Seit 2026 wird der Verkauf neuer Elektroautos sowie bestimmter Hybride an Privatkunden unterhalb bestimmter Einkommensgrenzen mit einer staatlichen Kaufprämie unterstützt. Nach Angaben des Verbands der Automobilhändler Deutschlands (VAD) fragen Kunden in Autohäusern seitdem vermehrt nach Stromern. Besonders das Interesse an günstigeren Fahrzeugen sei gewachsen. Als weitere Einflüsse nennt der Verband die dynamische Entwicklung der Kraftstoffpreise und neue attraktive Fahrzeuge verschiedener Marken.
„Die Elektromobilität wird sich durchsetzen. Auch ohne Prämie, Verbote und Quoten“, so der VAD. Zugleich verweist der Verband auf eine Analyse der Förderzahlen, nach der deutsche Hersteller weit unterproportional profitieren. Die Prämie wirke für deutsche Marken am wenigsten.
Als Änderung schlägt der VAD vor, die Förderung auf junge Gebrauchtwagen mit einem Alter von bis zu 14 Monaten auszuweiten. Damit solle eine größere Zahl von Fahrzeugen für ein breiteres Segment potenzieller Käufer verfügbar werden. Deutsche Konzernmarken seien auf dem Markt für junge Gebrauchte besonders begehrt: Bei den 10 bis 18 Monate alten Fahrzeugen hätten sie von Januar bis Juli 2026 mit fast 200.000 Besitzumschreibungen vorn gelegen.
Der Verband erwartet von einer Ausweitung der Prämie eine Belebung dieses Segments und über marktübliche Nachzieheffekte auch positive Auswirkungen auf den Neuwagenabsatz dieser Marken. Kostengünstigere junge Gebrauchte könnten nach Einschätzung des VAD zudem vermehrt weniger gut verdienende Kunden ansprechen. Als weiteres Argument führt der Verband an, dass der Anteil geförderter Fahrzeuge von derzeit 5,5 Prozent dadurch deutlich wachsen würde.
Kritisch bewertet der VAD die erneut aufgekommene Diskussion um „Local Content“, also mögliche Vorgaben zum Anteil lokal hergestellter Bestandteile. Solche Regelungen führten wegen international stark verflochtener Lieferketten zu Bürokratie, Abgrenzungsschwierigkeiten und Kosten, insbesondere für Autohändler. Der Verband warnt deshalb davor, „diesen komplexen und regulatorisch aufwändigen Weg zu gehen“.

CaptainPicard meint
VAD fordert also höhere Gebrauchtwagenpreise, denn die Förderung würde 1:1 auf den Preis aufgeschlagen werden.
MK meint
Anders gesagt: Der Autohändler-Verband fordert, dass die Prämie auch für Vorführwagen der Händler gezahlt wird, sobald diese verkauft werden…so viele andere Fahrzeuge wird es nicht geben, die mit dem „Alter“ schon als Gebrauchtwagen auf dem Markt sind.
Grundsätzlich finde ich es schon verständlich: Zum Händler geht man, um einen Neuwagen zu erleben und Probe zu fahren und dann genau so ein Auto für viel Geld zu bestellen. Ein Fahrzeug, dass schon von 1.000 Menschen 50.000 km gefahren worden ist und dass bei den ständigen Anpassungen heutzutage die letzten drei Anpassungen an Software und Design noch nicht hat, will ein Händler seinen Kunden da sicher nicht hinstellen. Und in der kurzen Nutzungszeit haben die Vorführwagen dann oft einen Wertverlust, der sicher in der Regel deutlich niedriger ist als die Prämie: Warum sollte nun jemand einen Vorführwagen kaufen, wenn der Neuwagen billiger ist?
Von daher sieht man hier einen weiteren Beleg, dass das Gesetz zur BEV-Förderung handwerklich schlecht gemacht ist und ich verstehe die Forderung. Was ich nur nicht leiden kann, ist wenn so ein Lobbyverband vorgibt, dass man nur den „armen“ Privatpersonen, die sich eigentlich gar keinen Neuwagen leisten können, was gutes tun zu wollen. Warum kann man nicht offen benennen, dass man die Interessen tausender Wirtschaftsunternehmen vertritt, die hunderttausende Beschäftigte haben und die durch die aktuelle Situation ein Problem haben? Nur wenn man das Problem offen benennt, kann man auch auf eine Lösung hoffen, die dieses Problem wirklich löst.