Honda Europe verfolgt eine neue Strategie, um die Verkaufszahlen in der Region wieder zu steigern. Im Fokus stehen sich von Wettbewerbern abhebende Modelle und Hybride, nicht E-Autos. Hans De Jaeger, der neue Präsident von Honda Europe, setzt dabei bewusst auf nachhaltige Rentabilität statt auf reine Absatzmengen. Ziel ist es, das Volumen in den nächsten zwei bis drei Jahren auf etwa 100.000 Fahrzeuge zu erhöhen, wobei das Zielgebiet auch die Türkei einschließt.
Vor zehn Jahren verkaufte das Unternehmen in Europa noch 130.000 Autos, während die Zahl im vergangenen Jahr auf 71.000 sank. Ein wesentlicher Grund für diesen Rückgang war der Fokus auf die Profitabilität sowie Veränderungen in den regulatorischen Emissionsvorschriften, wie de Jaeger in einem Interview mit Automotive News sagte. Das Unternehmen möchte sich zudem dem Preiswettbewerb chinesischer Konkurrenten in den Massenmarktsegmenten entziehen.
Die zukünftige Produktpalette soll stärker auf die Wünsche der Privatkunden ausgerichtet sein. Ein Beispiel für diese Neuausrichtung ist der Verkaufsstart des elektrischen Kleinstwagens Super N im Vereinigten Königreich, um neue Kunden zu gewinnen. Honda nutzt dabei die Möglichkeit, Modelle aus verschiedenen Weltregionen zu beziehen.
Europa nicht im Fokus
Honda konzentriert sich laut dem Europachef auf drei Regionen: die USA, Japan und Indien. Europa soll aber von neuen, für den Weltmarkt entwickelten Modellen profitieren. Davon sind 15 bis zum Jahr 2030 geplant. Hinzu sollen regionale Modelle kommen, die auch in anderen Ländern angeboten werden könnten. Was die Produkte angeht, orientiere sich Europa am stärksten an Japan, erklärte de Jaeger.
Honda setzt verstärkt auf Hybridtechnologie, um die registrierten Kundenbedürfnisse zu erfüllen. In Europa hält die Marke derzeit einen Anteil von vier Prozent am privaten Markt für Hybridautos. Von einer geplanten E-Auto-Offensive ist man auf Abstand gegangen, weil man die Nachfrage am Markt derzeit nicht sieht.
Im Bereich der Pkw konnte das Unternehmen im vergangenen Jahr Gewinne erzielen. Die Strategie konzentriert sich auf Nischenmodelle wie das Hybrid-Coupé Prelude (Artikelbild) und vermeidet den harten Wettbewerb in den Mainstream-Segmenten. In letztere drängen zunehmend chinesische Hersteller. „Wir sind einzigartiger“, so de Jaeger. Eine loyale Basis von einer Million Bestandskunden bilde für die Marke und ihre Produkte eine wichtige Grundlage.
Obwohl die USA, Japan und Indien als Prioritätsmärkte gelten, bleibt Europa laut dem zuständigen Manager ein wichtiger Standort. „Europa ist nach wie vor ein wichtiger Markt. Wir haben nicht vor, die Zahl auf 200.000 oder 250.000 Fahrzeuge zu steigern. Nachhaltigkeit ist unser Ausgangspunkt.“
Den Wettbewerb durch chinesische Hersteller stuft man bei Honda als sehr intensiv ein. De Jaeger sagte, dass dieser Druck das Unternehmen dazu zwinge, Entwicklungszeiten aggressiv zu verkürzen. Er habe nichts gegen die Konkurrenz aus der Volksrepublik, solange es einen fairen Wettbewerb gibt.

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