als ein Porsche, wie will man dann ein Deutsches Auto in den wichtigen Märkte in Asien verkaufen. Der Europäische Markt ist da was anderes aber dort gibt es auch nciht die großen Absatzprobleme.
Für die Porsche Verbrennerfans kommt ein Elektro nicht in Frage und in Elektro ist Porsche nicht das was an Preis verlangt wird.
Hab ein paar Daten raus gesucht, aber ich finde jetzt nichts wo Porsche besser abschneidet. Also im Auto Karten Quartet sticht immer BYD-Denza.
Denza 9GT
Akkugröße: 122 kWh brutto
Maximale Ladeleistung: Bis zu 1.500 kW (Flash Charging)
Motorleistung: 850KW
Porsche Taican
Motorleistung 440KW
Akkugröße 105kwh brutto
Maximale Ladeleistung: Bis zu 320 kW (neuere Modelle/Facelift), ältere Modelle bis zu 270 kW.
cbzac meint
Ja,
der neue CLA AMG zeigt was Porsche elektrisch verpennt hat. Auf kompakter Grundfläche für voraussichtlich ca. 80T € gibt es 670km Reichweite, 2,7s für 0-100, 270km/h und nebenbei noch 4 Sitze und 470l Kofferraum.
Porsche dagegen kann bei Elektro nur riesenhaft und fett und setzt in Sachen Sport alles auf 911er, die als Verbrenner bei ähnlichen Fahrleistungen 200k€+ kosten. Dafür kann man die dann per Sonderwunschprogramm noch teurer machen.
Futureman meint
Man darf gespannt sein, wann das nächste Treffen stattfindet. Denn wenn nicht bald der Wechsel zu passenden E-Modellen klappt, gehen die Verkaufszahlen wohl noch weiter runter. Ein Teil kann vielleicht durch steigende Preise für diese Sammlerautos aufgefangen werden, aber die Produktion wird weiter Personal abbauen müssen.