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Batteriebranche fordert bessere Bedingungen für Industrieaufbau

29.07.2026 in Politik von Thomas Langenbucher | 7 Kommentare

VW-PowerCo-Akkuproduktion-Salzgitter

Bild: VW (Symbolbild)

Vier Industrieverbände (KLiB, VCI, VDMA und ZVEI) fordern von der Bundesregierung bessere Rahmenbedingungen für den Aufbau der Batterieindustrie in Deutschland und Europa. Die Verbände verlangen, dass die angekündigte Förderung der Batteriezellfertigung nun durch konkrete Maßnahmen umgesetzt wird.

Deutschland habe eine international wettbewerbsfähige Batterie-Forschungslandschaft aufgebaut. Nach langjährigen Investitionen in Forschung und Entwicklung scheiterten innovative Unternehmen jedoch wiederholt am Markteintritt. Als Gründe nennen die Verbände strukturelle Standortdefizite, unzureichende Skalierungsbedingungen und eine aus ihrer Sicht wenig ambitionierte Industriepolitik.

Die Batterieindustrie benötige Rahmenbedingungen, die das Hochfahren und die Skalierung der Produktion ermöglichen. Für den Aufbau einer neuen Industrie seien andere politische Instrumente erforderlich als für die Stabilisierung bestehender Strukturen. Ziel müsse sein, Forschungserfolge in industrielle Wertschöpfung zu überführen.

Die Verbände warnen davor, dass ohne geeignete Bedingungen Wissen und Patente in andere Weltregionen abfließen könnten. „Erfunden in Deutschland, verloren an die Welt“ dürfe bei Batterien nicht zum neuen Markenzeichen werden.

Batterien werden von den Verbänden als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts bezeichnet. Die globale Batterienachfrage sei in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich um 43 Prozent pro Jahr gewachsen. Deutschland verfüge über eine Forschungslandschaft, technologisch leistungsfähige Unternehmen und Industrien mit Batterienachfrage, benötige aber ein industriepolitisches Konzept zur Skalierung.

Die Bundesregierung habe Batterien sowohl in der Hightech-Agenda für Deutschland als auch im Programm für Aufschwung und Beschäftigung als wichtige Schlüsseltechnologie für den Innovationsstandort Deutschland eingeordnet. Die Verbände fordern, dass diese innovationspolitischen Ziele auch industriepolitisch umgesetzt werden. Sie verweisen auf Anwendungen in der Elektromobilität, kritischer Infrastruktur, Power Tools, Bahntechnik, E-Bikes, Robotik, Drohnen und Raumfahrttechnologie.

Besonders kritisch sehen die Verbände die Abhängigkeit in der Wehrtechnik. Sie erklären, die Beherrschung der Lieferketten sei notwendig, um die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands im Ernstfall zu gewährleisten. Wer Technologie und Lieferketten nicht beherrsche, zementiere Abhängigkeiten von außereuropäischen Akteuren und gefährde Industriezweige sowie die technologische Souveränität Deutschlands.

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Via: ZVEI
Tags: BatterieAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Effendie meint

    29.07.2026 um 17:00

    Besser kann man es nicht beschreiben. Wir in Europa sind zu blöd langfristig über Parteien zu planen. Das wird mit der Zeit unser wirtschaftlicher Untergang. Wir brauchen in Europa eine starke Industrie. Nur von Finanzern und BWL zu leben funktioniert nicht . siehe Great Britannien.

    Antworten
    • MK meint

      31.07.2026 um 09:06

      @Effendie:
      Generell steht die deutsche Industrie ja viel besser da, als oft behauptet wird. Das liegt auch daran, dass nicht auf die Wertschöpfung geschaut wird, sondern auf die Anzahl Mitarbeiter. BASF hat in Ludwigshafen zuletzt z.B. zwei neue Anlagen für einen dreistelligen Millionenbetrag eröffnet, um die Produktionskapazitäten gefragter Chemikalien damit zu verdoppeln. Gehört hat man davon fast nichts und es hat sich auch kein Politiker zur Eröffnungsfeier finden lassen, weil im gleichen Zuge Zwei Drittel der an den Vorgängeranlagen Beschäftigten die Kündigung erhalten haben: Trotz höherer Produktionsmenge brauchen die neuen deutlich weniger Personal. VW hat in Wolfsburg z.B. seine Fertigungskapazität auch mehr als verdoppelt, die Mitarbeiterzahl in der Produktion aber um rund Drei Viertel reduziert. Einerseits durch Automatisierung, aber auch ganz banal durch Werkverträge: Staplerfahrer, die Bauteile ans Band bringen, arbeiteten früher bei VW, galten also als Industriearbeiter. heute arbeiten sie bei Rhenus, Schnellecke und Co und gelten als Mitarbeiter eines Dienstleistungsbetriebes. Auch die Gewinne, die bei diesen Dienstleistern anfallen, werden nicht mehr der Industrie zugerechnet.

      Abgesehen davon gibt es ja durchaus noch ein paar andere Zweige, die in Deutschland wachsen…z.B. die Erzeugung erneuerbarer Energien. Schon 2025 vor Irankrieg und lange genug nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs, also in einer „Niedrigpreisphase“ für fossile Brennstoffe, hat unser Land 80 Milliarden Euro dafür ins Ausland gezahlt. Wenn man sich das langfristig spart, muss man auch weniger durch Exporte wieder rein holen.
      Auch Softwareentwicklung (SAP, aber vor Allem tausende kleiner lokaler Mittelständler), Chipherstellung (z.B. Infineon, Bosch, aber bei uns in Marburg z.B. auch Dockweiler) und andere Bereiche wachsen.

      Antworten
  2. SB meint

    29.07.2026 um 13:25

    Warnendes Beispiel muss die LFP-Technologie sein: an einer nordamerikanischen Universitöt entwickelt. Aufgrund der Patentsituation mit teuren Lizenzen in der westlichen Welt wurde die Industrialisierung hier nicht angegangen. Für chinesische Unternehmen waren die Patente kostenlos nutzbar entsprechend wurde nur hier die Technologie industrialisiert.
    Die im Artikel angesprochenen Forschung Erfolge, müssen hierzulande von einheimischen Unternehmen industrialisiert werden und hier zu Wertschöpfung und Wohlstand führen.

    Antworten
    • M. meint

      29.07.2026 um 20:05

      Wieso waren die Patente im Westen sehr teuer, und für China kostenlos?

      Antworten
      • SB meint

        30.07.2026 um 14:11

        Das ist recht dubios. Es gab angeblich eine Lizenz der Patente die chinesische Unternehmen für den chinesischen Markt kostenlos nutzen durften. Teilweise ist auch zu lesen dass die Patentinhaber ihre Patente aufgrund der schwierigen Rechtsdurchsetzung für ausländische Unternehmen in China nicht durchsetzen.

        https://www.linkedin.com/posts/evan-gaul_batterytechnology-intellectualproperty-activity-7333813893531648002-4Uk1

        Antworten
        • MK meint

          30.07.2026 um 16:24

          @SB:
          Und Ihre einzige Quelle für diese Behauptung ist, was irgendeine Privatperson auf einem sozialen Netzwerk gepostet hat und Sie selber als „dubios“ einstufen?
          Wenn ich das richtig verstehe, waren die von Ihnen erwähnten US-Forscher nur die ersten, die LFP als Materialkombination vorgeschlagen haben. ausentwickelt war da aber nichts und jährlich werden dutzende solcher Materialkombinationen vorgeschlagen und im Labormaßstab für besser als alles bestehende befunden…von den meisten hört man danach nie wieder etwas.

          Und ohne mich jetzt durch die Patentrechtsstreitigkeiten (die es wie bei eigentlich jedem erfolgreichen Produkt, siehe u.a. Corona-Impfstoff oder auch einfach nur die Form eines Smartphones) durchgewühlt zu haben, ist ja bei Patenten schon mal zu beachten, dass diese Regionsspezifisch anzumelden sind. Aber die USA werden ganz sicher nicht (und erst recht nicht unter Donald Trump) zulassen, dass chinesische Firmen Produkte im Milliardenwert in den USA absetzen, die US-Patente verletzen.

        • M. meint

          02.08.2026 um 18:04

          Auf eine Aussage bei Linkedin wollte ich mich auch nicht stützen.
          Dass sich Chinesen nicht um Patente scheren, ist schon vielfach dokumentiert. Am offensichlichsten war das in der Vergangenheit beim PKW-Design.
          Da kupfern sie inzwischen aber untereinander ab.

          Insgesamt stimmt das aber schon, dass es schwierig wird, wenn eine westliche Firma vor einem chinesischen Gericht eine chinesische Firma verklagt.
          Anders geht’s nicht, und der Weg selten erfolgreich.
          https://winfuture.de/news,128201.html

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