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DEKRA Verkehrssicherheitsreport 2026: Warnung vor Ablenkung am Steuer

31.08.2026 in Sicherheit, Studien & Umfragen von Thomas Langenbucher | 9 Kommentare

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Bild: Werner Popp | DEKRA

Kurz das Navi antippen, eine Zigarette anzünden oder eine Textnachricht beantworten: Am Steuer kann jede Sekunde ohne Blick auf die Straße einen Unfall auslösen. „Schon kleine Nebenaufgaben stören die Informationsverarbeitung und erhöhen die Gefahr von Beinaheunfällen, plötzlichen Ausweichmanövern oder tatsächlichen Crashs“, warnt DEKRA-Verkehrspsychologe Thomas Wagner. Im aktuellen „DEKRA Verkehrssicherheitsreport 2026“ mit dem Titel „Arbeitsplatz Straßenverkehr“ wird unter anderem auch das Unfallrisiko durch Ablenkung am Steuer thematisiert.

Viele Berufskraftfahrer, Einsatzkräfte, Kundenbetreuer im Außendienst oder Kurier- und Expressdienstleister verbringen täglich viele Arbeitsstunden auf der Straße hinter dem Steuer. Im Cockpit ihres Fahrzeugs seien sie deshalb in großem Maß „verführbar“ durch unterschiedliche Ablenkungsquellen, so die Studienautoren. Wie verbreitet das Problem ist, zeigten offizielle Zahlen: Allein im Jahr 2023 registrierte das Statistische Bundesamt in Deutschland mehr als 7500 Verkehrsunfälle mit Personenschaden, bei denen Ablenkung als Ursache festgestellt wurde. Experten gehen allerdings davon aus, dass die tatsächliche Zahl noch weitaus höher liegt.

Verschiedene internationale Studien, die der DEKRA Verkehrssicherheitsreport 2026 aufgreift, bestätigen diese Gefahr. So haben Untersuchungen mit Taxi- und Lkw-Fahrern ergeben, dass häufig während der Fahrt telefoniert wird oder Nachrichten geschrieben werden. Das Unfallrisiko steigt damit deutlich an. „Schon das Eingeben eines Ziels ins Navigationssystem oder das Schreiben einer Textnachricht erhöht die geistige Belastung, verschlechtert die Fahrleistung und führt häufig zu geringem Sicherheitsabstand oder Geschwindigkeitsüberschreitungen“, erklärt Thomas Wagner.

Doch nicht nur Smartphones, Navi und Co lenken ab. Gerade im Güterverkehr können auch monotone Fahrten über viele Stunden zum Problem werden. Lange Strecken, immer gleiche Routen und stundenlanges Alleinfahren führen häufig zu Langeweile. Die Experten sprechen in solchen Fällen von „Überforderung durch Unterforderung“. Untersuchungen zeigen, dass Fahrer dann verstärkt unzähligen Nebentätigkeiten nachgehen. Knapp 40 Prozent aller Beinaheunfälle ereigneten sich einer Studie zufolge genau in solchen Momenten – nämlich dann, wenn der Blick nicht auf der Straße lag oder andere Tätigkeiten ausgeführt wurden.

Mit dem zunehmenden Einsatz von Elektro-Lkw kommt eine weitere Herausforderung hinzu: Fahrer müssen unterwegs geeignete Lademöglichkeiten finden und ihre Routen entsprechend planen. „Diese Suche kann ebenfalls Aufmerksamkeit binden und zu einer sogenannten ‚inneren Ablenkung‘ führen“, gibt der DEKRA-Verkehrspsychologe zu bedenken. Umso wichtiger seien daher zuverlässige Ladeinfrastruktur und intelligente Routenplanung, damit sich Fahrer auf das Wesentliche konzentrieren könnten: den Straßenverkehr.

„Nur wer aufmerksam bleibt, fährt sicher“

Selbst modernste Technik sei kein Freifahrtschein. Denn auch Fahrerassistenzsysteme und automatisierte Fahrfunktionen lösten das Problem nicht vollständig. Zwar dürften Fahrer mit entsprechend zugelassenen automatisierten Systemen (Level 3) in bestimmten Situationen kurzzeitig andere Tätigkeiten ausführen. Sie müssten jedoch jederzeit bereit sein, innerhalb weniger Sekunden wieder die Kontrolle über das Fahrzeug zu übernehmen.

„Genau darin liegt die Schwierigkeit: Wer sich intensiv mit einer anderen Aufgabe beschäftigt, braucht wertvolle Zeit, um wieder vollständig auf das Verkehrsgeschehen umzuschalten. Diese Sekunden können im Ernstfall entscheidend sein“, mahnt DEKRA. Deshalb empfehlen die Fachleute, Nebentätigkeiten im Fahrzeug so weit wie möglich zu vermeiden. „Besonders gefährlich sind Aufgaben, bei denen Gegenstände in der Hand gehalten werden müssen – etwa Smartphones – oder der Blick längere Zeit auf ein Display gerichtet ist“, warnt Thomas Wagner. Auch geistig anspruchsvolle Tätigkeiten könnten die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen. Wirklich unkritisch seien nur einfache Tätigkeiten, die weder die Hände noch die Augen oder die Konzentration stark beanspruchten.

Die wichtigste Botschaft bleibe deshalb unverändert: Wer fährt, sollte sich ausschließlich auf den Verkehr konzentrieren. Denn oft reichten schon wenige Sekunden der Unaufmerksamkeit aus – und aus einer vermeintlich harmlosen Ablenkung werde ein schwerer Verkehrsunfall.

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Via: DEKRA
Tags: Ladestationen, UnfälleUnternehmen: Dekra
Antrieb: Elektro-Nutzfahrzeuge, Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. CJuser meint

    31.08.2026 um 13:16

    Wenn man mal darauf achtet, wie ausgiebig inzwischen teilweise das Smartphone am Steuer während der Fahrt verwendet wird, ist ein einmonatiges Fahrverbot bei Nutzung längst überfällig.

    Antworten
  2. Future meint

    31.08.2026 um 12:58

    Der Dekra-Report ist das beste Argument gegen den Menschen als Fahrer und für die Technologie als Fahrer. Es ist ja sogar so, dass Assistenzsysteme immer noch abgeschaltet werden dürfen.
    Ein Feuerwehrmann hat mir kürzlich erzählt, warum die LKW-Fahrer so oft den Notbremsassistenten abschalten: die sind von dem automatischen Bremsen genervt, wenn sie mal wieder von einem PKW geschnitten werden, der sie auf der Autobahn überholt. Auch Polizei und ADAC waren regelmäßig vor dem deaktivieren der Assistenten beim LKW.

    Antworten
    • eBikerin meint

      31.08.2026 um 15:55

      Toll was dir immer so alles erzählt wird. Und noch viel toller dabei, dass das genauso bei zB bussgeldkatalog.org steht. Hat dein Feuerwehrmann wohl da abgelesen.
      „Auch Polizei und ADAC waren regelmäßig vor dem deaktivieren der Assistenten beim LKW.“
      Ja besonders die Polizei – ist nämlich verboten und kostet dann 100 Euro und bringt einen Punkt.

      Antworten
      • Future meint

        01.09.2026 um 08:43

        Es ist schon lustig, dass du alles häufig so gerne anzweifelst, obwohl du die KI deines Vertrauens einfach mal den zweiten Absatz meines Beitrags checken lassen könntest. Du wirst dich wundern, was du dann alles dazu lesen könntest. Aber vermutlich vertraust den vielen Qualitätsmedien auch nicht. Frage sonst einfach mal bei deinem lokalen Feuerwehrmann oder Polizisten im Dorf nach. Die werden dir dann bestimmt einiges dazu erzählen.

        Antworten
        • eBikerin meint

          01.09.2026 um 09:42

          Warum sollte ich die KI fragen ? Deine Geschichte mit dem Feuerwehrmann kann man genau so mehrfach im Internet lesen. Aber natürlich hat es dir erst kürzlich eine Feuerwehrmann persönlich erzählt.
          „Frage sonst einfach mal bei deinem lokalen Feuerwehrmann oder Polizisten im Dorf nach. Die werden dir dann bestimmt einiges dazu erzählen.“
          brauch ich nicht, steht nämlich alles in den Qualitätsmedien – dafür brauche ich keine schöne Geschichte von dir

        • Future meint

          01.09.2026 um 11:00

          Merkwürdig, dass dich das so triggert, wenn du das alles längst wusstest. Mir war das vollkommen neu, was mir der Mensch von der Feuerwehr erzählt hat. Es gab gerade wieder einige LKW-Auffahrunfälle auf der Autobahn in der Nähe und ich habe ihn gefragt, warum sowas passiert trotz Notbremsanssistenten. Deshalb vertrete ich die Meinung, dass die Technologie nicht mehr ausgeschaltet werden darf und viel besser ist als der Mensch. Was ist denn deine Meinung dazu?

  3. Futureman meint

    31.08.2026 um 11:58

    Für (fast) alles gibt es im Auto Vorschriften, nur die Bedienung eines Handys ist immer noch ohne weiteres möglich. Erschreckend ist die Häufigkeit (und Selbstverständlichkeit) der Nutzung bei Taxi- oder Speditionsunternehmen. So lange es kein autonomes Fahren gibt, sollte es eine technische Lösung geben, dass der Fahrer ein Handy während der Fahrt nicht nutzen kann. Einige Fahrzeughersteller können es inzwischen umsetzen und weisen den Fahrer „freundlich“ darauf hin, die Augen wieder auf die Straße zu richten. In Zukunft könnte diese Funktion ja erweitert werden, in die automatische Außerbetriebsetzung, wenn es zu oft vorkommt.

    Antworten
    • M. meint

      31.08.2026 um 15:55

      „Für (fast) alles gibt es im Auto Vorschriften, nur die Bedienung eines Handys ist immer noch ohne weiteres möglich.“
      Das Gegenteil ist der Fall: das Bedienen eines Smartphones während der Fahrt ist verboten. Das kannst du im Bußgeldkatalog nachlesen.
      Was nicht verboten ist: das Rumtouchen auf einem Bildschirm, sobald der fest installiert ist. Das sollte auch verboten werden, und hier ist die temporäre Außerbetriebsetzung relativ leicht umzusetzen: wenn während der Fahrt auf dem Ding rumgefingert wird, wird die Leistung reduziert, und man kann noch an den Rand / auf den Standstreifen rollen. Nach 5 Minuten Lernpause geht’s dann weiter.
      Oder etwas idiotensicherer: die Touchfunktion wird gesperrt, solange sich ein Rad dreht. Das ginge sicher auch.

      Antworten
    • Future meint

      01.09.2026 um 08:48

      Das Autofahren ist für viele Fahrer sicherlich viel zu langweilig, deshalb braucht es Entertainment während der Fahrt. Besonders spannend finde ich es, wenn der Fahrer während der Fahrt auf der Handyhalterung im Fahrzeug kein Navi laufen lässt, sondern seinen TikTok Feed durchscrollt. Da ist es wenigstens spannend. Es wird also Zeit, dass der Fahrer abgeschafft wird und die Autonomie das langweilige Fahren übernimmt.

      Antworten

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