Der chinesische Stromer-Riese BYD plant offenbar die weltweite Nutzung der Technologie seines „Kei-Cars“ Racco. Die für Kleinstwagen optimierte E-Antriebstechnik, die ursprünglich für den japanischen Markt entwickelt wurde, soll künftig auch in anderen Regionen wie Europa zum Einsatz kommen. Das schreibt das chinesische Portal Nikkei.
Im Zentrum steht demnach BYDs selbst entwickeltes „X-Pack“-Batteriesystem. Dieses integriert wesentliche elektrische Komponenten wie den Wechselrichter direkt in das Batteriepaket und platziert das gesamte System unter dem Fahrzeugboden. In herkömmlichen Konstruktionen befinden sich solche Bauteile meist im vorderen Bereich des Fahrzeugs unter der Motor- beziehungsweise Fronthaube, was bei Kleinstwagen den Innenraum sowie die Knautschzone einschränkt.
Durch die Integration der Komponenten hilft X-Pack dabei, Passagierraum und Crash-Sicherheit innerhalb der engen Dimensionen von Kei-Cars auszubalancieren. Japanische Vorschriften begrenzen diese dort sehr beliebten Fahrzeuge auf eine Länge von 3,4 Metern, eine Breite von 1,48 Metern und eine Höhe von 2 Metern.
Der Racco kam im Juli in Japan auf den Markt. Er misst 3395 Millimeter in der Länge, 1475 Millimeter in der Breite und 1800 Millimeter in der Höhe. Die Basisversion nutzt eine 22,4-kWh-Batterie für 210 Kilometer WLTC-Reichweite, höherwertige Versionen haben ein 35,84-kWh-Akkupack für 320 Kilometer.
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Die Europäische Union will eine neue Fahrzeugkategorie einführen, die sich an den japanischen Kei-Car-Standards orientiert. Fahrzeuge dieser Art mit rein elektrischem Antrieb könnten in der EU von Subventionen und regulatorischen Erleichterungen profitieren.
Für BYD könnte dem Bericht zufolge das Werk in Ungarn, dessen reguläre Serienproduktion ab diesem Jahr geplant ist, als Basis für Modelle im Kei-Car-Stil in Europa dienen. Eine lokale Fertigung würde helfen, die Auswirkungen der EU-Zölle auf E-Auto-Importe aus China zu reduzieren. Auch Märkte in Südamerika und Südostasien gelten als potenzielle Abnehmer für besonders kompakte Stromer.


Daniel S meint
So ein Kleinstwagen würde mich sehr interessieren.
David meint
Könnte. Nur wenn sie in Europa bauen, mit unseren Bestimmungen zur Arbeitnehmerrechten, zu Umwelt- und Arbeitsschutz, nach EU-Recht homologiert, mit EU-Zulieferern und mit Mehrwertsteuer, dann sind diese Autos auch gar nicht mehr so günstig.
Tim Leiser meint
Nehm ich