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Batterie-Experte: Europas Industrie läuft Asien hinterher

17.08.2026 in News & Trends von Thomas Langenbucher | Kommentieren

PowerCo-Akkuproduktion

Bild: Volkswagen AG (Symbolbild)

Die europäische Batterieindustrie steht vor der Herausforderung, den technologischen Vorsprung asiatischer Akteure aufzuholen. Heiner Heimes, Professor am Lehrstuhl „Production Engineering of E-Mobility Components“ (PEM) der RWTH Aachen, beschreibt im Gespräch mit der Automobilwoche die aktuelle Situation.

Bei einem Besuch in einer europäischen Batteriefabrik eines asiatischen Zellherstellers stellte Heimes fest, dass die Produktionsanlagen fast ausschließlich aus asiatischer Anlagentechnik bestehen. Obwohl das Unternehmen Akkus in Europa produziert, stammte die Technik aus dem asiatischen Markt. Auch bei den Vorprodukten und dem Personal zeigte sich eine starke Abhängigkeit von Asien. Dennoch könnten die Batteriezellen unter Umständen mit dem Label „Made in Europe“ versehen werden, was für eine mögliche Förderung auf EU-Ebene relevant wäre.

Ein weiterer Aspekt ist die Wahrnehmung der europäischen Infrastruktur durch asiatische Fachkräfte. Im Gespräch mit Mitarbeitern, die nur für ihren Job nach Europa gekommen sind, wurde deutlich, dass die Infrastruktur hierzulande – von Straßen über Autos bis hin zu Hotels – als veraltet wahrgenommen wird. Die Arbeiter streben eine Rückkehr in chinesische Großstädte an, da dort die neueste Technologie verfügbar sei.

Die Entwicklung neuer Zelltechnologien vom Labor bis zur industriellen Fertigung dauert in Deutschland Jahre. Unternehmen wie der chinesische Akku-Riese CATL können neue Konzepte deutlich schneller industrialisieren. Um diesen Rückstand zu verringern, arbeiten der PEM-Lehrstuhl der RWTH Aachen und weitere Institute an einer europäischen Batterieforschung. Die Forschungsfertigung Batteriezelle (FFB Fab) in Münster, deren Richtfest Mitte Juli stattfand, wird hierbei von Heimes als bedeutende Einrichtung für die Forschung bezeichnet.

Ein positiver Trend ist laut dem Branchenkenner die steigende Nachfrage nach Batteriezellen mit einer vollständig europäischen Wertschöpfungskette, selbst wenn diese teurer sind oder eine längere Entwicklungszeit benötigen. Dennoch bleibt der Aufbau von Fabriken ohne asiatische Technik schwierig, da Unternehmen zur Risikominimierung meist auf etablierte Anlagen setzen, die oft aus Asien stammen.

Heimes plädiert dafür, dass staatliche Fördermechanismen darauf ausgerichtet sein sollten, die finanziellen Risiken der Zellproduktionen abzufangen. Die Unternehmen gingen das Wagnis schließlich auch im europäischen Interesse ein. Da der Aufbau des technologischen Vorsprungs ein „Marathon“ sei, der deutlich länger als zwei bis drei Jahre dauere, sei eine kontinuierliche Förderung notwendig.

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Via: Automobilwoche (kostenpflichtig)
Tags: Batterie, Förderung, Forschung, ProduktionAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

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