Der Volkswagen-Konzern hat seinen Anteil am deutschen Gebraucht-Elektromarkt nahezu verdoppelt, berichtet die Suchmaschine AutoUncle. Im April und Mai 2026 erreichte die Volkswagen Group demnach mit Marken wie VW, Audi, Skoda, Cupra und Porsche einen Marktanteil von 37,9 Prozent bei gebrauchten batterieelektrischen Fahrzeugen. Dahinter lagen der Stellantis-Konzern mit 13,6 Prozent, die BMW Group mit 9,3 Prozent und Tesla mit 5,8 Prozent.
Seit Anfang 2022 haben sich die Marktanteile der führenden Automobilkonzerne der Auswertung zufolge deutlich verschoben. Tesla konnte Anfang 2023 zeitweise stark zulegen, verlor seitdem aber deutlich Marktanteile. Die Volkswagen Group baute ihren Anteil besonders seit 2024 kontinuierlich aus und schuf zuletzt einen klaren Abstand zum restlichen Markt.
“Der deutsche Gebraucht-Elektromarkt tritt in eine neue Phase ein. Während Tesla lange als Symbol für Elektromobilität galt, verschiebt sich die Nachfrage im Gebrauchtmarkt zunehmend in Richtung etablierter europäischer Hersteller, allen voran Modelle aus dem Volkswagen-Konzern”, so Mads Norgaard, Marktanalyst bei AutoUncle.
Das Wachstum innerhalb der Volkswagen Group verteilt sich auf mehrere Marken. VW bleibt die stärkste Einzelmarke im Konzern und steigerte den Marktanteil von 14,4 auf 17,4 Prozent. Audi wuchs von 7,3 auf 10,2 Prozent, Skoda von 2,4 auf 6,1 Prozent und Cupra von 1,8 auf 4,0 Prozent.
Die Studienautoren sehen darin einen Hinweis darauf, dass die starke Position des Konzerns nicht allein auf ein einzelnes Erfolgsmodell zurückgeht. Ein breiteres Modellportfolio gewinnt demnach für Gebrauchtwagenkäufer an Relevanz. Auch das Ranking der meistverkauften Modelle im April und Mai 2026 zeigt diese Entwicklung.
Die fünf meistverkauften gebrauchten Elektroautos in Deutschland stammten in diesem Zeitraum alle aus der Volkswagen Group. Der VW ID.3 führte mit 6,5 Prozent Marktanteil und einem Medianpreis von 21.280 Euro, gefolgt vom VW ID.4 mit 6,0 Prozent und 27.930 Euro. Danach kamen der Skoda Enyaq mit 5,4 Prozent und 26.600 Euro, der Audi Q4 e-tron mit 3,5 Prozent und 32.880 Euro sowie der Cupra Born mit 3,3 Prozent und 25.450 Euro.
Modelle aus dem Volkswagen-Konzern spielen damit eine zentrale Rolle im deutschen Gebraucht-Elektromarkt. „Fahrzeuge wie der VW ID.3, VW ID.4 und Skoda Enyaq iV verbinden eine wachsende Verfügbarkeit mit Preispunkten, die für viele Gebrauchtwagenkäufer zunehmend attraktiv werden“, so AutoUncle. Für Händler unterstreiche die Entwicklung, wie schnell der Gebrauchtmarkt für Elektroautos reift. Der Wettbewerb verschiebe sich von einem Markt, der lange durch wenige E-Auto-Pioniere geprägt war, zu einem breiteren, portfolio-getriebenen Marktumfeld.

David meint
Der VW Konzern hat einen hohen Marktanteil. Das ist nicht neu. Was über die letzten Jahre gerade aus dem Tesla Lager nur zähneknirschend zur Kenntnis genommen wurde, ist die Dominanz des VW Konzerns bei den BEV. VW bestimmt diesen stark wachsenden Zukunftsmarkt in Europa. Ob Neuwagen oder Gebrauchtwagen.
Sebastian Krebs meint
Das aus der Umfrage abgeleitete Narrativ, ist nur eine von mehreren möglichen Interpretation.
So könnte man ebenso schlussfolgern, dass
(im Anschluss auf das Auslaufen der Umweltbonus, welcher bei allen Herstellern erhebliche Mitnahmeeffekte und eine hohe Tauschrate z.T. im halbjährlichen Turnus verursachte)
1. Vor allem Fahrzeuge aus dem VW-Konglomerat zum Erreichen der CO2-Flottengrenzwerte deutlich häufiger an Gewerbetreibende bzw. Eigenzulassungen via Tageszulassung, Kurzzeit- oder Geschäftswagenleasing an Handelsorganisationen & Mitarbeiter der VW-Gruppe oder Mietwagenflotten zu extrem günstigen Leasingkonditionen ausgereicht wurden und dem Gebrauchtwagenmarkt zügiger zur Verfügung stehen,
2. Fahrzeuge von Tesla, verstärkt an Privatkunden verkauft, statt geleast wurden, von diesen zumeist länger/intensiver genutzt werden und häufig erst mit hohen Laufleistungen wieder im Gebrauchtwagenmarkt in Erscheinung treten.
Diese Unterschiede würden nicht auf mehr oder weniger Nachfrage abstellen, sondern einzig und allein das Vertriebsmodell hervorheben.
Wenn man nun noch im Vergleich die aktuellen Meldungen zum Aufbau oder Abbau von Jobs bei den jeweiligen Unternehmen gegenüberstellt, muss man sich schon auch selber fragen, wer mit seinem Geschäftsmodell wohl erfolgreicher zu sein scheint.