Der chinesische Stromerhersteller BYD verkauft im Heimatmarkt längst mehr Elektroautos als Tesla. Die Europaexpansion dagegen läuft noch nicht wie erhofft. Vizepräsidentin Stella Li sprach mit Journalisten darüber, wie der mit Batterien gestartete Konzern langfristig auch im Ausland Erfolg mit seinen E-Fahrzeugen haben will.
In Europa „sind wir noch ganz am Anfang“, erklärte die Managerin laut dem Portal Edison. BYD investiere derzeit massiv in Händlernetze, Service und Aufklärung. „Wir stecken viel Geld in Marketing und Infrastruktur, um das Vertrauen der Menschen zu gewinnen. Es geht nicht darum, kurzfristig Geld zu verdienen – sondern um nachhaltiges Wachstum.“ Europa müsse BYD als „Technologieunternehmen mit langfristiger Vision“ kennenlernen, nicht als eine Billigmarke aus Asien.
Die Expansion erschweren seit letztem Jahr Strafzölle der EU auf in China gebaute Elektroautos. Um diese zu umgehen und die Fahrzeuge hierzulande günstiger anbieten zu können, zieht BYD im südungarischen Szeged nahe der Grenze zu Rumänien ein neues Werk mit einer Jahreskapazität von 300.000 Fahrzeugen hoch. Dort soll nicht nur der Dolphin Surf, sondern sollen auch zentrale Komponenten des Elektro-Kleinwagens gefertigt werden. Ein großer Teil dieses Modells soll aber weiter auch von europäischen Automobilzulieferern kommen.
„Am Anfang wird das alles mehr kosten als in China“, so Li. „Aber sobald wir größere Stückzahlen erreichen und effizienter werden, können wir die Preise senken.“ Ein zweites Automobilwerk mit einer Fertigungskapazität für 150.000 Autos im Jahr ist in der Türkei geplant, wo ab Ende 2026 unter anderem der BYD Seal U als Plug-in-Hybrid produziert werden soll. Ein drittes Werk könnte in Spanien entstehen, das ist laut Li allerdings noch nicht final beschlossen. Zu einer möglichen Batteriefabrik in Europa äußerte sie sich nicht.
Auch in Europa will BYD ein eigenes, markenexklusive Schnellladenetz für Elektroautos aufbauen. Hier sollen Elektroautos dank eines vorgeschalteten Batteriespeichers Gleichstrom mit bis zu 1.000 kW aufnehmen können. „Bis Mitte 2026 wollen wir 600 Flash-Charging-Stationen in ganz Europa errichten, bis Ende 2026 rund 3.000“, kündigte Li an. Verhandlungen mit Energieversorgern auch in Deutschland liefen bereits.
„Wir positionieren uns nicht als günstige Marke“
„Wir positionieren uns nicht als günstige Marke. Mit all der schönen Technologie, die wir haben, wollen wir unsere Geschichte erzählen – wie Apple mit dem Smartphone“, betonte Li. Die Bereitschaft, dafür zu zahlen, ist nach Einschätzung der Managerin durchaus vorhanden. In Mexiko etwa seien BYD-Modelle rund 20 Prozent teurer als die der Konkurrenz. „Aber die Leute kaufen sie trotzdem, weil sie die Technologie und Qualität schätzen.“
Einen Vergleich mit europäischen Luxusmarken wies Li gegenüber den Journalisten zurück – das sei der falsche Maßstab: „Wir sind nicht der Mercedes-Benz Chinas“, sagte sie. „Wir sind das Apple der Autoindustrie.“
BYD geht hierzulande nicht nur mit der Kernmarke an den Start. Die Chinesen bringen auch die einst mit Mercedes-Benz für den Massenmarkt der Volksrepublik konzipierte, heute das Premiumsegment bedienenden Tochter Denza nach Europa. Noch darüber positioniert soll die Marke Yangwang mit Modellen wie dem teilelektrischen Luxus-SUV U8 oder dem Batterie-Supersportwagen U9 das Image steigern.
Europa sei nach wie vor „das Herz der Autoindustrie“. Man wolle hier nicht die Nummer 1 werden, „aber eine der wichtigsten Marken“, ein echter „Key Player“, so Li. „Wenn ich in einem Jahr in einen Supermarkt gehe und die Leute frage: ‚Kennen Sie BYD?‘ – dann möchte ich, dass 100 Prozent Ja sagen.“

POK meint
Frau Li, überzeugen Sie Herrn XI
dass er Herrn Putin die Unterstützung im Krieg untersagt,
kaufe ich einen BYD.
R2D2 meint
Mich fasziniert die Demut, der Anstand und die Gefälligkeit aus China.
Future meint
Das hat mit möglicherweise mit einer in Asien verbreiteten Haltung zu tun, die durch Respekt gekennzeichnet ist.
Ossisailor meint
BYD hat bis Oktober 15.171 Autos in Deutschland verkauft. Dabei waren aber nur 7.770 BEV. Man sollte beachten, dass der Bekanntheitsgrad der Marke nicht nur von den BEV-Verkäufen kommt, sondern von der Gesamtzahl aller Autos. Abgesehen davon, dass BYD in Spanien z.B. bereits dabei ist, den Marktführer Tesla zu überholen und die Nr. 1 bei den BEV zu werden.
Von den Chinesen hat BYD das beste Fundament, um sich hier dauerhaft zu etablieren.
F. K. Fast meint
Gehen die Fahrzeuge mind. ab und zu online? Kann ein Kill-Switch zu 100% ausgeschlossen werden?
M. meint
Da gibt es sicher keinen Kill-Switch.
Und es gibt sicher auch keinen, der in der EU tief genug in die Software schauen kann, um sicherstellen zu können, dass Daten – selbst für den Fall, dass sie aktuell in Europa gespeichert werden – nicht nach einem späteren Softwareupdate dann doch nach China gehen.
McGybrush meint
Denza mag als Premium Name in Deutschland funktionieren aber Yangwang ist ein unkaufbares Auto. Also der Name geht gar nicht.
Und das ganze gebimmel im Auto (was nicht immer wegen dem Gesetz ist) muss weg. Mein iPhone bimmelt nicht permanent wegen unsinniges Zeug rum. Da unterscheidet sich ein Chinesisches Auto noch deutlich von dem was Europäer als nicht nervig empfinden.
Aber ich traue BYD zu das sie es schaffen. Aber nicht mit der Marke „Yangwang„ Die muss erst umbenannt werden.
Tinto meint
In Wangyang umbenennen?
Future meint
Wan Tan ist auch sehr beliebt in Deutschland. Überall entstehen ja jetzt Ramen Restaurants und ein Wan Tan Ramen ist eigentlich auf jeder Karte immer dabei.
Tinto meint
„Glutamat steht im Verdacht bei Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer eine Rolle zu spielen“
Wünsche guten Appetit :-)
Tinto meint
Genieße dein Glutamat
Lotti meint
Tesla ist das Apple der Autoindustrie. 😠
Cristian meint
Weder Tesla, BYD und Konsorten sind das Apple der Automobilindustrie. Es ist der kommunikativ peinliche Versuch sich in Wahrnehmung und Wert zu überhöhen.
Alles was Apple sein soll, aber nicht ist, sind Nachahmer oder billige Kopien, die mit mutmaßlichen besserer oder überladener Technik etc. konkurrieren wollen.
Der Vergleich hinkt, anderer Sektor andere Bedürfnisse und Kostensensibilität. Irreführung und Verdummung von potentiellen Kunden, nicht mehr nicht weniger.
Future meint
Das hört man aber in Deutschland immer nicht so gerne.
M. meint
Keine Sorge, so laut ist Lotti nicht.
Werner meint
„Dort soll nicht nur der Dolphin Surf, sondern sollen auch zentrale Komponenten des Elektro-Kleinwagens gefertigt werden“
Soll gefertigt werden?
Ich dachte ab Ende 2025 werden da die ersten Autos vom Band rollen.
Kein Wort dazu von Li?!
Dann wirds wohl erst 2026 werden und vermutlich auch in geringerer Stückzahl.
Futureman meint
Einen Hersteller, der in Rekordzeit aus dem Nichts unter die 5 größten Autohersteller gekommen ist, sollte man nicht unterschätzen. Auch wenn die in Deutschland (noch) kaum Autos verkaufen, verdrängen sie in vielen anderen Märkten etablierte Hersteller aus dem Markt.
Spiritogre meint
Ja, mit Billigautos.
In Europa verkauft man lieber teuer und wundert sich dann, wieso der Markt die nicht annimmt.
Europäische und japanische Hersteller können in Südostasien und Lateinamerika eben nur so weit mit dem Preis runtergehen. Da ist kein Wunder, dass BYD die unterbieten kann, wenn sie in China Autos ab ca. umgerechnet 6000 Euro verkaufen.
David meint
Aktuell steht sie im Wort für Deutschland mit 50.000 Autos bis Ende des Jahres. Da ist noch keine Korrektur gekommen. Aber es wird nicht annähernd passieren. Damit will ich nicht sagen, dass ich nicht weiß, dass solche Ziele immer ambitioniert formuliert werden. Aber es muss ja halbwegs realistisch bleiben. Sonst macht man sich lächerlich wie der Mensch mit den 20 Millionen Zulassungen.
Fred Feuertstein meint
Oder wie das lächerliche Ziel aus Wolfsburg wo man bis 2025 über alle Marken 15 Millionen Elektroautos verkaufen wollte und den kleinen Hersteller aus den USA im Absatz von Elektroautos überholen wollte. Stichwort „Transform 2025+“
So ist das mit den Träumen…
brainDotExe meint
VW ist näher ans Ziel gekommen als der kleine Hersteller aus den USA
Fred Feuerstein meint
🤣 — Danke, der war gut.
Future meint
Vielleicht schafft der VW Konzern in diesem Jahr 1 Mio. Autos. Aber das wollen sie ja bestimmt wieder nicht.
South meint
Naja, BYD fängt ja erst an und wie gesagt, auch die Zölle haben sie zurückgeworfen… Trotzdem, aktuell ist BYD schlicht schlechter, bietet wenig Reichweite, Wertigkeit und der Preis ist zu hoch… so kriegen sie sicher keinen Markteinstieg hin, das macht einen Erfolg in Europa für BYD mal auf’s Erste eher unwahrscheinlich…
Stefan meint
Apple heißt Technologieführend. Apple ist schon lange Zeit nicht mehr in Stückzahl führend (das wäre Samsung) und auch nicht für niedrige Preise bekannt.
Bisher hat eigentlich Tesla den Platz „Apple der Autoindustrie“ inne.
Alkibiades meint
An welcher Stelle wäre Tesla denn technologisch führend?
ID.alist meint
Nicht nur kein 50.000 Autos in Deutschland in 2025 auf dem Markt gebracht, sondern auch eine der Marken wo die eigenen Händler die meisten Autos (>40%) selbst zulassen.
Das hat wenig mit Apple zu tun.
Future meint
Wo war Apple vor 25 Jahren und wie hat man sich da in Deutschland über Apple lustig gemacht. Und wo ist Apple heute. Vielleicht meint Li auch das. Es geht um die schöne Zukunft und weniger um die Zahlen von heute.
South meint
Klar, kann man über einen zukünftigen Erfolg reden, aber da brauchts schon etwas mehr als blumige Worte, nämlich einen triftigen Grund, selbst wenn es eine abstrakte Vision ist, ein Kern muss erkennbar sein. Und für einen Markteintritt brauchts da schon etwas mehr, denn Kunden wechseln normalerweise nicht einfach mal so… im Gegenteil, natürlich gibt es ein Markenbewusstsein, da ist eine Hürde, ein Latte, die höher hängt, als nur gleichziehen…
Wahrheit meint
Der Kern sollten glaube ich Elektroautos sein, Süd – also zum scheitern verurteilt.
Deshalb kommen ja nun mehr und mehr Hybride von BYD
Future meint
Die Hybride kommen aus China, weil es da keine Stafzölle gibt.
So ist das halt, wenn man Schutzzölle einführt – dann gibt es eben ein paar Jahre lang weniger billige Elektroautos aus China. Aber die chinesische Welle wird nicht aufhören. Für die Konsumenten ist das gut, wenn es endlich mehr Konkurrenz gibt – und mehr Preiskampf.
South meint
Naja, kennen eh alle, aber zweckst Vollständigkeit….20% Zoll ist ne Menge… die Zölle drücken BYD in die Verbrenner…
Elvenpath meint
Warum verkauft BYD denn in China so viele Hybride, wegen der EU-Zölle?
Future meint
Es geht doch um die Exporte nach Europa, Eleven. China exportiert natürlich, was die beste Marge verspricht und Hybride sind Strafzollfrei. Es geht eben immer ums Geld, Eleven. Europa braucht China, so oder so. Wegen dem Geld.
M. meint
„Die Hybride kommen aus China, weil es da keine Stafzölle gibt.“
Es braucht also Strafzölle auf Hybride. Das sage ich ja schon die ganze Zeit.