Die IG Metall fordert von der deutschen Automobilindustrie eine grundlegende Neuausrichtung, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Christiane Benner, Chefin der Gewerkschaft, kritisiert demnach, dass die technologische Führungsrolle verloren gegangen sei. Als Ursache benennt sie mangelnde Investitionen sowie die Notwendigkeit stärkerer Innovationen.
Seit vier Jahren investierten deutsche Autobosse mehr im Ausland als in Deutschland, erklärt Benner. Sie fordert nun verstärkte Investitionen an heimischen Standorten, was im Zweifelsfall zulasten von Dividenden geschehen solle. Die Krise der Branche resultiert laut der Gewerkschafterin aus verschärftem Wettbewerb durch chinesische Hersteller, den Zöllen der US-Regierung von Donald Trump sowie verzögerten Investitionen in Deutschland. Zudem werden Fehlentscheidungen der Vorstandsetagen als Grund angeführt. „Von Verzicht des Managements höre ich aber wenig“, so Benner.
Hinsichtlich der Kostensenkung kritisiert die IG Metall den Fokus der Vorstände auf das Personal. Stattdessen solle eine Reduzierung der Modellvielfalt angestrebt werden, um durch häufigere Verwendung gleicher Teile Synergien zu nutzen und Gewinnmargen zu steigern. Zudem hält Benner die Strategie für gescheitert, primär auf Luxusautos zu setzen. Stattdessen müsse die Produktion von Fahrzeugen für den Massenmarkt forciert werden.
Jürgen Kerner, der zweite IG-Metall-Vorsitzende, betont der Süddeutschen Zeitung zufolge, dass eine Reduzierung der Personalkosten die Probleme der Branche nicht löse. Die Gewerkschaft fordert neben Investitionen und Innovationen der Unternehmen auch politische Unterstützung. Konkret wird eine klare Positionierung der Bundesregierung zu Plänen der EU-Kommission gefordert, die Vorgaben zur lokalen Produktion von Endmontage und Bauteilen vorsehen.
Zudem verlangt Kerner eine Ausweitung der europäischen Zusatzzölle auf chinesische Plug-in-Hybride, da Hersteller der Volksrepublik diese nutzten, um Zölle auf reine Stromer zu umgehen. Des Weiteren fordert die Gewerkschaft eine stärkere Förderung beim Kauf von Elektroautos sowie bei der Produktion von Batterien für diese Fahrzeuge.

Jeff Healey meint
Ach herrlich.
Ein paar Auszüge:
„Die IG Metall fordert von der deutschen Automobilindustrie eine grundlegende Neuausrichtung(…)“
Und:
„Sie fordert nun verstärkte Investitionen an heimischen Standorten, was im Zweifelsfall zulasten von Dividenden geschehen solle.“
Und:
„Zudem hält Benner die Strategie für gescheitert, primär auf Luxusautos zu setzen.“
Und:
„Zudem werden Fehlentscheidungen der Vorstandsetagen als Grund angeführt.“
Das ist Wasser auf meinen Mühlen, eine gute Zusammenfassung meiner persönlichen Beobachtungen der letzten Jahre. Und das ist in so deutlicher Offenheit von der IGM noch viel zu selten zu hören.