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Cabrio-Rückgang setzt sich auch im Elektro-Zeitalter fort

14.08.2026 in Autoindustrie, Studien & Umfragen von Thomas Langenbucher | 27 Kommentare

MG-Cyberster-77-kWh-XPower

Bild: MG

Cabriolets haben in Deutschland bei den Neuzulassungen deutlich an Anteil verloren, berichtet das Portal Autouncle. Im Jahr 2008 entfielen demnach 4,2 Prozent der neu zugelassenen Pkw auf Cabrios, 2025 waren es nur noch 1,2 Prozent. In absoluten Zahlen sank die Zahl von rund 130.000 neuen Cabrios auf etwa 33.000.

Der Rückgang zeigt sich inzwischen auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt. In den ersten sieben Monaten 2021 waren der Auswertung zufolge 3 Prozent der von deutschen Händlern verkauften Gebrauchtwagen Cabriolets, im gleichen Zeitraum dieses Jahres 2,1 Prozent. Der jährliche Rückgang verstärkte sich von 2 Prozent im Jahr 2022 auf fast 10 Prozent in diesem Jahr.

Auch die Zahl stärker gehandelter Modellreihen ist gesunken. Im Frühjahr 2021 erreichten 64 Cabrio-Modellreihen jeweils mindestens 100 Verkäufe im Handel, in diesem Jahr waren es 48. Besonders stark gingen unter anderem die Verkäufe des VW Beetle Cabriolet, des Audi A3 Cabriolet, des Audi TT Roadster, des Smart ForTwo Cabrio und des Opel Cascada zurück. Alle fünf Modelle werden nicht mehr gebaut.

Mehrere leistungsstarke Modelle verzeichneten dagegen höhere Verkäufe. Beim Porsche 911 Carrera Cabriolet stiegen sie um 77 Prozent, beim BMW M4 Cabriolet um 91 Prozent und beim Mini John Cooper Works Cabriolet um 114 Prozent. Gleichzeitig erhöhte sich der Medianpreis eines im Frühjahr verkauften Cabrios von 21.500 Euro vor fünf Jahren auf 26.200 Euro, während der Anteil der Fahrzeuge unter 15.000 Euro von 30 auf 20 Prozent sank.

Bei Elektro-Cabrios ist das Angebot begrenzt. Nach Angaben des ADAC sind in Deutschland derzeit der MG Cyberster (Artikelbild) und das Maserati GranCabrio als auf Wunsch oben offene Elektroautos von Autoherstellern erhältlich. Den Fiat 500e mit Faltdach bezeichnet der Autoclub als halbherzige Lösung, weil die Holme stehen bleiben. Der angekündigte Polestar 6 kommt möglicherweise nicht vor 2029, der Tesla Roadster verzögert sich schon länger, und auch Porsches Elektro-Nachfolger des 718 Boxster lässt weiter auf sich warten.

E-Mobilität füllt die Lücke nicht

Elektrifizierte Fahrzeuge, batterieelektrische Modelle und Hybride zusammengenommen, machten laut Autouncle in den ersten sieben Monaten dieses Jahres 10 Prozent der verkauften Gebrauchtwagen-Cabrios aus. Im gesamten Gebrauchtwagenmarkt waren es 18 Prozent. Nahezu alle Verkäufe elektrischer Gebrauchtwagen-Cabrios entfielen auf den Smart ForTwo Electric Drive und den Fiat 500e.

„Der schnelle Hochlauf der Elektromobilität hat sich negativ auf das Cabrio ausgewirkt“, sagt Mads Noergaard, Marktanalyst bei AutoUncle. „Ohne Dach verliert das Auto an Verwindungssteifigkeit, während die Batterie erhebliches Gewicht mitbringt und Platz im Fahrzeugboden beansprucht, den die Entwickler normalerweise für Verstärkungen nutzen würden. Diese Punkte lassen sich mit stärkeren Strukturen und Leichtbaumaterialien lösen, aber das erhöht in der Regel sowohl die Kosten als auch das Gesamtgewicht des Fahrzeugs.“

Zu den wenigen neueren Modellen mit größeren Handelszahlen gehört das VW T-Roc Cabriolet. Es war im Frühjahr das am zweithäufigsten gehandelte Gebrauchtwagen-Cabriolet in Deutschland und im ersten Halbjahr das am zweithäufigsten neu zugelassene Cabrio. Volkswagen hat mitgeteilt, dass die Produktion 2027 endet und kein direkter Nachfolger vorgesehen ist.

„Das Cabrio verschwindet nicht aus Deutschland“, so Autouncle abschließend. „Aber es entwickelt sich von einer gewöhnlichen Karosserieform, die in mehreren Preisklassen angeboten wurde, zu einem Nischenprodukt. Die Premiummodelle halten sich. Die günstigen Fahrzeuge, die die Klasse einmal für einen größeren Käuferkreis geöffnet haben, sind immer schwerer zu ersetzen.“

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Via: Autouncle
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. FrankyAC meint

    17.08.2026 um 08:05

    Es gibt doch kaum noch Modelle ohne Dach zu kaufen. Früher gab es von vielen Modellen eine Version ohne Dach. Jedes Modell von Käfer/Golf, Kadett/Astra, Escord/Fokus gab es auch als Cabrio.
    Mit Nischen geben sich Hersteller heute nicht mehr ab und mit schwindendem Angebot sinken auch die Verkäufe, logisch.

    Antworten
  2. Zapastal meint

    14.08.2026 um 19:40

    Wer kauft denn noch Cabrios? Umsonst hat Mercedes seinen CLK und SLK wohl nicht eingestellt. Die Zeit mit tollem Stahldach sind vorbei. Wenn es noch welche gibt, dann mit Ziegenfell Dach wo es reinregnet, selbst bei Porsche.

    Coupes sind genauso aussterbende Gattungen wie insgesamt 2 Türer.

    Antworten
    • M. meint

      16.08.2026 um 19:21

      Ich kenne Cabriofahrer, bei denen es nicht durch’s Dach regnet. Wenn doch, dann nach 10 Jahren ohne Pflege. Das ist halt so, wenn man sich nicht kümmert.
      Hat sich aber sowieso erledigt, wann regnet es im Sommer schon…

      Antworten
      • Fahrer meint

        17.08.2026 um 12:37

        Wassereinbruch beim Cabrio und Panoramadach bei Porsche obligatorische bei manchen Modellen.

        https://www.n-tv.de/ratgeber/Wasser-im-Porsche-womoeglich-bauartbedingt-article11475196.html

        Antworten
        • M. meint

          17.08.2026 um 17:11

          Jetzt musst du nur noch lesen lernen:
          „Das Eindringen von Wasser in einen Porsche Cayenne mit Panoramadach könnte „bauartbedingt“ sein.“
          Ist das ein Cabrio?

          Und der Artikel ist aus 2013. Such doch mal noch was älteres. Am besten gleich was ganz ohne Dach…
          😒

        • Referendar meint

          17.08.2026 um 17:57

          Seit 2012, also ab dem Porsche 991 besteht die Verdeckkonstruktion aus nahtlos ineinandergreifenden Magnesium Segmenten, die mit Textil bezogen wurden und somit optisch wie ein herkömmliches Stoffverdeck wirken.
          Da regnet nix rein.

      • eBikerin meint

        17.08.2026 um 12:39

        Ich kenne einen Cabriofahrer der hat nicht mal ein Dach ;-)

        Antworten
    • South meint

      17.08.2026 um 15:14

      Cabrios sind einfach enorm unpraktisch. Im Winter nicht zu gebrauchen oder eben kalt, und im Sommer auch nur eingeschränkt tauglich, wo man auch gute Wetter braucht, es einen auf die Birne brennt, auch bei verschlossenem Verdeck sehr laut ist, man schlecht fünf Leute mitnehmen/transportieren kann und ja, das Verdeck kann sehr teuer werden, ist nu keine Seltenheit.
      Vor den Klimaanlagen, die heute jeder Kleinwagen drin hat, war das noch irgendwie nett oder eben auch ein kleiner Zeichen von Luxus. Heute ist das einfach nur noch unpraktisch…. und die Kunden sind praxisorientierter geworden.

      Antworten
      • FrankyAC meint

        17.08.2026 um 19:59

        Ich fahre auch bei Minusgraden offen. An einem sonnigen Wintermorgen die kalte Luft genießen – genial! Heizung auf die Füße und Sitzheizung – dann wird es einem nicht mal kalt, im Gegenteil. Nur den Nacken muss ich warm einpacken.

        Und in meinen ollen Roadster regnet es nicht rein, nicht mal in der Waschstraße kommt ein Tropfen durch und er hat nach 28 Jahren immer noch das erste Dach.

        Leider gibt es viele Lifestyle Cabriofahrer, die das Dach immer zu haben. Zu heiß, zu kalt, eine Wolke zu sehen, die Frisur muss sitzen…

        Unpraktisch? Sind alle schönen Dinge des Lebens. ;)

        Antworten
  3. Wolf16 meint

    14.08.2026 um 19:02

    Ich kenne genug Leute die E-Cabrios kaufen wollen, aber Fahrer sind größer 1,90 m und haben Kinder. Wo sind diese Fahrzeuge? Mir würde schon 400 km Reichweite reichen. Der erste Anbieter wird sich vor Aufträgen nicht retten können. Traut EUCH FAHRZEUGHERSTELLER.

    Antworten
    • Ben meint

      17.08.2026 um 05:42

      Warum sollte jemand Fahrzeuge für eine Nische bauen die aufgerundet 0% der Käufer weltweit haben will ?
      Zumal die Autos auch noch teurer in der Versicherung sind.

      Antworten
      • brainDotExe meint

        20.08.2026 um 23:16

        Weil es bisher auch gemacht wurde und auch weiterhin gemacht wird.

        Antworten
  4. M. meint

    14.08.2026 um 17:58

    Hat ja auch keinen Sinn mehr. Bei 25 bis 30°C kann das alles noch funktionieren, aber wer hat schon Lust, sich bei 35 oder 40°C die Birne verbrutzeln zu lassen?

    Antworten
    • CJuser meint

      17.08.2026 um 07:21

      Das Problem lässt sich leider nicht leugnen.

      Antworten
  5. Till meint

    14.08.2026 um 17:08

    Das Cabrio galt Ende des letzen Jahrhunderts als, sportlich, jugendlich und, “ ich habe es geschafft“ Mindset. Ein gesellschftlich-kultureller Wandel sowie die Klimaerhitzung und zunehmend unangenehme Umständelassen wenig Raum für ein eigentlich überflüssiges Konzept.
    Die die Cabrio fahren wollten/wollen haben Eines/gehabt, und sehen zunehmend die Nachteile.
    Man sieht an den Verkaufszahlen, das es überwiegend hochpreisige Fahrzeuge sind, die sich als Cabrio verkaufen. Da steht der Statusgedanke als Kaufargument ganz weit oben; zeigen was man hat.

    Antworten
  6. xordinary meint

    14.08.2026 um 16:30

    Nun ja. Die Zeiten, in denen man sorglos und nur zum Spaß mit dem Auto durch die Gegend gefahren ist, sind halt auch irgendwie allmählich vorbei. Das liegt nicht nur daran, dass man das moralisch eigentlich nicht mehr verantworten kann (da würde ein Elektro ja immerhin Abhilfe schaffen), sondern eben auch daran, dass die Straßen fast immer voll sind und man kaum mehr im ganz eigenen Tempo über die Landstraße cruisen kann.

    Alles hat nun mal seine Zeit, und die der Cabrios (hatte vor langer Zeit auch mal einen Peugeot 206 CC und habe ihn geliebt, obwohl er eine Schrottkarre war!) ist halt doch irgendwie vorbei …

    Antworten
    • CJuser meint

      15.08.2026 um 09:50

      Ich würde nicht gerade behaupten, dass Cabriolets wie Motorräder vorrangig für Spaßfahrten genutzt werden, sondern eben auch normal im Alltag. Je nach Größe und eigenen Bedarf halt als Zweit- oder sogar Erstauto.

      Antworten
  7. Stefan meint

    14.08.2026 um 14:32

    Wie groß könnte der Cabrio-Markt werden, wenn es neue Cabrios im Bereich 30.000-45.000 Euro gäbe?
    Der Cyberster steht ab 65.490 EUR im Konfigurator.

    Antworten
    • Jeff Healey meint

      16.08.2026 um 12:17

      So ist es.
      Es gibt schlicht und einfach keine passablen Angebote.
      Weil die Industrie entweder nur noch den hochpreisigen Premium Bereich bedient, oder andererseits stur auf Kostenreduzierung durch Plattform-Reduzierung bedacht ist.
      Hätte es etwas vergleichbares gegeben wie zum Beispiel das alte Smart Roadster Coupe in einer modernen elektrischen Variante und auch bezahlbar, dann würde ich heute bestimmt kein SUV fahren.

      Antworten
    • Calimator meint

      17.08.2026 um 09:12

      Bei den Verbrennern gibt es für den Preis fast nur noch den Mazda MX5 und der ist längst kein Verkaufsschlager mehr, obwohl er einen sehr guten Ruf und eigentlich keine Konkurenz mehr hat. Nachgefragt werden SUV und die werden auch immer mehr angeboten.

      Auch Kombis, Kleinbusse und Limousinen verschwinden zunehmend vom Markt. Bsp. Opel Insignia, Ford Mondeo, VW Touran, VW Jetta, Opel Zafira,…

      Antworten
  8. CJuser meint

    14.08.2026 um 14:03

    Leider wird es darauf hinauslaufen, dass Cabrios nur noch in den gehobenen Preisklassen zu finden sein werden. Da lässt sich dann zumindest noch ein bisschen Gewinn erzielen. Mir würde dagegen schon reichen, wenn bspw. beim Cupra Born und ID.3 ein Panorama-Schiebedach optional verfügbar wäre und hoffe inständig auf eine Rückkehr beim ID. Golf.

    Antworten
    • THeRacer meint

      17.08.2026 um 09:36

      … ein „SpiegeleibräterCeranfeld“, das sich nicht öffnen lässt, ist für mich völlig inakzeptabel und ein Ausschlussgrund. Hoffe i3neu, eCLA und eC-Klasse bieten das zukünftig. Dann bleiben sie für 2027 für mich im Rennen. 😉😎
      … sonst der Cyberster mit Ladeleistungs-Update. …

      Antworten
      • CJuser meint

        18.08.2026 um 08:55

        Nope. Keines der genannten Modelle wird es haben.

        Antworten
  9. eBikerin meint

    14.08.2026 um 13:50

    Ich weiss ich wiederhole mich – aber der MG Cyberster sieht wirklich gut aus. Wundert mich schon, dass da so wenige verkauft werden, da der ja eigentlich Konkurrenzlos ist.

    Antworten
    • CJuser meint

      14.08.2026 um 14:12

      Ich finde den auch ganz gut gelungen. Denke aber, und das kann ich durchaus verstehen, das Problem ist, dass in einem solchen Fahrzeug nichtmal genug Platz für einen Urlaub zu zweit hast. Ergo, sollte das BMW i4 Cabriolet hier erfolgreicher werden.

      Antworten
    • Kingofbee meint

      14.08.2026 um 20:17

      Reichweite und Ladeleistung damit wird es nichts mit einer spontanen Ausfahrt oder WE Trip.

      Antworten
      • eBikerin meint

        17.08.2026 um 08:10

        507 km WLTP – wie weit sind denn bei dir die spontanen Ausfahrten oder der WE Trip? Damit kommst du zB mit einer Kaffeepause am Brenner problemlos von München an den Gardasee. Ist so ein typischer WE Trip für Münchner. Ich nenne mal spontane Ausfahrten die ein Münchner damit problemlos machen könnte und entweder ohne zu laden zurück kommt, oder halt am Ziel am Schnarchlader nachläd: München nehme ich halt als Beispiel.
        Bodensee, Chiemsee, Starnberger See, Zugspitze, Innsbruck, Salzburg, Pilsen etc etc etc . Frage nochmal: wie weit sind bei dir spontane Ausfahrten?

        Antworten

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