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Mercedes richtet Elektroauto-Strategie stärker an Stammkunden aus

31.08.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 25 Kommentare

Mercedes-C-Klasse-elektrisch

Bild: Mercedes‑Benz

Mercedes-Benz rückt bei seinen Elektroautos optisch näher an die konventionell angetriebenen Baureihen heran. Während frühe Stromer wie EQS und EQE bewusst eigenständig gestaltet wurden, sollen künftige Elektro- und Verbrennermodelle deutlich ähnlicher auftreten. Hintergrund ist laut CEO Ola Källenius, dass die Elektromobilität zunehmend im Massenmarkt ankommt.

„Mit den ersten Elektrofahrzeugen, die auf den Markt kamen, haben wir neue Käufer für die Marke gewonnen. Vielleicht haben sie Mercedes erst später im Leben schätzen gelernt“, so der Vorstandsvorsitzende in einem Interview mit Autocar. „Die traditionellen Mercedes-Kunden steigen nun ebenfalls ein. Aber wenn sie weiterhin einen Hightech-Verbrennungsmotor wünschen, können wir das bieten. Das ist kein Problem. Die Kunden entscheiden selbst, wann sie umsteigen möchten.“

Die vollelektrischen EQS und EQE sowie ihre SUV-Ableger folgen weiterhin einer eigenständigen, stark aerodynamisch geprägten Designsprache und heben sich damit klar von den Verbrennern S- und E-Klasse sowie GLS und GLE ab. Mit den neuen Elektro-Versionen von GLC und C-Klasse (Artikelbild) leitet Mercedes jedoch einen Strategiewechsel ein: Künftig soll sich die Wahl stärker auf den Antrieb konzentrieren, während das Fahrzeugkonzept und die Optik weitgehend übereinstimmen.

Mercedes setzt auf Architekturstrategie

Technisch bleibt die Trennung bestehen. Die EQS– und EQE-Limousinen sowie -SUVs basieren auf der Electric Vehicle Architecture 2 (EVA2). Der neue CLA nimmt eine Übergangsrolle ein: Der Mittelklassewagen löst sich bereits von der eigenständigen „One-Bow“-Optik von EQE und EQS und nähert sich mit klassischeren Proportionen wieder stärker der übrigen Mercedes-Modellpalette an. Zugleich ist er das erste Modell auf der Mercedes Modular Architecture (MMA), die primär für kompakte und mittelgroße Elektrofahrzeuge entwickelt wurde, aber auch Mildhybridantriebe ermöglicht.

Die rein elektrischen Varianten von GLC und C-Klasse nutzen dagegen die Mercedes-Benz Electric Architecture (MB.EA), während die Verbrenner-Versionen auf anderen Plattformen aufbauen. Für besonders leistungsorientierte Elektroautos hat Mercedes-AMG mit der AMG.EA zudem eine eigenständige Elektroauto-Architektur entwickelt. Auf ihr entstehen die ersten von Grund auf als elektrische AMG-Modelle entwickelten Fahrzeuge.

„Der Schlüssel liegt in einer durchdachten Architekturstrategie“, sagte Konzernchef Källenius. „Wenn jede Schraube und jede Mutter an jedem einzelnen dieser Fahrzeuge neu wäre, wäre das niemals zu schaffen. Verfügt man jedoch über eine modulare Strategie und eine Strategie für die Betriebssystemplattform – also das gesamte Gehirn und das zentrale Nervensystem des Fahrzeugs –, muss man nicht jedes Mal von Grund auf etwas Neues entwickeln.“

Während Källenius der Ansicht ist, dass die Branche auf dem Weg zur Elektrifizierung „die Wende geschafft“ habe, räumte er ein, dass „der Verbraucher noch nicht ganz so weit ist“. Der Mercedes-Boss erklärte, sein Unternehmen sei von seinem Endziel, ausschließlich Elektrofahrzeuge anzubieten, „nicht abgewichen“, habe aber auch sein Bekenntnis zu „hochmodernen elektrifizierten Verbrennungsmotoren“ nicht aufgegeben.

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Via: Autocar
Unternehmen: Mercedes-AMG, Mercedes-Benz
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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Sirius42 meint

    01.09.2026 um 09:23

    Das Design der C-Klasse ist einfach nur schrecklich.

    Antworten
  2. Tesla-Fan meint

    01.09.2026 um 08:18

    Mercedes richtet sich also auf seine Stammkunden aus. Interessant.
    Mercedes wird also, wie seine überwiegend älteren Stammkunden, in den nächsten Jahren wegsterben.
    Klasse Strategie!

    Antworten
    • brainDotExe meint

      01.09.2026 um 11:44

      Was ist mit den jungen Stammkunden, die nachkommen?

      Antworten
      • Future meint

        01.09.2026 um 15:53

        Wo sind denn die jungen, wenn da immer weniger »nachkommt«?
        Viele kriegen vielleicht auch einfach ein anderes Auto zum 18. Geburtstag geschenkt oder wollen lieber zum Work and Travel nach Australien.

        Antworten
  3. cbzac meint

    31.08.2026 um 15:19

    Das klingt zwar wie eine nachträgliche Entschuldigung für vorangegangene Irrwege, aber immerhin hat Mercedes jetzt einen guten Kurs eingeschlagen. Schon beim CLA ist der EQ einfach die bessere Wahl und den CLA AMG gibts auch erst mal nur elektrisch.
    Noch deutlicher zeigt die C-Klasse die Entwicklung: Während die elektrische C-Klasse mit neuem Design deutlich moderner wirkt bringt sie nebenbei auch viel mehr Nutzwert mit: 570l Kofferraum (mit Frunk) sind familientauglich, die 315l der Plug-In-Hybrid–Klasse dagegen nicht.
    Nur wer eine EInstigsmotorisierung wählt spart beim Verbrenner was und leider gibts vom elektrischen C kein T-Modell.
    Der EQE dagegen war einfach ein schlechtes Design – bei der Größe nur 430l Kofferraum und keinen Frunk unterzukriegen engt den Käuferkreis aus den Wenigen, denen die Form gefällt noch deutlich weiter ein.

    Antworten
  4. Michael meint

    31.08.2026 um 14:56

    Ich glaube das Designversagen von Mercedes und VW beim Umstieg zu Elektro muss endlich aufgearbeitet werden. Weltweit erfolgreiche Modelle wurden nur wegen einem neuen Antrieb ein neues unbekanntes Aussehen verpasst und damit etablierte und auch neue Käufer verprellt. Da hilft dieses hilflose „wir dachten die Elektro Deppen wollten so bescheuerte Designs und billiges Aussehen“ auch nicht mehr.

    Antworten
    • NeutralMatters meint

      31.08.2026 um 15:04

      Wobei die aktuellen/neuen Modelle nochmals billiger aussehen, als EQE und EQS – es ist erschreckend, wie sich eine ehemals eher noble Marke in den Abgrund selbst führt.

      Antworten
      • M. meint

        31.08.2026 um 16:57

        Außen finde ich die Autos ganz ansprechend, da stört mich eigentlich nur diese ständige Interpretation des Mercedes-Sterns.
        Innen ist das grausam, diese senkrechte Wand aus Displays. Da ist der Designer morgens um 9:00 nach Hause gegangen und kam nie zurück.

        Antworten
        • NeutralMatters meint

          01.09.2026 um 07:27

          Wenn man von weitem die aktuellen Autos anschaut, ok, dann sind sie soweit in Ordnung, aber wie du schon sagst, im Detail wirds peinlich, außen und innen noch mehr. Ich hätte es nie gedackt, dass Fensterhebertasten bei Mercedes eingespart werden müssen, wie beim CLA und ja, auch das lieblose Brett vorne, die billigen Lüftungsdüsen und das ganze Bling-Bling.

    • David meint

      31.08.2026 um 15:32

      Da heult der Tesla Fan. Klar, das Design der Tesla ist als Design gar nicht zu bezeichnen. Das ist eher ein Design-Unfall. Aber du hast sicher schon die ersten Zulassungszahlen gesehen. Nach dem Desaster-Juli scheint auch der August bei Tesla gar nicht mal so gut zu laufen…Mercedes hatte sicher mit EQE und EQS nicht den richtigen Riecher. Aber die neuen Modelle sind überzeugend und die Zulassungszahlen beweisen das. Bei VW ist es so, dass sie den europäischen BEV Markt dominieren. Viel mehr als bei den Verbrennern. Da sprechen die Zahlen einfach für sich. Ganz im Gegenteil: wir fahren ja unter anderem den ID.Buzz, ein Auto, das auch heute noch Anderen ein freundliches Lächeln ins Gesicht zaubert. So etwas musst du erst mal erschaffen!

      Antworten
      • South meint

        31.08.2026 um 16:22

        Alter, wie man nur so offen Schmarrn reden kann, ist ja schon fast peinlich. Der ID Buzz blieb weit hinter den Erwartungen zurück… das Stammwerk in Hannover musste drosseln, sogar teilweise pausieren… in den USA wurde der Buzz sogar teilweise vom Markt genommen…viel zu teuer, zu geringe Reichweite und Ladeleistungen…es wird gemunkelt, dass er so schnell es geht auf SSP umgestellt werden muss, denn man bringt sogar die mauen Stückzahlen nur schwer in den Markt…

        Antworten
        • David meint

          31.08.2026 um 18:57

          Diese angeblichen Markterwartungen sind aus einer Zeit vor der Produktion, als alle hier an einen schnelleren Durchbruch des Elektroautos dachten und Tesla 20 Millionen pro Jahr verkaufen wollte. Die realistischen Zahlen passen für den ID.Buzz und Werksferien sind Werksferien. In den USA ist die Lage für Importe schwierig, aber da gibt es ihn wieder. Schauen wir auf den abgelaufenen August in Norwegen, dann sehen wir ihn auf Platz 1. Und die Tesla sind irgendwo ganz weit hinten.

        • South meint

          01.09.2026 um 17:00

          Ne, das geht es schon um mehr als nur ein paar Schwankungen in der Planung und Markterwartungen und mit Werksferien hatten der Produktionsstop gar nix tun…
          Das Produkt ist einfach nicht marktgängig für die alte Technik und den königlichen Preis, viele stören sich auch an dem Design…
          Und die eMobilität wächst ausgezeichnet, auch ohne Buzz…
          Ich Zitiere mal…“Mit einem Einstiegspreis von knapp 50.000 Euro konkurriert dieser Elektro-Van mit echten Premium-Autos. Doch im Hinblick auf Reichweite und Ausstattung bietet er oft nur begrenzte Vorteile.“
          … und ich würde sagen, dass ist sogar eine eher wohlwollende Kritik…

      • NeutralMatters meint

        31.08.2026 um 16:33

        Na, bei dir ist aber auch alles „Tesla“, das nimmt ja schon Züge der Tesla-Hardliner hier an – da scheint ihr ziemlich stark der gleichen Marke anzuhängen.

        Antworten
        • David meint

          31.08.2026 um 19:02

          Ich verrate dir mal ein „Geheimnis“: ich heiße David, weil der Goliath eine Majorität eingeschworener Tesla Fans in den Kommentarbereichen war. Davon ist nichts mehr zu sehen. Alle Betreiber haben in der Eskalation stärker moderiert und stärker beschränkt. Das nutzte mir. Denn auf der Sachebene habe ich die Lufthoheit. Und alle orientieren sich an mir, zum Beispiel du.

        • NeutralMatters meint

          01.09.2026 um 09:56

          Ich glaube nicht, dass ich mich an dir orientiere. Wenn du das denkst, dann aus Selbstüberschätzung. Bei dir sollte man mehr die Moderation dazuholen.

      • Matthias meint

        31.08.2026 um 22:51

        Dieser Dauermotz-Teslaprügel-Account David nervt nur noch.

        Antworten
      • Future meint

        01.09.2026 um 08:32

        Der Buzz ist wohl so erfolglos, weil er für die VW-Kundschaft nicht langweilig genug aussieht. Da hat VW einen großen Fehler gemacht. Für neue Kunden passt das Preis-Leistungsverhältnis vermutlich nicht. VW sollte sich wieder mehr um seine Zielgruppen kümmern, damit die Werke nicht alle geschlossen werden müssen.

        Antworten
    • South meint

      31.08.2026 um 16:09

      Mja, schon etwas derb ausgedrückt, aber stimmt im Kern. Man hat so getan, als ob eAutokäufer keinen „normalen“ Käufer der Marke wären, sondern Aliens. Auch NeutralMatters kann ich nur beipflichten. Die Wertigkeit vorallem innen, mal ein Markenzeichen von deutschen Modellen, ist sogar unterdurchschnittlich geworden, da sind chinesische Modelle mittlerweile wertiger. Die Hersteller haben die Kosten aus dem Ruder laufen lassen und dafür überall anders dann gespart… da reden alle immer von Software, aber auch bei der Wertigkeit besteht mittlerweile ordentlicher Aufholbedarf…

      Antworten
  5. Futureman meint

    31.08.2026 um 12:01

    Da sie es nicht mehr schaffen, neue Kunden zu gewinnen, versuchen sie wenigstens Stammkunden zu halten. Der mögliche Markt wird schon als Ziel immer kleiner gezogen. Das klingt ja schon fast nach Aufgabe.

    Antworten
    • brainDotExe meint

      31.08.2026 um 15:53

      Es war ja auch nicht das Ziel von Mercedes neue Kunden zu gewinnen, sondern den wechselwilligen Bestand abzuholen.
      Man hat sich halt überschätzt und dachte Effizienz wäre wichtiger als Optik.
      Das hat die Kundschaft gerügt und man hat zum Glück wieder zu alten Tugenden gefunden.
      Beim Auto ist es halt eben oft Function follows Form.

      Antworten
    • wosis meint

      31.08.2026 um 16:28

      Mercedes liegt aktuell mit +47.1% im plus bei E-Autos für 2026. Dabei sind ersten die C-Klassen noch gar nicht ausgeliefert und der GLC erst im ramp-up-

      Antworten
    • M. meint

      31.08.2026 um 17:01

      Guter Hinweis.
      Es gibt ja eine Marke, die tut alles, um in bestimmten Kundenkreisen zu fischen:
      https://www.it-boltwise.de/elon-musks-afd-unterstuetzung-auswirkungen-auf-tesla-in-deutschland.html
      Nicht nur, dass das viel besser zur eigentlichen Weltsicht dieses alten, weißen Mannes passt, die Vermutung war sicher auch, dass die Versorgung dort noch nicht ganz gesättigt ist, wie das in anderen Kundenkreisen wahrscheinlich so ist.

      Antworten
  6. South meint

    31.08.2026 um 11:53

    Es geht nicht primär darum das Design an „konventionell“ angetriebene, sprich Verbrenner, anzupassen, denn es gab nie ein Verbrennerdesign, sondern eben ein Markendesign. Ein enormer Unterschied.
    Es war eben eine falsche Ausrichtung, die eAutos eben mit einem Extra- meist Fancy Design und Namen zu versehen. Das hört sich immer so nett an, kaschiert aber eher eine falsche Managemententscheidung. eAutos wären deutlich schneller erfolgreicher gewesen, hätte man diese Fehlentscheidung nicht getroffen oder man wollte das sogar. Man wollte damals bewusst Verbrenner und eAutos nicht in einem Topf werfen. Am krassesten war der i3 …. so einen, naja speziellen, BMW wird es vermutlich nie wieder geben…
    Das gleiche in Grün bei der Namensgebung. Man hätte durchaus sich an traditionellen Namen halten können, aber erst jetzt verschwinden die Fancy Namen wie ID, weil man eben merkt, sonst stirbt der Name bzw. auch das alte Design aus … beides war traditionellen Kunden ja wichtig und die schwenken langsam auf eMobilität um….
    Der Markt ändert sich gerade in einem unglaublichen Tempo… und meiner Meinung nach macht Mercedes mit dem neuen eher Retrodesign oben, viel richtig, auch die Ladegeschwindikeit und die Accugrößen sind Konkurrenzfähig. Die Frage ist halt immer der Preis und ob sich mehr neue jungen Kunden auch mit der Marke anfreunden können… aber das Grundprinzip passt…

    Antworten
  7. MrBlueEyes meint

    31.08.2026 um 11:36

    „Mercedes richtet Elektroauto-Strategie stärker an Stammkunden aus“

    Aha… deshalb wurde aus der elektrischen C-Klasse also keine echte Limousine mehr, sondern so eine Art Sportback oder Fließheck mit 4,90m Länge?

    Klar, liegt auch absolut nahe… /Sarkasmus off

    Und dann auch noch ein elektrisches C-Klasse T-Modell streichen…

    Und dann auch noch nur Farben anbieten, bei denen die schönen Grautöne ‚Graphitgrau‘ und ‚mood sky grey metallic‘ der Verbrenner-C-Klasse fehlen…

    Mercedes macht meines Erachtens ganz schön viel falsch im Moment… zumindest in optischer Hinsicht… die Technik „unter der Haube“ ist ja in Ordnung…

    Antworten

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