Nach einem Jahr tiefgreifender Einschnitte richtet der europäische Autokonzern Stellantis seinen Fokus wieder stärker auf Produkte und Qualität. Vorstandsvorsitzendem John Elkann zufolge hat das Unternehmen nach schmerzhaften Kostensenkungen begonnen, die Qualität zu verbessern, mehr Hybridmodelle anzubieten und die Beziehungen zu Händlern zu reparieren. Diese Maßnahmen zeigten laut der Automobilwoche bereits Wirkung und stärkten die Ausgangsposition des Konzerns.
Ausgangspunkt der Neuausrichtung war ein schwieriges Geschäftsjahr, in dem Stellantis hohe Belastungen verbuchen musste. Insgesamt fielen Abschreibungen in Höhe von 22,2 Milliarden Euro an, die vor allem mit dem Rückbau ambitionierter Elektroauto-Strategien zusammenhingen. Der daraus resultierende Nettoverlust markierte für Elkann einen Wendepunkt: Das Jahr sei ein „Jahr der Abrechnung“ gewesen, in dem sämtliche Bereiche des Unternehmens überprüft wurden – „um Verbesserungsfelder zu identifizieren und sie entschlossen anzugehen“.
Der Umbau erfolgt unter wachsendem Druck von Investoren und Händlern. Rückläufige Verkaufszahlen und Probleme mit Lagerbeständen hatten Ende 2024 im Rücktritt des damaligen CEO Carlos Tavares gegipfelt. Auch die Muttergesellschaft Exor drängt auf Veränderungen. Elkann kündigte an, das Portfolio der Holding zu straffen und sich auf weniger, dafür größere Beteiligungen zu konzentrieren, um eine bessere Kontrolle zu gewährleisten.
„Ich bin zuversichtlich, dass Stellantis die Wende schaffen wird“, erklärte Elkann in einem Brief an die Aktionäre von Exor. Exor ist die Investmentgesellschaft der Agnelli-Familie – die Gründer von Fiat – zu der Elkann gehört.
Zur weiteren Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit prüft Stellantis dem Bericht zufolge Kooperationen mit chinesischen Partnern, insbesondere zur Unterstützung des schwächelnden Europageschäfts. Trotz erster Fortschritte bleibt der Ausblick verhalten: 2026 werde „weiterhin ein anspruchsvolles Jahr“ sein, geprägt von geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten, weshalb Vorsicht geboten sei, so Elkann.


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