Gebrauchte Elektroautos gewinnen bei Kaufinteressierten an Bedeutung. Batteriezustand, Ladehistorie und realistische Reichweite sind jedoch häufig schwer einzuschätzen. Die Initiative „Sicherer Autokauf im Internet“ (ISAK) nennt deshalb fünf Punkte, die vor einem Vertragsabschluss geprüft werden sollten.
Die Batterie gehört zu den zentralen Bauteilen eines Elektroautos, ihr Zustand ist von außen aber nicht erkennbar. Kaufinteressierte sollten daher aktiv nach einem Batterie-Zertifikat oder einem Nachweis über den „State of Health“ (Gesundheitszustand) fragen. Diese Unterlagen schaffen Transparenz über den Zustand der Akkus.
Die WLTP-Reichweite des Herstellers entspricht nicht zwingend der im Alltag erzielbaren Reichweite, da Fahrweise, Außentemperatur sowie der Einsatz von Heizung oder Klimaanlage sie deutlich beeinflussen. Kaufinteressierte sollten deshalb erfragen, wie weit das Elektroauto im Alltag kam und wie die Fahrbatterie überwiegend geladen wurde. Dabei ist auch zu klären, ob die Akkus regelmäßig sehr voll oder sehr leer gefahren wurden. Als batterieschonend gilt ein Ladebereich zwischen 20 und 80 Prozent. Zusätzlich sollten die Schnellladefähigkeit sowie die unterstützte Ladeleistung an Wechselstrom- und Gleichstrom-Ladepunkten (AC/DC) geprüft werden.
Viele Hersteller bieten eine Batterie-Garantie von 8 Jahren oder 160.000 Kilometern an. Häufig greift sie, wenn die nutzbare Kapazität unter 70 Prozent fällt, wobei sich die Bedingungen je nach Hersteller und Modell unterscheiden. Zu prüfen sind die verbleibende Garantie, ihre Übertragbarkeit auf Folgebesitzer und mögliche Voraussetzungen wie eine lückenlose Wartungshistorie.
Relevante Angaben sollten schriftlich im Kaufvertrag festgehalten werden. Der ADAC bietet beispielsweise eine kostenlose Kaufvertragsvorlage für gebrauchte Elektrofahrzeuge an. Außerdem sollten Serviceheft, Prüfprotokolle sowie bekannte Mängel, Rückrufe und technische Änderungen offengelegt sein.
Zur Ausstattung können ein Navigationssystem mit Ladeplanung, Sitz- oder Lenkradheizung und eine Wärmepumpe gehören. Auch die Vollständigkeit von Ladekabeln und weiteren Zubehörteilen sollte kontrolliert werden. Beim Onlinekauf gelten gefälschte Dokumente, Phishing-Mails, verschwiegene Fahrzeughistorien und Aufforderungen zur Vorkasse als Betrugssignale.
Julia Christiani von der Polizeilichen Kriminalprävention warnt: „Bei unrealistisch günstigen Angeboten, fehlender Dokumentation zum Fahrzeug oder der Weigerung, eine unabhängige Prüfung zuzulassen, sollten Kaufinteressierte besonders aufmerksam sein.“
An der Initiative „Sicherer Autokauf im Internet“ (ISAK) beteiligen sich der ADAC, AutoScout24, Kleinanzeigen, mobile.de und die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Gemeinsam informieren sie über Sicherheitsfragen beim Onlinekauf und bieten Hilfestellung bei kritischen Situationen oder Betrugsverdacht.

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