Škoda-Chef Klaus Zellmer beschreibt in einem ausführlichen Interview mit dem Portal T-Online die typische Kundschaft als Familienmenschen mit mittlerem Einkommen, die Wert auf Design legen, Funktionalität aber höher gewichten. Die Volkswagen-Marke stehe nicht für „billig“, sondern für „preiswert“ und solle einen guten Gegenwert bieten.
Das neue große E-SUV Peaq startet bei knapp unter 50.000 Euro und kann gut ausgestattet mehr als 70.000 Euro kosten. Zugleich umfasst das Angebot mit Epiq und Fabia kleinere rein elektrische und konventionell angetriebene Modelle. Ein vollelektrischer Škoda unter 20.000 Euro ist laut dem CEO nicht vorgesehen, während der Fabia mit Verbrennungsmotor für weniger als 20.000 Euro erhältlich bleiben soll. Die Schwestermarke VW soll ein Batterie-Modell für rund 20.000 Euro anbieten.
Am klassischen Kombi will Škoda festhalten: Der Octavia ist weiterhin das meistverkaufte Modell der Marke. Zudem arbeitet das tschechische Unternehmen an einer Serienversion des elektrischen Konzepts Vision O, das im vergangenen Jahr als Kombi gezeigt wurde.
Zellmer verweist auf Skaleneffekte im Volkswagen-Konzern, gemeinsame technische Plattformen und eigene Fahrzeugaufbauten der einzelnen Marken. Als Gründe für die positive Entwicklung von Škoda nennt er zudem unter anderem andere Faktorkosten in Tschechien, ein schlankes Geschäftsmodell und hohe Effizienz.
Für Europa prüft Škoda, ob der in Indien angebotene Kylaq nach notwendigen Anpassungen betriebswirtschaftlich sinnvoll wäre. Zellmer verweist aber auf höhere Fertigungskosten in Europa sowie Euro 7, Anforderungen an die Cybersicherheit und andere Vorgaben – ein Preis von 10.000 Euro wäre deshalb hier nicht möglich. Eine künftige Produktion von Modellen in Indien mit Export nach Deutschland hält er für denkbar, sofern Qualität und Sicherheitsstandards stimmen.
Chinesische Hersteller bezeichnet Zellmer als sehr ernst zu nehmende Gegner und verweist zugleich auf die Marke sowie die Handelsorganisation von Škoda. Beim Service setze das Unternehmen auf den „Human Touch“ – persönliche Betreuung bei technischen Problemen oder Fragen. Bei der Fahrzeugentwicklung will man nach dem Vorbild chinesischer Unternehmen die Komplexität deutlich reduzieren, weil unterschiedliche Ausstattungs- und Softwarevarianten höhere Kosten verursachen.
Für Deutschland hält der Škoda-Chef eine bedeutende Autoproduktion weiterhin für möglich, verlangt dafür aber andere Fertigungsmethoden, die Produktionszeit und Automatisierungsgrad optimieren. Für die europäische Automobilindustrie erwartet Zellmer schmerzhafte Anpassungen und fordert stärker regionales Denken sowie Anpassungsfähigkeit. „Wir alle müssen mit einem wettbewerbsfähigen Gewicht antreten, wenn wir im internationalen Wettbewerb bestehen wollen.“

Jörg2 meint
Ich habe Skoda immer als innovativer wahrgenommen (vs. VW) und als preiswerter bei mehr „Inhalt“.
Marcel Gleissner meint
Naja, so richtig Preiswert oder Günstig, ist Skoda schon lange nicht mehr. Die Preise bei Skoda sind in den letzten 20 Jahren erheblich gestiegen. Ein Einsteiger- Modell existiert nicht mehr, nichts mehr für den kleinen Geldbeutel. Ich bin seit vielen Jahren Skoda Fahrer, aber die Dinger werden mir auch langsam zu teuer… Mein Vater war fast 30 Jahre treuer Skoda-Kunde, nun fährt er Dacia, weil Skoda keine günstigen Autos mehr hat.
Mein Vater sein 2003er Skoda Fabia Combi 1.2 HTP mit 64PS hat damals NEU ca. 14.000€ gekostet, heute kostet ein kleiner Fabia mit kleinen Motor und wenig Ausstattung schon fast 20.000€….
Steffen meint
Dann ist das heute günstig. Denn die KI weiß:
Ein Geldbetrag von 14.000 € im Jahr 2003 entspricht unter Berücksichtigung der Inflation in Deutschland heute (Datenstand 2025/2026) einer Summe von etwa 22.050 €.
Das bedeutet, dass Waren und Dienstleistungen, die im Jahr 2003 im Schnitt 14.000 € gekostet haben, heute rund 57,5 % teurer sind. Anders ausgedrückt: Die Kaufkraft von 14.000 € aus dem Jahr 2003 ist so stark gesunken, dass man heute nominal deutlich mehr Geld aufwenden muss, um denselben Gegenwert zu erhalten.
Der Skoda ist also eigentlich günstiger geworden.
Thorsten 0711 meint
BTW wird Dacia auch immer teurer.
Der Einstiegspreis des Dacia Sandero hat sich in den letzten 10 Jahren fast verdoppelt: Während das Basismodell 2016 noch ab 6.890 Euro zu haben war, liegt der Grundpreis für das aktuelle Einsteigermodell bei ca. 12.790 Euro.
Im gleichen Zeitraum stiegen die Reallöhne in Deutschland lediglich um 7 bis 8 %.
South meint
Mja, ob man billig oder preiswert ist, hängt davon ab, was man zu bieten hat. Alte Technik länger teurer zu verkaufen, ist z.B. weder billig noch preiswert…
Thorsten 0711 meint
Billig = minderwertig
Günstig = gutes Preis-/Leistungsverhältnis
South meint
Exakt…. genau das habe ich gemeint… ;-)