Alexander Buk, der Geschäftsführer der Seat/Cupra Deutschland GmbH in Weiterstadt, hat mit dem Portal Edison über die Stromer-Strategie der spanischen Volkswagentochter gesprochen. Bei Elektroautos stehen weiter Cupra sowie drei neue Kleinwagen im Mutterkonzern im Fokus.
Seat sei für den Konzern „weiterhin eine tragende Säule“, mit der man über die Einstiegsmodelle Ibiza und Arona neue und vor allem junge Kunden gewinnen könne. Die Marke stehe keineswegs auf einem Abstellgleis, „ganz im Gegenteil“, unterstrich Buk. Die junge, aber schon sehr erfolgreiche Marke Cupra sei „stark, weil Seat gut ist“. Beide Marken ergänzten sich sehr gut.
Während Seat vorerst weiter maximal mit Plug-in-Hybriden elektrifiziert wird, setzt Cupra bereits auch auf Vollstromer. Vom Kompaktwagen Born wurden 2024 laut Buk „durchaus respektable 16.000 Einheiten“ verkauft. Allerdings seien die Rahmenbedingungen für Elektroautos in Deutschland noch nicht optimal. Der Kunde sei nach wie vor verunsichert.
„Wir brauchen eine stabile Förderung der Elektromobilität – zum Beispiel in Form von steuerlichen Vorteilen für alle sowie günstigere Strompreise. Das würde die Menschen stärker zum Umstieg motivieren“, sagte der Manager. Der Auftragsbestand für den Born als auch für den Tavascan – Cupras zweites Elektroauto – sehe trotz der schwierigen Rahmenbedingungen aktuell gut aus. Buk ist deshalb „verhalten optimistisch für dieses Jahr“, was die Stromer des Unternehmens betrifft.
Es braucht laut dem Manager auch Steuererleichterungen – nicht nur für gewerbliche Nutzer, sondern auch für Privatkunden. Vor allem aber müsse es günstige Strompreise geben, um Elektroautos wirtschaftlich noch attraktiver zu machen. Bereits heute sei es im Unterhalt in einigen Szenarien günstiger als ein Verbrenner, aber es gebe teilweise auch recht hochpreisige Angebote beim öffentlichen Laden. „Da würde ich mir eine deutliche Optimierung wünschen, die es einfacher macht. Das Fahren eines Elektroautos sollte nicht teurer sein als der Betrieb eines Verbrenners. Preisparität ist da das Stichwort.“
Beim E-Auto-Leasing fast schon Preisparität
Buk verwies auf die offizielle Leasingrate beim Tavascan von aktuell rund 359 Euro. Der Handel habe zudem Spielraum, so dass manche Angebote noch darunter liegen könnten. Bei einem Fahrzeug mit einem Preis von rund 50.000 Euro sei das ein Leasingfaktor von 0,7. Damit sei man schon auf einem ähnlichen Level wie bei den Verbrennern und habe fast schon Parität. Denn die meisten Autos würden inzwischen geleast, nicht mehr gekauft.
Die Nachfrage nach Plug-in-Hybriden ist in Deutschland zuletzt wieder stark gestiegen. Teilzeitstromer mit Stecker hätten als Brückentechnologie hin zur reinen E-Mobilität eine wichtige Funktion, findet Buk. Die Fahrzeuge der kürzlich eingeführten zweiten Generation würden bis zu 130 Kilometer elektrisch fahren und mit 50 kW laden. Zudem seien sie verbrauchsgünstig und die Serviceintervalle auf Verbrenner-Niveau. Darüber hinaus gebe es für Gewerbe- und Flottenkunden noch den Steuervorteil. „Es sind keine Verzichtsautos, sondern eine Annäherung an das vollelektrische Fahren.“
Der vollelektrische Crossover Tavascan wird in China produziert. Damit ist Cupra von den neuen Strafzöllen der EU auf in der Volksrepublik gebaute E-Autos betroffen. Eine Produktionsverlagerung steht laut Buk nicht an, sie sei auch nicht so schnell umsetzbar. Der Manager hofft, dass China und die EU in Verhandlungen zusammenfinden. Bei Cupra sei man gegen die EU-Zölle auf China-Stromer.
„Wollen Elektromobilität von Spanien aus demokratisieren“
Der Manager äußerte sich auch zum dritten Elektroauto von Cupra. Der Kleinwagen Raval wird in Spanien gebaut und wird laut Buk 2026 starten. Er soll ab um die 25.000 Euro kosten. „Das Modell wird uns helfen, die Reise in das Zeitalter der Elektromobilität mit einem großen Schritt fortzusetzen und zu demokratisieren“, so Buk. „Im Vergleich zum Wettbewerb wird er noch einige andere Vorteile bieten. Damit werden wir uns nicht verstecken müssen.“
Der Raval wird in Spanien neben Schwestermodellen für VW und Skoda gebaut. Eine Variante des noch kleineren und günstigeren VW ID.1 für Cupra, Seat oder auch Skoda wird es dagegen nicht geben. „Unser strategischer Fokus liegt derzeit auf dem Raval und der ‚Electric Urban Car Family‘, mit der wir die Elektromobilität von Spanien aus demokratisieren wollen“, sagte Buk dazu. „Wir prüfen zwar auch die Möglichkeiten der Marke Seat im Bereich Elektromobilität, doch das muss zum richtigen Zeitpunkt geschehen.“
Der VW ID.3 bekommt dieses Jahr ein Facelift. Für das Schwestermodell Cupra Born ist vorerst wohl keine Modellpflege vorgesehen. „Wir sind sehr glücklich mit dem Born, das Model erfreut sich ungebrochener Beliebtheit bei unseren Kundinnen und Kunden“, sagte Buk. Ein Update würde zu gegebener Zeit angekündigt werden.


croniac meint
„Der VW ID.3 bekommt dieses Jahr ein Facelift.“
Das wäre mir neu?! Gibt´s dafür eine Quelle?
CJuser meint
Und wieder ist bei der Preisparität eher von der Gesamtbetrachtung die Rede. Meines Erachtens werden BEVs erst von der breiten Masse angenommen, wenn die Preisparität schon beim Kaufpreis bzw. der Leasingrate vorhanden ist. Und das nicht nur bei Geschäftskunden und nicht einem ca. 50 kWh Akku. Dafür hängt die Rechnung bei BEVs von zu kostenintensiven variablen Faktoren ab.
Monica meint
„Wir brauchen eine stabile Förderung der Elektromobilität – zum Beispiel in Form von steuerlichen Vorteilen für alle sowie günstigere Strompreise. Das würde die Menschen stärker zum Umstieg motivieren“, sagte der Manager.
……
neeee.
Einen Verbrenner kann ich im Urlaub 3 Tage vor Abfahrt volltanken und dann stehen lassen. Dann nach Hause fahren, pausieren wo ich möchte und hab dann noch für 3 Tage Arbeit genug im Tank.
Mit dem BEV sieht das nicht so aus.
Ich kenne genug Leute mit Geld ohne Ende, die würden BEV nicht mal fahren, wenn die das Auto umsonst bekommen würden.
Brigitte meint
ach Monica, wieder mal ein sinnloser Kommentar mit dem Ziel gegen die E-Mobilität zu stänkern.
Auch mit einem E-Auto kannst du Pause machen wo du willst. Und auch mit einem Verbrenner kommst du nicht zwangsläufig in den Urlaub und zurück und hast noch Restreichweite für x Tage Arbeitsweg.
Auch deine Freunde mit Geld ohne Ende werden über kurz oder lang ihren Frieden mit der E-Mobilität schließen müssen.
Monica meint
jooo, ich bin so gegen das E-Auto, das ich seit 2013 diese Dinger schon fahre und aktuell 8 Stück davon habe. genau, briggitchen. Gut das du Leute vor mir warnst. Auch die PV Anlage 300 x 200 Meter ist Unfug, genau wie 30 Hektar gepflanzter Wald. Alles unfug…
und nochmal, wer 350 KM Reichweite zu 980 KM Tankreichweite nicht kapiert, taugt als Gesprächspartner wenig bis kaum.
Brigitte meint
Ach Monica hier geht es um E-Mobilität dein Wald oder deine PV ist hier nicht von Belang
Du hast Privat 8 Elektroautos? Sorry aber bei deinen ganzen Kommentaren hier in letzter Zeit bezweifle ich das stark.
Aber zurück zum Thema Reichweite, was du und viele andere oft völlig unbeachtet lassen bei der Diskussion ist die Standzeit des Autos. Warum soll es nach dem Urlaub noch Reichweite für x Tage Arbeitsweg haben wenn es auch einfach nach deiner Heimkehr aus dem Urlaub laden kann.
Earth is Burning meint
Monicas reiche Freunde entdecken doch gerade die E-Mobilität als neues Luxussegment für sich. Autos fahren, die sich sonst keiner leisten kann. Nachhaltigkeit: egal. Und Monica hat sogar 8 davon. Mir bleibt glatt die Spucke weg.
Mary Schmitt meint
Der Tavascan ist fair bepreist, da hat er recht.
Earth is Burning meint
Wenn die E-Mobilität „demokratischer“ werden soll, was war sie dann vorher? Ich finde nicht, dass Luxusblechtonnen noch steuerlich begünstigt werden müssen. Hier sollte ein Umverteilungsmerkmal greifen. Wer dicke Autos fahren will, soll auch dafür bezahlen.
Dieseldieter meint
Geht’s um die große der Autos, Neid, Platzverbrauch? Ich dachte es geht um CO2, und davon stößt ein elektrisches 5 Meter SUV weniger aus als unser Corsa.
Die Leute fangen an, elektroautos zu akzeptieren. Zwing sie nicht zum Verzicht auf Platz, Komfort und prestige – das geht voll nach hinten los.
Besser-BEV-Wisser meint
Ein Kommentar von Die seld iet er dem ich tatsächlich mal vollkommen zustimmen kann. *Festtag*
Earth is Burning meint
Es geht wie immer um die Frage, was den Hochlauf der E-Mobilität hierzulande bremst. Der Cupra-Boss fordert vernünftigerweise eine steuerliche Förderung. Aber er kann natürlich nur unternehmerisch denken, nicht politisch oder gar sozial.
Dass Blechtonnenfahrer immer denken, man sei neidisch auf ihre Karossen … Nein. Kauf man ordentlich viele davon, aber erwarte nicht, dass das mit öffentlichen Geldern gefördert wird. Die kann man wirklich sinnhafter einsetzen.
Besser-BEV-Wisser meint
Du hast den Kommentar von DD nicht wirklich verstanden. Vermutlich weil du dich angegriffen fühlst.
Der Punkt ist: Wenn wir die Welt vor der Klimakatastrophe retten wollen hilft es nicht „nur“ E-Kleinwagen zu fördern. Letztlich musst alle Autokategorien (auch Blechtonnen-Luxus-Protzkarren) als E-Variante attraktiver machen als die Verbrennervariante, und das weltweit. (wie das passiert ist eine andere Geschichte)
Denn große Autos verbieten oder übermäßig zu verteuern führt nur zu Gegenbewegungen („Jetzt wähle ich aber A F D !!!“) und dann ist das Ziel unerreichbar.
Dieseldieter meint
Du musst mal ein bisschen die Realität akzeptieren. Klar wäre der Idealfall, dass dicke Autos Aufpreis kosten, der für Sozialleasing usw. eingesetzt wird. Wird in Deutschland aber nicht passieren. Menschen mit sehr niedrigem Einkommen werden mitnichten ein kleines, zusammengespartes Vernunfts-Bev mit 100 km Reichweite kaufen. Das wird in 5 Jahren der Gebrauchtmarkt regeln, wenn die Leute merken dass man auch einen 10 Jahre alten id3 noch gut fahren kann. Bis dahin ist jedes Bev auf der Straße gut, und die Fördermittel dafür sind überschaubar.
Daniel S meint
Preisattraktivität beim Laden einfach gemacht: Ionity – gehört zT VW – senkt die Preise. Nach den Regeln des Marktes wird der Wettbewerb auch senken.
David meint
Auf was sollen die denn senken? Wer fit ist, zahlt bei Ionity 5€ im Monat und 39c die kWh. Das ist doch superfair.
Thorsten 0711 meint
Das ist die löbliche Ausnahme am Markt, offiziell allerdings gibt’s das aber nur mit Renault oder Dacia PKW.
Bei BMW gibt’s das für 7€ und 37 Cent.
gnal meint
Was stimmt denn wirklich?
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