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Kritik an neuer E-Auto-Prämie: Branche warnt vor Wertverlusten

02.02.2026 in Autoindustrie, Politik von Thomas Langenbucher | 14 Kommentare

Opel-Zafira-Elektroauto

Bild: Opel (Symbolbild)

Beim Neujahrsgipfel des Marktbeobachters Deutsche Automobil Treuhand (DAT) und des Zentralverbands Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) sah sich Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder Kritik aus der Automobilbranche ausgesetzt. Anlass ist die von der Bundesregierung für dieses Jahr verkündete neue Elektroauto-Kaufprämie, die nach Einschätzung von Marktbeobachtern und Händlern erhebliche Nebenwirkungen haben könnte.

DAT-Geschäftsführer Jens Nietzschmann warnte, „der Wertverlust der Elektroautos dürfte höher ausfallen als das Förderbudget von drei Milliarden Euro“. Nach Ansicht der Branche macht der staatliche Zuschuss Neuwagen zwar attraktiver, schwächt jedoch zugleich den Gebrauchtwagenmarkt. Vor allem junge gebrauchte Stromer verlieren an Attraktivität und Wert. Besonders betroffen sind Fahrzeuge, die Händler in den vergangenen Monaten zugelassen haben und die nun zum Weiterverkauf auf ihren Höfen stehen.

Welche Auswirkungen Förderprogramme haben können, zeigt laut DAT ein Rückblick auf frühere Maßnahmen. Der Ende 2023 eingestellte „Umweltbonus“ von bis zu 9000 Euro habe die Restwerte innerhalb eines Jahres um rund zehn Prozent nach unten gezogen, erinnerte DAT-Analyst Martin Weiß. In welchem Ausmaß die neue Prämie die Restwerte beeinflusst, ist jedoch noch offen.

Denn im Unterschied zur früheren E-Auto-Subvention ist die Zielgruppe der neuen Förderung enger gefasst. Sie richtet sich ausschließlich an Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen von weniger als 80.000 Euro, was die Reichweite der Maßnahme deutlich begrenzt.

Kritik kommt aus dem Handel nicht nur wegen möglicher Wertverluste, sondern auch wegen der Ausgestaltung der Prämie. ZDK-Präsident Thomas Peckruhn bezeichnete sie zwar als „optimistisches Signal“ und als wichtigen Impuls für Privatkunden, bemängelte jedoch die langsame Umsetzung. Die erst für Mai geplante Freischaltung der Online-Plattform zur Antragstellung bedeute wochenlange Unsicherheit nach Bekanntgabe der Förderdetails.

Ende Januar wüssten Kunden noch immer nicht, welche Nachweise erforderlich seien. Für den Automobilstandort Deutschland sei jedoch entscheidend, wann die Prämie tatsächlich verfügbar ist, um sie in Finanzierungsentscheidungen einzubeziehen. „Was wir jetzt nicht brauchen, ist weitere Unsicherheit und Kaufzurückhaltung“, sagte Peckruhn. Diese Verunsicherung sei bereits in den Autohäusern spürbar, weshalb die Politik nun schnell verlässliche Rahmenbedingungen schaffen müsse.

Gelten soll die E-Auto-Kaufprämie rückwirkend ab 1. Januar 2026. Sie unterstützt beim Kauf oder beim Leasing eines neuen, erstmals in Deutschland zuzulassenden vollelektrischen oder extern aufladbaren Hybridfahrzeugs. Förderfähig sind Käufer, deren zu versteuerndes Haushaltsjahreseinkommen maximal 80.000 Euro beträgt. Die Einkommensgrenze erhöht sich für bis zu zwei Kinder um 5000 Euro je Kind. Unter dem Strich kann die Förderung bis zu 6000 Euro betragen.

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Via: Automobilwoche (kostenpflichtig)
Tags: Förderung, ZDKAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Jörg meint

    02.02.2026 um 18:13

    Was labert denn das’Pickhuhn‘? Nachweise sind doch klar, Zulassungsbesceinigung Teil II, Einkommensnachweis (die letzten beiden Steuerbescheide, nicht älter als drei Jahre). Das dürfte für 80+ % der Käufer ausreichend sein.

    Antworten
  2. Skodafahrer meint

    02.02.2026 um 16:24

    Wenn der VW Konzern, mit einigen batterieelektrischen Kleinwagen, auf den Markt kommt, werden vor allem die Gebrauchtwagenpreise der Elektrokleinwagen des Wettbewerbs fallen.
    VW hatte ja keine.

    Antworten
  3. T. meint

    02.02.2026 um 10:05

    Die neue Förderung, so habe ich es verstanden, ist an Haushaltseinkommen festgemacht. Sie ist also nur für private Käufer. Deren Anteil liegt bei 33%, seit Mitte 2025 mit leicht sinkender Tendenz.
    Bei gebrauchten E-Autos dominieren Privatpersonen, die auf der Suche nach günstigeren Alternativen sind. Hier würde dann der befürchtete Effekt auf die Preise durchschlagen und somit indirekt auch eine Förderung beim Kauf von Gebrauchtwagen erfolgen. Wenn die im Text genannte Prognose tatsächlich eintritt, würden sich auch der prozentuale Anteil an Käufen gebrauchter BV zu deren Gunsten verschieben. Ich vermute, die Kritik kommt vor allem von Händlern, die den Hof mit Verbrennerfahrzeugen voll haben und nun befürchten, dass der Übergang zur Elektromobilität schneller kippt als ihnen recht ist.

    Antworten
    • MichaelEV meint

      02.02.2026 um 10:43

      „Deren Anteil liegt bei 33%, seit Mitte 2025 mit leicht sinkender Tendenz.“
      Eine Vergangenheitsbetrachtung, die keine Ableitung für die Zukunft erlaubt. Private hatten eine Förderung in Aussicht stehend und wenig Anreiz (anders als bei Geschäftsfahrzeugen mit 0,25% und mehr Rabatten).
      Das hat sich jetzt massiv verändert. Damit werden sich auch diese Anteile temporär massiv verändern.
      Stand jetzt wird das aber nicht mehr als ein Strohfeuer, ein kurzes Spektakel, schnell abgebrannt und danach ist das Feuer wieder aus.

      Antworten
      • T. meint

        02.02.2026 um 11:36

        Deine Betrachtung und Projektion in die Zukunft mag ja richtig sein. Ich kann allerdings nicht erkennen, wie sich das relevant auf den Gebrauchtwagenmarkt auswirken soll. Gab es hier, im Zusammenhang mit der Förderung, eine Kaufzurückhaltung? Ich unterstelle mal, dass der größte Teil der Käufer den Gedankengang der Auswirkung der Förderung auf die Gebrauchtwagenpreise nicht hat.

        Antworten
        • MichaelEV meint

          02.02.2026 um 17:42

          Der größte Teil der Käufer vergleicht die Gebrauchten gegenüber Neuwagen. Und wenn der Preisunterschied schwindet oder verschwindet, sind die Auswirkungen auf den Gebrauchtwagenmarkt doch klar.
          In der ersten Phase der Förderung gab es temporär doch ziemlich krasse Angebote (da hat die Anpassung an die Förderung wohl zu lange gedauert). Wenn Neuwagen im Leasing fast verschenkt werden, brauchen sich Kunden den Gebrauchtwagenmarkt gar nicht erst anschauen.

      • T. meint

        02.02.2026 um 11:42

        Und gestatte mir noch eine Frage. Du schreibst:
        Eine Vergangenheitsbetrachtung, die keine Ableitung für die Zukunft erlaubt.

        Bitte erkläre mir, worauf du Prognosen aufbaust, wenn nicht auf der Vergangenheit.

        Antworten
        • MichaelEV meint

          02.02.2026 um 17:46

          Wenn sich die Rahmenbedingungen komplett verändern, macht der Blick auf die Vergangenheit wenig Sinn.
          Für Private gab es den Anreiz nicht zu kaufen und abzuwarten (weil die Förderung in Aussicht stand), jetzt gibt es mit dem Kaufanreiz das exakte Gegenteil.

        • T. meint

          02.02.2026 um 19:53

          Ja, wenn.
          Sie haben sich nicht komplett geändert. Einige wenige Schräubchen haben sich gedreht. Zumindest ist es dir gelungen, eine Antwort auf meine klare Frage zu umschiffen. Vielleicht hast du aber selbst eingesehen, dass deine Aussage zu Prognosen und Vergangenheit nicht so ganz hieb und stichfest ist.

  4. Gernot meint

    02.02.2026 um 10:00

    Natürlich drückt das Gebrauchtwagenpreise. Wenn es auf einen Neuwagen für 40.000 Euro Listenpreis als Tageszulassung 15% Rabatt gab, dann kostete der 34.000 Euro. Wenn es auf den gleichen Neuwagen 10% Rabatt gibt und dazu jetzt 5000 Euro Kaufprämie kommen, kostet der Neuwagen effektiv 31.000 Euro.

    Und da kommt ein zweiter Effekt hinzu. Früher kam ein Modell auf den Markt. Das blieb dann 3-4 Jahre unverändert. Dann kam zur Mitte des Modellzyklus ein Facelift. Es gab wieder 3-4 Jahre keine Änderungen und dann kam ein Nachfolgemodell. Bei BEVs schrauben viele Hersteller auch abseits von größeren Facelifts regelmäßig an der Technik. Es wird ein leistungsfähigeres Infotainment verbaut (VW). Es gibt eine neue Batterie. Es wird nach gerade mal anderthalb Jahren von 400V auf 800V umgestellt (Polestar 3). Es kommen Fähigkeiten für V2L/V2H hinzu. One Pedal Driving wird nachgeliefert (Renault Megane/Scenic). Usw. usf. Das macht es sehr häufig attraktiv, auf den Neuwagen mit den neuesten Features statt auf die 6 Monate alte Tageszulassung oder den 12 Monate alten Vorführwagen zu setzen.

    Und ontop kommen aktuell aggressive Rabattaktionen vieler Hersteller, die den gleichen preisminderndern Effekt auf gebrauchte BEV haben.

    Entsprechend müssen die Händler ein paar tausend Euro aus den Preisen ihrer Tageszulassungen, Vorführwagen und Gebrauchtwagen streichen. Privatpersonen, die ein BEV verkaufen wollen, müssen das auch.

    Das alles wussten natürlich alle schon vorher. Dass eine Kaufprämie kommen wird, ist seit 7-8 Monaten bekannt. Wer sich als Händler dann zwischenzeitlich weitere Autos auf den Hof gestellt hat, der hat eben nicht sehr klug gehandelt.

    Antworten
    • MichaelEV meint

      02.02.2026 um 11:08

      Natürlich drückt das die Gebrauchtwagenpreise. Aber umso mehr je größer der Anteil der Förderung am Fahrzeugpreis ist. Günstige Fahrzeuge (Kleinst, Klein und Kompakt) werden am Gebrauchtwagenmarkt jetzt am meisten Wert verlieren.
      Wer gebrauchte BEV für <10k sehen will, wird sie wahrscheinlich bald bekommen.

      "Wer sich als Händler dann zwischenzeitlich weitere Autos auf den Hof gestellt hat, der hat eben nicht sehr klug gehandelt."
      Es kommen aus dem Leasingmarkt unaufhörlich große Mengen Fahrzeuge nach. Die kann man nicht stapeln, die müssen irgendwie wieder verkauft werden. Temporär hat eine zweite Leasingphase für Gebrauchtwagen funktioniert, die Story ist mit der Förderung jetzt aber eher gestorben.
      Man muss die Fahrzeuge, die man schon als Neuwagen teilweise nur mit hohen Rabatten im Leasing an den Kunden gebracht hat, jetzt tatsächlich verkauft bekommen. Das wird spaßig.

      Antworten
    • MichaelEV meint

      02.02.2026 um 11:08

      Natürlich drückt das die Gebrauchtwagenpreise. Aber umso mehr je größer der Anteil der Förderung am Fahrzeugpreis ist. Günstige Fahrzeuge (Kleinst, Klein und Kompakt) werden am Gebrauchtwagenmarkt jetzt am meisten Wert verlieren.
      Wer gebrauchte BEV für <10k sehen will, wird sie wahrscheinlich bald bekommen.

      "Wer sich als Händler dann zwischenzeitlich weitere Autos auf den Hof gestellt hat, der hat eben nicht sehr klug gehandelt."
      Es kommen aus dem Leasingmarkt unaufhörlich große Mengen Fahrzeuge nach. Die kann man nicht stapeln, die müssen irgendwie wieder verkauft werden. Temporär hat eine zweite Leasingphase für Gebrauchtwagen funktioniert, die Story ist mit der Förderung jetzt aber eher gestorben.
      Man muss die Fahrzeuge, die man schon als Neuwagen teilweise nur mit hohen Rabatten im Leasing an den Kunden gebracht hat, jetzt tatsächlich verkauft bekommen. Das wird spaßig.

      Antworten
    • M. meint

      02.02.2026 um 17:03

      „Keine Änderungen“ (außer der Aufwertung zur Halbzeit) stimmt nicht, Mercedes z.B. hat pro Jahr 4 reguläre Änderungstermine (Notfälle gehen deutlich schneller). Da kommen natürlich keine großen Änderungen, für die man riesige PR-Kampagnen und Neuzertifizierungen starten muss – oder die ganze Produktion umbauen – im laufenden Betrieb. Das macht man eher jährlich. Und das große Update, das jeder auf der Straße erkennt, zur Halbzeit, wie du schreibst.

      Antworten
  5. MichaelEV meint

    02.02.2026 um 09:56

    Ist doch super, die „Förderung“ für Gebrauchtwagen gibt es so in einem Zuge, ohne dafür wieder Geld aus dem Fenster rauszuschmeißen.

    „bedeute wochenlange Unsicherheit nach Bekanntgabe der Förderdetails.“
    Der Rahmen ist bekannt. Viele Bestellfahrzeuge werden sowieso erst frühestens ab Mai ausgeliefert. Ich sehe das Problem nicht…
    Dafür gab es vorher mehr als ein Jahr Unsicherheit wegen dem Ausblick auf Förderung.

    Und weniger Unsicherheit als jetzt wird es nicht mehr geben. Die Förderung reicht für ca. 800k BEV/PHEV (natürlich je nach Verteilung). Wie lange wird die Förderung wohl reichen? Könnte mir vorstellen, dass es ab Mitte des Jahres für Fahrzeuge mit längeren Lieferzeiten schon spannend werden kann.

    Durch die Gestaltung der Förderung (Zulassung ab 1. Jan, auch bei vorheriger Bestellung) gehen wahrscheinlich alleine 100-200k weg ohne etwas bewirkt zu haben.

    Antworten

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