Das BMW-Group-Werk Woodruff soll im Dezember die Serienproduktion der Hochvoltbatterien für den neuen vollelektrischen BMW iX5 aufnehmen. Vor dem Hintergrund der Weltpremiere in diesem Monat zeigt das Unternehmen erstmals Einblicke in die Fertigung. Zum Einsatz kommen unter anderem Künstliche-Intelligenz-gestützte (KI) Produktionsprozesse, digitale Zwillinge und Virtual-Reality-Anwendungen.
Die Hochvoltbatterie der sechsten Generation (Gen6) wurde von der BMW Group intern entwickelt. Ihre zylindrischen Rundzellen werden nach dem Cell-to-Pack-Prinzip direkt in die Batterie integriert. „Sämtliche Produktionsschritte werden lückenlos inline überwacht und in Echtzeit umfassend dokumentiert“, heißt es. „Eigens entwickelte KI-Assistenten und -Agenten analysieren diese Daten und sorgen zusammen mit mehr als 300 Mitarbeitenden und 250 Robotern im Werk Woodruff für eine Null-Fehler-Batterieproduktion.“
Digitale Zwillinge und Virtual-Reality-Anwendungen wurden bereits vor der Inbetriebnahme für Planung und Qualifizierung eingesetzt. Alle Beschäftigten in der Fertigung absolvieren ein vor Ort entwickeltes VR-Training. Eine virtuelle Fabrik bildet die Produktionslinien des Werks ab und ermöglicht das realitätsnahe Üben der Abläufe. Der Bau des Werks begann im September 2023, nachdem im Juni der Spatenstich erfolgt war. Seit Sommer letzten Jahres laufen erste Test- und Vorserienbatterien vom Band. Der Serienstart ist für Dezember vorgesehen.
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Für die Gen6-Zellen werden Sekundärmaterialien für Kobalt, Lithium und Nickel eingesetzt. Bei der Herstellung der Anoden- und Kathodenmaterialien sowie bei der Zellfertigung werden laut BMW erneuerbare Energien genutzt. Gegenüber der Gen5-Zelle des BMW iX sei der CO₂e-Ausstoß pro Wattstunde um rund 28 Prozent reduziert worden, das Werk Woodruff arbeite im Normalbetrieb ohne fossile Brennstoffe. Die Flurförderzeuge am Standort tanken Wasserstoff.
Nach mehreren Montage-, Schweiß-, Abdichtungs- und Prüfschritten erhalten die Batterien den „Energy Master“ als zentrale Steuereinheit. Jede Hochvoltbatterie durchläuft abschließend eine End-of-Line-Prüfung und wird anschließend in das 15 Meilen entfernte Werk Spartanburg transportiert.
Die Montage der Gen6-Hochvoltbatterien erfolgt in fünf neuen Produktionsstätten, die die BMW Group nach dem Prinzip „Local for Local“ nah an ihren Fahrzeugwerken errichtet. So entstehen neben Woodruff auch in Irlbach-Straßkirchen (Niederbayern), Shenyang (China) und San Luis Potosí (Mexiko) Montagewerke für Hochvoltbatterien. Im ungarischen Debrecen werden bereits seit Oktober Hochvoltbatterien der neuesten Generation in Serie gefertigt. Das globale Produktionsnetzwerk für Hochvoltbatterien profitiere von der engen Zusammenarbeit zwischen den deutschen Pilot- und den weltweiten Serienwerken, erklärt BMW.
Der erste batterieelektrische BMW iX5 setzt auf die sechste Generation der eDrive-Technologie des Konzerns mit Rundzellen und 800-Volt-Technologie. Mit einem nutzbaren Energiegehalt von 144 kWh in den USA und 141 kWh in der EU (netto) verfügt das SUV über die bislang größte Hochvoltbatterie eines Elektroautos der Marke. Für den Vortrieb sorgen je eine E-Maschine an der Vorder- und an der Hinterachse und der elektrische xDrive-Allradantrieb.

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