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Branchenexperte: Deutsche Autozulieferer werden bis 2030 viele Stellen abbauen

20.02.2024 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 7 Kommentare

ZF_Zukunftsprodukte-SBR_01

Bild: ZF

Die deutsche Autozulieferindustrie hat sich auf den Verbrennungsmotor konzentriert und ist damit groß geworden. Der Umstieg auf die Elektromobilität macht der Branche nun zu schaffen. Branchenexperten erwarten weiter, dass die neue Antriebstechnologie zu einem weitreichenden Stellenabbau führen wird. Es wird aber auch neue Arbeitsplätze geben.

Derzeit sind in der Autozulieferindustrie laut der Automobilwoche weniger als 270.000 Mitarbeiter der insgesamt rund 780.000 Beschäftigten in der Automobilindustrie beschäftigt. „Die rund 310.000 Beschäftigten in den Jahren 2018 und 2019 gehören der Geschichte an“, sagte Frank Schwope, Lehrbeauftragter für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule des Mittelstands Hannover, der Branchenzeitung.

Schwope rechnet mit einem weiteren Rückgang: „Die Mitarbeiterzahl in Deutschland dürfte auch bedingt durch die Transformation zur E-Mobilität weiter fallen.“ Für das Jahr 2030 rechnet der Branchenkenner „noch mit rund 200.000 Beschäftigen bei Zulieferern in Deutschland“.

Die Zulieferer werden es laut Schwope auch in den nächsten Jahren schwerer haben als die Autohersteller, zumal sich bei den Herstellern der Trend zum „Insourcing“ beschleunigen werde. Auch wenn in Bereichen wie der Batterieentwicklung oder -fertigung neue Stellen geschaffen werden, können diese seiner Einschätzung nach nicht den Wegfall anderer Stellen kompensieren.

Die Ankündigungen zu Stellenstreichungen deutscher Zulieferer kämen angesichts der Transformation nicht unerwartet, sagte Manuel Kallweit, Chefvolkswirt beim Verband der Automobilindustrie VDA, der Automobilwoche. „Ich hätte sie mir in diesem Umbruch sogar noch ein bisschen deutlicher vorgestellt. Das zeigt: Die Unternehmen wollen Beschäftigung hierzulande halten.“

Die bei Zulieferern wie Bosch, ZF und Continental erwarteten Stellenstreichungen würden sozialverträglich geregelt und den Mitarbeitern andere Positionen in den Unternehmen angeboten, betonte Kallweit. „Die Betroffenen werden nicht in dem Umfang arbeitslos, wie Stellen abgebaut werden.“ Viele würden in angrenzenden Industrien unterkommen, denn es herrsche vorerst weiter Fachkräftemangel.

VDA-Chefvolkswirt Kallweit merkte an, dass der Mitarbeiter eines Automobilzulieferers nach einem Wechsel zu einem Batteriehersteller statistisch der Elektroindustrie zugeschlagen werde. Ähnlich sei es, wenn ein Mitarbeiter zu einem Halbleiterhersteller wechselt. Sie zählten dann nicht mehr automatisch zu den klassischen Autozulieferbetrieben, stellten aber weiter Komponenten für Fahrzeuge her.

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Via: Automobilwoche (kostenpflichtig)
Tags: Autozulieferer, Jobs

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Gunnar meint

    21.02.2024 um 09:59

    In meinen Augen ist das keine negative Nachricht sondern positiv zu sehen. Kein einziger dieser Fachkräfte muss arbeitslos werden, wenn er sich nicht komplett daneben benimmt.
    Die meisten gehen geregelt in Rente und die offenen Stellen werden nicht nach besetzt. Andere wiederum gehen in andere Bereiche. Steht ja auch in den letzten beiden Absätzen im Artikel.
    Deutschlandweit 70.000 Stellen in 7 Jahren zu transformieren ist wahrlich nicht der Rede wert und keine Mammutaufgabe sondern normaler Alltag.

  2. alupo meint

    21.02.2024 um 05:05

    Einige warten hier ja schon auf preisgünstige Chinaautos.

    Zumindest die werden sich nicht über die Folgen ihres Kaufes beschweren., oder?

  3. reteP meint

    20.02.2024 um 10:57

    In Deutschland auf jeden Fall.

  4. BEV meint

    20.02.2024 um 10:30

    .. weil die Stellen wo anders entstehen!!
    Wenn man weis, dass man auf eine Wand zufährt, dann muss man gegensteuern.

    Der Verbrennungsmotor ist fertig entwickelt, das Auto ist fertig entwickelt, man könnte die Autos von heute einfach weiter bauen und nur optimieren, man braucht die Leute nicht mehr um jedes mal das selbe Auto wieder neu zu entwickeln.
    THE BEST PART IS NO PART!
    Unnötigen Schrott weglassen, ja dann braucht man auch weniger Leute dafür. So einfach ist das.
    Die Elektromobilität ist das einzige was noch essentiell für neue Stellen schafft, den Rest kann man sich sparen. Ich brauch auch keine 100 Displays und den ganzen Krempel im Auto. Weniger ist mehr, geht auch weniger kaputt. Für Infotainment hab ich ein Smartphone, das hat viel kürzere Lebenszyklen als ein Auto.

    • Solariseur meint

      20.02.2024 um 13:43

      Vermutlich aus dem Grund, dass Elektroautos keine Scheinwerfer mehr haben, macht auch Marelli in Brotterode dicht. 800 MA.

      • BEV meint

        20.02.2024 um 14:17

        vielleiht bauen andere einfach günstigere oder bessere Scheinwerfer oder beides

        • Solariseur meint

          20.02.2024 um 15:39

          Mit Sicherheit! Brotterode hat nur deutsche Premiumhersteller beliefert. Die kaufen jetzt besser und billiger im östlichen Ausland ein.
          Mutti wird schlechtes Gewissen eingeredet, wenn sie nicht regional einkauft.

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