Die „Local Content“-Vorschriften der EU für den lokalen Wertschöpfungsanteil des Industrial Accelerator Act (IAA) sind laut der Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) ein positiver Schritt für die europäische Batterieindustrie, da Firmenwagen künftig mit lokalen Batterien ausgestattet sein müssen. Die Ausweitung auf alle Staaten mit Freihandelsabkommen für die Anwendung des IAA auf Kaufprämien für E-Fahrzeuge und die Forderung, dass nicht-strategische Komponenten lokal hergestellt werden müssen, untergrabe jedoch die Wirkung des IAA.
Bald könnten fast zwei Drittel der in der EU verkauften E-Autos mit Batterien ausgestattet sein, die in Europa hergestellt wurden. Das geht aus dem vor Kurzem vorgeschlagenen IAA hervor. Man begrüße den Vorschlag, der Kriterien für Local-Content-Anforderungen festlegt, die Autos erfüllen müssen, die mit Steuergeldern gefördert werden, so T&E. Wenn der Gesetzentwurf im weiteren Prozess geschärft werde, könne er Investitionen in die heimische Batterieindustrie fördern und dazu beitragen, die Lieferketten Europas widerstandsfähiger gegen Angriffe von Konkurrenten zu machen.
70 Prozent der Komponenten von geförderten Autos müssen in der EU hergestellt werden – mit Ausnahme der Batterien, für die gesonderte Regeln gelten. Der IAA-Vorschlag definiert in der EU hergestellte Batterien als solche, bei denen mindestens drei Komponenten, darunter die Zellen, in Europa hergestellt wurden. 2030 steigt diese Zahl auf mindestens fünf Komponenten, darunter Zellen, Kathodenaktivmaterialien (CAM) und Batteriemanagementsysteme (BMS).
Sebastian Bock, Geschäftsführer von T&E Deutschland: „Der IAA ist ein guter Schritt für die europäische Batterieindustrie. Firmenwagen müssen bald mit lokal produzierten Batterien fahren. Das sind vor allem gute Nachrichten für deutsche Hersteller, die auf lokale, europäische Batterieproduktion gesetzt und hier investiert haben. Mit dem IAA haben wir jetzt endlich ein Instrument, das die europäische Batterieproduktion anschiebt und verhindert, dass wir nach der Solarzellenherstellung die nächste Zukunftsbranche in Europa verlieren. Aber die EU muss nachbessern und Schlupflöcher stopfen. Der aktuelle Entwurf gibt den Investoren noch nicht die nötige Sicherheit.“
T&E kritisiert, dass steuerfinanzierte Kaufprämien für E-Autos, die in Ländern hergestellt werden, mit denen ein Freihandelsabkommen besteht, weiterhin zulässig blieben. Europäische Steuergelder sollten zur Förderung von Wertschöpfung vor Ort eingesetzt werden. Außerdem sei das ursprüngliche Ziel des Gesetzes durch eine schleichende Ausweitung der Anwendungsbereiche mittlerweile so weit verwässert, dass es auch nicht-strategische Komponenten wie Sitze und Sicherheitsgurte umfasse. Gleichzeitig sei besorgniserregend, dass Kathodenvorläufer (pCAM), die mehr als die Hälfte des Wertes einer Batteriezelle ausmachen, von den Vorschriften ausgenommen sind. Laut T&E wird damit der Aufbau einer lokalen Recyclingbranche untergraben.
Der IAA wird nun vom EU-Parlament und den EU-Regierungen diskutiert, bevor er als Gesetz verabschiedet wird.

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