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Renault: EREV-Technik als Brückentechnologie zwischen E-Auto und Hybrid

07.04.2026 in Autoindustrie, Technik von Thomas Langenbucher | 7 Kommentare

Rafale-E-Tech-Plug-in-Hybrid-300

Bild: Renault (Symbolbild)

Renault bereitet die Einführung einer neuen Fahrzeugplattform vor, mit der der Konzern zu den ersten europäischen Herstellern zählen will, die sogenannte Extended-Range-Elektrofahrzeuge (EREV) in Serie bringen. Die Technik soll in den nächsten Generationen der Modelle Scenic und Rafale eingesetzt werden, berichtet Automotive News.

EREVs kombinieren einen elektrischen Antrieb mit einem kleinen Verbrennungsmotor, der ausschließlich als Stromgenerator dient und die Batterie lädt. Die Räder direkt antreiben kann der Verbrenner nicht. Solche Systeme sind zuletzt vor allem in China populär geworden und könnten sich nun auch in Europa verbreiten.

EREVs gelten als Brückenkonzept zwischen reinen Stromern und Plug-in-Hybriden. Sie sollen insbesondere Bedenken hinsichtlich Reichweite und Ladeinfrastruktur mindern. Anders als bei Plug-in-Hybriden bleibt das Fahrerlebnis rein elektrisch, da kein Wechsel zwischen Antriebsmodi erforderlich ist. Zudem sind EREVs konstruktiv einfacher, weil der Verbrennungsmotor kleiner ausfallen kann und kein aufwändiges Getriebe benötigt.

Die neue Renault-Plattform mit der Bezeichnung RGEV Medium 2.0 wurde ursprünglich als reine Elektroarchitektur entwickelt, kann jedoch optional mit einem Range-Extender-Verbrennermotor im Frontbereich ausgestattet werden. Laut Technikchef Philippe Brunet erreicht die batterieelektrische Version eine Reichweite von bis zu 750 Kilometern, während die EREV-Variante mit vollem Akkupack und vollem Tank bis zu 1400 Kilometer schaffen soll.

Die EREV-Ausführung richtet sich an Kunden, die zwar bereit sind, ihr Fahrzeug zu laden, aber noch nicht vollständig auf ein Elektroauto umsteigen wollen. Brunet beschreibt den Nutzen gegenüber Automotive News so: „Die meiste Zeit können Sie ein echtes Elektroauto genießen, aber an dem Tag, an dem Sie 800 oder 1000 Kilometer fahren müssen, haben Sie nicht die Angst, keine Ladestation zu finden.“ Zugleich räumt er ein: „Ich sage nicht, dass dies die ideale Lösung ist; aber für die ängstlichsten Kunden ist das unser Angebot.“

Geringere Kosten als E-Autos, weniger Emissionen als Plug-in-Hybride

Neben der größeren Reichweite gegenüber reinen Stromern könnten Range-Extender-Elektrofahrzeuge auch Kosten sparen, da kleinere und damit günstigere Batterien eingesetzt werden können. Diese Überlegung gewinnt vor dem Hintergrund steigender Batteriepreise zusätzliche Bedeutung.

In Europa bietet aktuell nur der chinesische Stellantis-Partner Leapmotor ein entsprechendes Modell an. Andere Hersteller wie Volkswagen planen den Einstieg, während BMW die Technik einst in Europa mit dem Kleinwagen i3 pilotierte und nun Berichten zufolge wieder testet.

Konkrete technische Details zu Renaults EREV-Modellen nannte Brunet nicht, stellte jedoch CO₂-Emissionen von etwa 25 Gramm pro Kilometer in Aussicht. Zum Vergleich: Die Plug-in-Hybridversion des Rafale, die 2024 eingeführt wurde, liegt bei 40 g/km.

Die kommende Generation von Scenic und Rafale soll als erste auf der neuen Plattform basieren. Diese deckt Fahrzeuglängen von 4,3 bis etwa 4,8 Metern ab und eignet sich für verschiedene Karosserieformen wie Limousinen, SUVs oder Vans. Standardmäßig ist ein Hinterradantrieb vorgesehen, optional ist Allradantrieb möglich.

Parallel prüft Renault offenbar den Einsatz von Technik des Joint Ventures Horse Powertrain, das gemeinsam mit Geely betrieben wird. Dort wurden verschiedene Range-Extender-Lösungen entwickelt.

Mit der neuen Plattform verfolgt Renault laut Automotive News auch das Ziel, die Kosten im Vergleich zu heutigen E-Fahrzeugen um bis zu 40 Prozent zu senken. Dies soll vor allem durch den Einsatz günstigerer Batterietechnologien erreicht werden. Eine Festlegung auf eine bestimmte Chemie vermeidet man bewusst. „Wenn man die Spezifikation der Chemie zu früh festlegt, ist man beim Markteintritt völlig veraltet“, so Brunet. „Das verändert sich so schnell.“

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Via: Automotive News (kostenpflichtig)
Unternehmen: Renault
Antrieb: Hybridfahrzeuge

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Hans Peter meint

    07.04.2026 um 19:36

    Nein, das Fahrerlebnis ist nicht rein elektrisch. Schließlich hat man die Geräuschkulisse des Verbrennungsmotors, wenn der den Akku nachlädt. Bei 700 km Reichweite rein elektrisch (wenn auch nur nach WLTP) braucht kein Mensch einen Range Extender. Renault hätte sich vermutlich den Entwicklungsaufwand gespart, wenn sie die Entwicklung der Spritpreise gekannt hätten. Bei mehr als 2 € je Liter sind solche Konzepte völlig uninteressant.

    Antworten
  2. Andreas Kühweg meint

    07.04.2026 um 17:34

    Der Hybrid war die Brückentechnologie zwischen Verbrenner und E-Auto. Der Plug-in-Hybrid ist die Brückentechnologie zwischen Hybrid und E-Auto. Der Range Extender wird die Brückentechnologie zwischen Plug-in-Hybrid und E-Auto. Ist schon bekannt, was die Brückentechnologie zwischen Range Extender und E-Auto werden soll?

    Antworten
  3. Mike meint

    07.04.2026 um 16:16

    Habe ich dort im Artikel „Verbrennungsmotor“ gelesen? Die neue Bobbycar-Technologie?

    Antworten
  4. St. Peter meint

    07.04.2026 um 15:58

    „…Angst vor steigenden Batteriepreisen “ . Ganz mein Humor. Das Auto soll bis 700 Km mit der Batterie fahren können. Selbst wenn es nur 600 Km sind, sollte das im Altag genug sein. Die German Reichweitenangst mal wieder. Es muss halt immer was verbrannt werden.

    Antworten
  5. elektron meint

    07.04.2026 um 14:28

    Brückentechnologie zur Brückentechnologie… smh

    Antworten
  6. Gerry meint

    07.04.2026 um 12:26

    Eine weitere Krückentechnologie 🙄.
    Überflüssig wie sonstwas.

    Antworten
    • elektromat meint

      07.04.2026 um 18:07

      ein trösterle für die Verbrennerzulieferer Bosch und Co und wie sie in Frankreich so alle heißen

      Antworten

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