VW hat die ID. Software 3.9.1 für ältere Elektroautos seiner ID.-Familie angekündigt. Das Over-the-Air-Update richtet sich an Fahrzeuge mit der Softwaregeneration 3.x und umfasst Verbesserungen beim Laden, beim Batteriemanagement sowie bei der Systemzuverlässigkeit. Wichtigste Neuerung ist die manuell aktivierbare Vorkonditionierung der Hochvoltbatterie vor dem Gleichstrom-Schnellladen (DC). Die Verteilung soll schrittweise erfolgen und zunächst eine begrenzte Anzahl geeigneter E-Autos erreichen.
Mit der neuen Software können Fahrer die Hochvoltbatterie vor einem Schnellladestopp über das Lademenü gezielt vorwärmen. Dadurch soll insbesondere bei niedrigen Temperaturen eine höhere Ladeleistung möglich sein, da Lithium-Ionen-Batterien ihre optimale Ladeleistung nur innerhalb eines bestimmten Temperaturbereichs erreichen. Die Funktion erhöht nicht die technisch zulässige maximale Ladeleistung, sondern soll deren Ausnutzung bei ungünstigen Temperaturbedingungen verbessern. Konkrete Angaben zu möglichen Verkürzungen der Ladezeit macht VW nicht.
Darüber hinaus überarbeitet VW das automatische Temperaturmanagement der Hochvoltbatterie. Die Software passt die Batterietemperatur an das Fahrverhalten an und sorgt nach DC-Schnellladevorgängen für eine effektivere Kühlung. Nach Herstellerangaben können diese Änderungen den Energieverbrauch und die Reichweite optimieren sowie einer vorzeitigen Alterung der Batterie entgegenwirken. Quantifizierte Verbesserungen bei Verbrauch, Reichweite oder Batterielebensdauer nennt VW bislang nicht.
Weitere Änderungen betreffen das Laden mit Wechselstrom (AC) und die Überwachung der Hochvoltbatterie. Ein in seltenen Fällen auftretender unerwarteter Abfall der AC-Ladeleistung soll durch eine automatische Stabilisierung reduziert werden. Auch ein Problem beim Solarüberschussladen, bei dem sich der Ladevorgang mit bestimmten Wallboxen nach einer Ladepause nicht ordnungsgemäß fortsetzen ließ, wird behoben. Zusätzlich überwacht die Software die Batterie auf eine ungewöhnlich hohe Selbstentladung und fordert bei entsprechenden Auffälligkeiten zur Überprüfung durch einen VW-Servicepartner auf.
VW hat außerdem mehrere Komfortfunktionen und Fehlermeldungen überarbeitet. Der Begrüßungsbildschirm verschwindet künftig nach fünf Sekunden automatisch, während Warnhinweise zur Kindersicherung ausgeblendet werden, sobald der betreffende Zustand behoben ist. Hinzu kommen die Korrektur einer fälschlichen Warnung über einen zu niedrigen Kältemittelfüllstand sowie Verbesserungen an elektrischen Türgriffen, insbesondere bei wechselnden Witterungsbedingungen. Das Update enthält außerdem sicherheitsrelevante Aktualisierungen und ist laut VW Voraussetzung für den Erhalt zukünftiger Over-the-Air-Updates.
Die Verteilung der ID. Software 3.9.1 ist für Fahrzeuge vorgesehen, auf denen bereits mindestens Version 3.7 installiert ist. Besitzer älterer Softwarestände sollen zunächst verfügbare Aktualisierungen durchführen und sich bei fehlenden Update-Angeboten an einen VW-Partner wenden. Für die Installation sind unter anderem die Zustimmung zum Over-the-Air-Verfahren und ein Batterieladezustand von mindestens 50 Prozent erforderlich.
Bei bestimmten technischen Fahrzeugumbauten kann eine Installation über das Mobilfunknetz ausgeschlossen sein. Da sich die neueren Softwaregenerationen ab Version 4 aufgrund geänderter Hardware nicht auf die älteren ID.-Modelle übertragen lassen, stellt VW die manuelle Batterie-Vorkonditionierung mit Version 3.9.1 nun innerhalb der bisherigen Softwarearchitektur bereit.
