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Reparaturen bei E-Autos: Das treibt die Kosten laut der Allianz

17.08.2026 in Technik von Thomas Langenbucher | 12 Kommentare

Mercedes-EQB-1.-Generation

Bild: Mercedes‑Benz (Symbolbild)

Die Reparaturkosten von Elektroautos sind nach Unfällen nicht automatisch höher als bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Wie Carsten Reinkemeyer vom Allianz Zentrum für Technik (AZT) dem Portal Firmenauto.de sagt, ist primär das geringere Fahrzeugalter der Elektroauto-Flotte für höhere Kosten verantwortlich. Da die Population der batterieelektrischen Fahrzeuge im Durchschnitt deutlich jünger sei, führe dies einerseits zu einem anderen Meldeverhalten und andererseits zu höheren Reparaturgrenzen sowie Totalschadenkosten.

Ein weiterer Kostentreiber sind die Stundensätze in Markenwerkstätten, die laut Allianz-Studien knapp 50 Prozent über denen markenungebundener Betriebe liegen können. Eine Gegenüberstellung vergleichbar junger Fahrzeuge bestätigten den Alterseinfluss. Die Ersatzteilpreise für Elektroautos sind dem Experten zufolge nicht generell teurer, Bauteile wie Stoßfänger bei gleichem Segment und Hersteller gleich teuer. „Einen recht kleinen Einfluss sehen wir bei den Freischaltkosten, wenn bei einer Reparatur die HV-Anlage (Hochvoltanlage, d. Red.) einbezogen werden muss“, erklärt Reinkemeyer. Das sei aber nur in einer kleinen Anzahl der Fälle überhaupt erforderlich.

Die Hochvolt-Batterie kann jedoch zum entscheidenden Kostenfaktor werden, insbesondere bei Unterbodenschäden. Je nach Schutzplatte des Gehäuses und vorhandenen Reparaturlösungen der Hersteller können laut dem Fachmann die Kosten zwischen unter 1000 Euro und bis zu 29.000 Euro liegen. Schwierigkeiten entstehen zudem bei der Diagnose vor Ort oder der Wahl der Abstellfläche, da hier oft Wissen fehlt und Gefährdungsvermutungen zu unnötigen, teuren Maßnahmen führen können. Unabhängige Werkstätten sind durch fehlende Diagnoseumfänge der recht hohen Frequenz neuer Marken und Modelle benachteiligt.

In einer Untersuchung von Abschlepprechnungen hat das AZT gegenüber einem Durchschnittspreis bei konventionellen Antrieben „erhebliche Kostenerhöhungen“ gefunden, berichtet Reinkemeyer. Oft wird demnach die Dauer des gesicherten Abstellens der Fahrzeuge „maßlos überzogen“. Erste Hersteller wie VW und BMW hätten darauf reagiert und die initiale Quarantänezeit unter Überwachung der Batterietemperatur auf 24 Stunden reduziert. Die Temperatur dient als wichtiger Indikator für mögliche kritische Reaktionen im Akku.

Zur Senkung der Kosten sind Reinkemeyer zufolge objektive Informationen, regelmäßige Schulungen und eine bessere Ausbildung notwendig, um Ängste vor seltenen Gefahren zu reduzieren. Zudem sei ein Schutz des Batteriegehäuses gegen Unterbodenschäden wichtig. Ein Problem bleibe die teilweise notwendige pauschale Reparatur durch Austausch der Batterie. Um wirtschaftliche Totalschäden zu vermeiden, sollten Hersteller reparaturfreundliche Lösungen oder zeitwertgerechte Austauschbatterien anbieten.

„Es ist für uns alle sehr wichtig, dass es für alle Batterien einfache und kostengünstige Reparaturmöglichkeiten gibt“, so Reinkemeyer. „Denn am Ende bezahlt für Versäumnisse bei der Reparaturfreundlichkeit nämlich immer unser gemeinsamer Kunde.“

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Via: firmenauto.de
Tags: Batterie, Kosten, ReparaturUnternehmen: Allianz
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Jensen meint

    17.08.2026 um 16:42

    Die Versicherungswirtschaft, Hersteller, Gutachter und die Werkstätten sind die Profiteure in diesem Spiel, welches selbstverständlich von den Versicherungsnehmern bezahlt wird. Unfälle und deren Reparatur bzw. deren Abrechnung sind auch ein wichtiges Standbein für Autovermietungen und Leasinggeber.

    Antworten
  2. Htr35 meint

    17.08.2026 um 16:07

    @South auch deshalb fahre ich unseren Ibiza tdi seit 24 Jahren. Mit SFK 25 kostet der 180€ im Jahr und hat bei Bedarf auf Langestrecke richtig viel Power und kurze Fahrzeiten (kein Vergleich zum teuren Eauto).
    Reparaturen sind extrem günstig und die Teile sind hervorragend verfügbar.

    Antworten
    • Yoyo meint

      17.08.2026 um 18:02

      Ja Diesel-Dieter, und in 14 Stunden zum Gardasee ohne Tanke und ohne Pipipause. *gähn*

      Antworten
    • South meint

      17.08.2026 um 20:23

      Ahhhh Geil. Wie man sich die Welt halt zurechtbiegt. Ich fahre halt für 2€ auf 100km und du hast halt trotz deiner PV ein Herz für bedürftige Ölkonzerne und zahlst 12€. Dann zahlst du KFZ Steuer so 200€. Dann brauche ich die hervorragend verfügbaren Teile gar nicht… die du ja trotzdem bezahlen und einbauen musst….
      Der Rest hat auch nix mit eAutos zu tun, die SF ist persönlich und ob man nun auf sehr alte Technik steht ist halt Geschmackssache, ich hätte mir, egal welchen Antrieb, mal ein neueres Fahrzeug mit zeitgemäßer Technik gekauft, was auch eher das normale Nachfrageverhalten ist, den alt ist eben nicht automatisch billig, den da fallen ja die meisten Reparaturen bis zum wirtschaftlichen Totalschaden an.
      Ich bin jetzt meinen ID.3 fast sechs Jahre lang mit guten Assistenzsystemen und sehr günstigem Unterhalt gefahren. Eine ganz andere Liga vom schöneren Fahren, insbesondere auf Langstrecke, kein Vergleich mit deinen alten Teile. Da bereue ich gar nix, den ich bin deutlich besser und günstiger gefahren, als mit einem vergleichbaren Verbrenner.
      Denk das nächstemal beim Tanken an mich. Du bist deutlich schlechter mit deinen alten Autos gefahren, als du das damals geschätzt hast…. ;-)
      Aber. Hast weil du nur von deinem alten Ibiza sprichst, was ist denn aus deinem Golf geworden?

      Antworten
      • Htr35 meint

        18.08.2026 um 13:09

        Wieviel Geld hast du die letzen 24 Jahre für Leasing und den Autokauf ausgegeben?
        Gerade heute fährt der tdi viel entspannter und schneller Langstrecke ohne diesen Klingelkram. Ein Eauto wäre hier eine deutliche Verschlechterung. In der Stadt allerding kannst du die Vorteile des Eauto gut nutzen. Ich meide aber Grundsätzlich das rumstehen in der Stadt zudem Pendle ich nicht auf Arbeit.
        Als nächstes Auto kaufe ich ein Eauto nur das du Bescheid weißt.

        Antworten
    • A124 meint

      18.08.2026 um 10:15

      Vergleichen Sie doch bitte nicht Äpfel mit Birnen. Ein 24 Jahre altes Auto ist nicht vergleichbar mit neuen Fahrzeugen, übrigens egal, welchen Antrieb es hat. Auch ein vergleichbarer Verbrenner ist teuer.
      „Reparaturen sind extrem günstig“ – ja, beim neuen BEV auch, denn da gibt es keine oder die fallen zunächst in die Garantie, wie eben auch bei allen anderen neunen ICE Fahrzeugen.
      Wenn Sie dann aber doch die „richtig viel Power“ des alten TDIs im Vergleich zum BEV anbringen, rate ich Ihnen, einmal ein BEV zu fahren. Dann sehen Sie, wie sich „richtig viel Power“ wirklich anfühlt.

      Antworten
    • Halber Akku meint

      18.08.2026 um 13:46

      180,– € ? Viel zu teuer. Für meinen Scirocco GT 2, den ich seit 29 Jahren fahre (35 Jahre alt) zahle ich für Haftpflicht, Teil- und Vollkasko nur 125,– € im Jahr. Der hat auf Langstrecke auch richtig viel Power. 500 Kilometer am Stück kann man problemlos durchbrettern. Wenn ich spätestens nach 250 nicht immer Pause machen müsste… Daher bevorzuge ich seit Jahren für so etwas in erster Linie ein vollelektrisches Fahrzeug. Die gesparten Energiekosten dienen unter anderem dem Erhalt des Oldtimers. Nebenbei bedanken sich bei mir die Umwelt, meine Kinder und das gute Gewissen. Und bevor ich es vergesse: Danke im voraus auch schon für das Jahr 2027 für die Mitfinanzierung meiner THG Prämie!

      Antworten
    • MK meint

      20.08.2026 um 17:09

      @Htr35:
      Die „richtig viel Power“ sind dann wenn ich das richtig sehe 235 Nm in dem Moment, wo man ganz exakt 1.900 Umdrehungen pro Minute trifft. Mein Elroq z.B. (nicht die „Sportsline“, sondern der ganz „normale“) hat 550 Nm Drehmoment…immer, egal bei welcher Drehzahl ohne Kraftunterbrechung für einen Schaltvorgang durchgehend von 0 km/h bis über 180 km/h. Und länger geworden sind meine Fahrzeiten durch den Umstieg auch nicht.
      PS: BEV sind dafür steuerfrei, Sie bekommen mehrere hundert Euro THG-Prämie bar ausgezahlt und im Kauf längst billiger oder maximal gleich teuer wie ein vergleichbarer Verbrenner.

      Antworten
  3. South meint

    17.08.2026 um 14:06

    Das größte Problem ist, dass, egal ob eAuto oder Verbrenner, nicht nur die Fahrzeuge deutlich teurer wurden, sondern auch die Reparaturen. Wer also z.B. vor sieben Jahren eine KFZ Versicherung abgeschlossen hat ist deutlich besser dran, als wenn man das heute abschließen würde. Natürlich ist alles nen Schnaps teurer geworden und heute sind auch viel mehr Sensoren verbaut, aber hauptsächlich zocken die Autohersteller die Kunden und die Versicherungen bei Reparaturen so richtig ab, denn die gegnerische Versicherung muss ja zahlen. Das hat die Prämien verdoppelt und zum Teil verdreifacht. Hat einer also keine Bestandsversicherung, dann wird’s so richtig teuer. Die junge Generation erwischt es so richtig, denn haben keine SF Rabatte und müssen bei einer neuen Versicherung gleich nochmal ordentlich drauflegen. Ein neuer Autofahrer ID.3 ohne Prozente, da ist man bei 4-5T€ im Jahr.
    Wir hatten bei kleinen ID.3 einen superkleinen Parkrempler von einem anderen Auto, ein Kratzer ein paar Zentimeter und die Felge winziger Kratzer, was ich zuerst bei VW reparieren lassen wollte, denn das Auto mit unter 5 Jahren relativ Neu. Schaden knapp 5T€ ! Da habe ich lieber das Geld genommen…

    Antworten
    • MK meint

      17.08.2026 um 20:21

      @South:
      Also ich weiß ja nicht…ich habe einen Elroq 85 für 45.000 km im Jahr Vollkasko mit Schutzbrief und drei Jahre Neupreiserstattung für rund 1.400 € im Jahr versichert. Und zwar mit einstelliger SF-Klasse und ohne Garage und Nicht-öffentlicher Dienst. Dank Telematik-Tarif dürfte es nächstes Jahr noch mal günstiger werden (mein persönlicher Rabatt steigt dann von 5% auf 17%). 4.000 bis 5.000 € für einen ID.3 halte ich da also für unrealistisch.
      Deswegen habe ich es mal eingegeben: Ich habe behauptet, ich würde jetzt einen neuen ID.3 GTX auf mich zulassen wollen, hätte kein Wohneigentum, keinen festen Stellplatz, noch nie ein Auto versichert und den Führerschein weniger als 3 Jahre. Werkstattbindung habe ich abgelehnt (macht alleine 500 € Mehrpreis), Selbstbeteiligung bei Vollkasko-Schäden maximal 150 e, bei Haftpflicht oder Teilkasko-Umfängen gar keine SB usw….also alles aufs teuerst mögliche eingestellt…und selbst so bin ich nicht an die 4.000 € heran gekommen…und wenn ich mich mit Telematik einverstanden erkläre, bekomme ich auf Verdacht erstmal 5% als Mindestrabatt.

      Antworten
    • Merlin meint

      18.08.2026 um 13:03

      Das ist Quatsch, mein Sohn hat mit 21 Jahren den Raval ab Oktober im Leasing und soll 1200€ Versicherungsprämie bezahlen (VK mit 300€ SB und GAP Deckung bei 15T km)…SFK ist 1/2…vielleicht liegts auch am Auto, wobei der hat ja 211PS…

      Antworten
    • Referendar meint

      18.08.2026 um 14:22

      Also, bei einem bekannten Vergleichsportal kostet für den ID.3 eine VK500, TK150 Versicherung für einen absoluten Führerscheinneuling ohne SF um die 1100 – 1200€ im Jahr.
      Wie man da auf 4 – 5000 kommt ist mir ein Rätsel

      Antworten

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