Die BMW Group verlegt ihr Recycling- und Demontagezentrum (RDZ) von Unterschleißheim an den Konzernstandort Wackersdorf und baut es dort deutlich aus. Am neuen Standort entstehe ein technologisch hochmodernes Competence Center Circularity (CCC), das die Entwicklung von Know-How im Bereich der Demontage und Wiederverwertung von Fahrzeugen in die Zukunft bringe, heißt es. Die Inbetriebnahme ist für Anfang 2029 vorgesehen.
„Kreislaufwirtschaft ist zentrales Element der BMW Group Unternehmensstrategie“, sagt Jörg Lederbauer, Vice President Kreislaufwirtschaft, Ersatzteilversorgung Hochvoltspeicher und elektrischer Antrieb der BMW Group. „Unser neues Kompetenzzentrum in Wackersdorf wird ein zentraler Baustein unserer zirkulären Wertschöpfung und hilft, die Mobilität der Zukunft ressourcenschonender zu gestalten. Wir wollen Materialien bestmöglich im Kreislauf halten und damit Ressourcen langfristig und werterhaltend nutzen. Damit senken wir auch unsere Abhängigkeit von Primärrohstoffen. Zudem wird der Einsatz hochwertiger Sekundärmaterialien den CO2e-Fußabdruck unserer Fahrzeuge weiter deutlich reduzieren.“
Seit über 30 Jahren werden in BMWs Recycling- und Demontagezentrum (RDZ) am aktuellen Standort in Unterschleißheim bei München Verfahren entwickelt und in der Praxis erprobt. Damit werden laut dem Premiumautobauer wesentliche Fortschritte bei der Wiederverwertung von Teilen und Wertstoffen erzielt. So würden die im RDZ erlangten Erkenntnisse über die Recyclingfähigkeit von Bauteilen und Materialien im Sinne eines „Design for Circularity“ bereits in der Produktentwicklung der BMW Group berücksichtigt. Diese flössen auch in die Kooperation mit PreZero ein, die die BMW Group kürzlich eingegangen ist. Mit PreZero will der Konzern die strategischen und wirtschaftlichen Potenziale der Kreislaufwirtschaft im Bereich der Altfahrzeugverwertung heben.
Auch das weltweite Netzwerk der Verwertungsindustrie soll von der Arbeit des RDZ profitieren. Etwa 3000 Betriebe in 32 Ländern nutzen den Angaben zufolge eine gemeinsame Recycling Datenbank, um sich darüber zu informieren, wie wiederverwertbare Bauteile kostengünstig demontiert und wertvolle Materialien effizient zurückgewonnen werden können.
Am zukünftigen Standort sollen Prozess-, Material- und Technologieentwicklung enger mit der operativen Fahrzeugverwertung verbunden werden. Zu den neuen Umfängen im Competence Center Circularity zählen laut BMW unter anderem das Recycling von Wasserstofffahrzeugen, die Automatisierung von Demontageprozessen sowie der Know-how Aufbau bei innovativen Schredder- und Sortiertechnologien.
Aus Sicht der BMW Group ist Wackersdorf „eine Ideallösung für den neuen Standort des Kompetenzzentrums für Zirkularität“. So stehe das BMW-Group-Werk Wackersdorf seit Jahrzehnten für Flexibilität: Mit der Cockpitfertigung, dem Rolls Royce Türen- und Klappenzentrum, der Auslandsversorgung für Überseewerke sowie dem Batterietestzentrum verfüge der Standort über eine breit gefächerte Expertise und ist fest im BMW-Group-Netzwerk verankert.
Mit der Standortentscheidung beginnt nun die detaillierte Planungsphase für das Competence Center Circularity am neuen Standort. Das bestehende RDZ in Unterschleißheim bleibt bis zur Verlagerung vollumfänglich in Betrieb. Über die nächsten Schritte will die BMW Group zu gegebener Zeit informieren.

eBikerin meint
Kann eigentlich gar nicht stimmen. Denn laut einem über die Presseportale bestens informierten User hier, verlagert doch BMW alles in Ausland? Ok ist keine Produktion, sondern das Gegenteil – aber trotzdem schafft BMW hier Arbeitsplätze in Deutschland, was ja eigentlich laut diesem User gar nicht der Fall ist.
Tinto meint
Auch Rolls Royce baut in Friedrichshafen ein neues Werk.