Die kommenden Wochen sind nach Einschätzung der Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) entscheidend für die künftigen CO₂-Vorgaben für Autos und Transporter sowie die Regulierung sauberer Firmenfahrzeuge in der EU.
T&E fordert ein starkes Maßnahmenpaket, um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Elektroautoindustrie zu sichern und saubere, bezahlbare Mobilität zu fördern. Eine Abschwächung der Vorschriften würde nach Darstellung der Organisation dagegen die Energieabhängigkeit, den industriellen Niedergang sowie eine umweltschädliche und teure Mobilität begünstigen.
Beim Umstieg von Benzin- auf Elektroautos könnten Haushalte monatlich 70 Euro sparen, während große Unternehmen noch stärker profitieren würden, so T&E. Strenge CO₂-Vorgaben sollen Elektroautos erschwinglicher machen, während die Elektrifizierung von Unternehmensflotten das Angebot beschleunigen würde. Schwächere Vorschriften könnten dagegen die Preisparität zwischen Elektro- und Benzinautos verzögern, während Diesel bereits jetzt bei jeder Tankfüllung 30 Euro zusätzlich koste.
Auch die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Automobilindustrie steht im Mittelpunkt der Forderungen. Im August seien 38 Prozent der in Europa verkauften Neuwagen vollelektrisch gewesen. Strenge CO₂-Vorgaben und Anforderungen an die Produktion innerhalb der EU würden nach Einschätzung von T&E Arbeitsplätze und Investitionen fördern. Schwächere CO₂-Vorschriften und Flottenziele könnten dagegen dazu führen, dass 22 Millionen Elektrofahrzeuge nicht in europäischen Fabriken gebaut werden, wie T&E auf Basis von Daten des europäischen Autoherstellerverbands ACEA berechnet.
Autos und Transporter verursachten 16 Prozent der CO₂-Emissionen der EU, erläutert T&E. Ein starkes Maßnahmenpaket könnte bis 2050 insgesamt 720 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen vermeiden. Eine Lockerung der CO₂-Vorgaben für Autos würde dagegen bis 2050 zusätzliche 1,4 Milliarden Tonnen CO₂ verursachen und nach Einschätzung der Organisation die europäischen Klimaziele sowie künftige Generationen gefährden.
Bei der Energieversorgung verweist T&E auf Einsparungen bei Ölimporten im Wert von 2,9 Milliarden Euro durch Elektroautos im vergangenen Jahr. Eine Abschwächung der CO₂-Standards könnte bis 2035 zusätzliche Importe von 900 Millionen Barrel Öl nach sich ziehen. Der längere Einsatz von Verbrennungsmotoren würde Europa nach Angaben der Organisation 74 Milliarden Euro kosten, die von Haushalten getragen und an ölreiche Länder fließen würden.
