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Kosmera bekräftigt Elektro-Hypercar mit Produktion in Brandenburg

08.05.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 12 Kommentare

Bild: Dreame Technology

Kosmera ist eine 2025 gegründete Automarke von Dreame Technology aus China. Das Unternehmen, das seit 2017 Saug- und Putzroboter produziert und weltweit vertreibt, will E-Autos im obersten Leistungssegment bauen. Geplant ist zunächst ein Hypercar mit weit über 2000 PS (1471 kW), dessen Produktion ab Ende 2027 in Brandenburg in der Nähe der Tesla-Gigafabrik anlaufen soll.

Der angekündigte Standort in Deutschland hat in der Branche Skepsis ausgelöst. Bei einem Treffen mit Engineering Director Alessandro Tarrone und Vice President of Manufacturing & Engineering Michael Li wurde laut dem Portal Edison am Designmodell „Star Matrix“ deutlich, dass das spätere Kleinserienfahrzeug formal nur wenig mit der gezeigten Studie gemeinsam haben soll.

„Wir wollen zeigen, auf welchem Niveau unser Hypercar fahren wird“

„Wir wollen zeigen, auf welchem Niveau unser Hypercar fahren wird“, erklärte Tarrone. Das Serienmodell solle eine eigenständige, ikonische Gestaltung erhalten und sich an keinem konkreten Vorbild orientieren. In die Entstehung seien potenzielle internationale Kunden eingebunden, darunter hochkarätige Autosammler.

Michael Li beschreibt ein Fahrzeug mit vier sehr hochdrehenden Elektromotoren, die radnah verbaut werden und gemeinsam mit einer Künstliche-Intelligenz-gesteuerten Kraftverteilung ein besonders spontanes Torque Vectoring ermöglichen sollen. Die Fahrzeugstruktur aus Kohlefaser-Monocoque und Aluminium-Skelett entsteht den Angaben nach in Zusammenarbeit mit internationalen Rennwagen-Entwicklern.

Kosmera arbeitet nach eigener Darstellung parallel auf verschiedenen Ebenen mit Künstliche-Intelligenz-gestützten Werkzeugen, während Entwicklungssprünge in der laufenden Prozessentwicklung der Bauteile unmittelbar übernommen werden. Das soll Vorteile bei der Zeit bis zur Serienreife und beim Anlauf der Produktion bringen, weil auch Werkzeuge bereits während der Erprobungsphase angepasst werden.

Produktion in Deutschland

Der Hypersportwagen wird anders als die viersitzige Studie als Zweisitzer entwickelt. Die geplante Fertigung in Deutschland begründet Li mit der Verfügbarkeit geschulter Fachkräfte, der hohen automobilen Kompetenz und spezialisierten Zulieferern mechanischer Komponenten. Elektronische Komponenten einschließlich Batterie und Steuerelektronik sollen aus China kommen, fahrdynamische Hardware aus Europa. Die Produktion in Brandenburg ist als hochautomatisierte Anlage nach chinesischem Großserien-Vorbild geplant.

Im Forschungs- und Entwicklungszentrum im chinesischen Fuzhou arbeiten derzeit nach Unternehmensangaben mehr als 1000 Experten, bis Jahresende sollen es rund 2000 sein. Das Projekt zielt dem Bericht zufolge nur auf ein elektrisches Hochleistungsfahrzeug, sondern auch auf eine interaktive Elektronik-Architektur für ein neues Fahrerlebnis auf Rennstrecke und Straße.

Dafür entwickelt Kosmera ein auf Künstliche Intelligenz und Augmented Reality gestütztes System, das mit dem Fahrer in Echtzeit kommuniziert. Li bezeichnet es als „kognitives System“, das wie ein virtueller Mitfahrer funktioniere. Es interpretiert Fahrzeugdynamik, Umgebung, Straßenbeschaffenheit, Fahrweise sowie körperliche und mentale Verfassung des Fahrers und blendet im Sichtfeld unter anderem Fahrlinien, Bremspunkte und Lenkunterstützung ein.

Im Alltagsverkehr soll das System die Konzentrationsfähigkeit des Fahrers unterstützen, Situationen außerhalb seiner unmittelbaren Wahrnehmung erfassen, Risiken bewerten, warnen und Vermeidungsstrategien anzeigen. Die Technik soll den Fahrer nicht ersetzen, sondern mit ihm zusammenarbeiten.

Das Designmodell Star Matrix ist für die Investoren aus China, Taiwan, dem Nahen Osten und der westlichen Welt als Leuchtturmprojekt gedacht. Bereits in der Entwurfsphase befinden sich laut Edison weitere Modellreihen für darunter liegende Marktsegmente, die höhere Stückzahlen und Renditen bringen sollen. Diese Fahrzeuge sollen von Komponenten des Hypersportwagens profitieren. Ob auch sie in Brandenburg gebaut werden könnten, ist offen.

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Via: Edison
Tags: ChinaUnternehmen: Dreame Technology, Kosmera
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Stefan meint

    09.05.2026 um 01:26

    Von den Fachkräften her wäre Sachsen (VW) oder NRW / Pfalz ( Nähe Ford oder Opel) besser geeignet als Brandenburg?

    Antworten
  2. Tinto meint

    08.05.2026 um 17:20

    “ Die geplante Fertigung in Deutschland begründet Li mit der Verfügbarkeit geschulter Fachkräfte“
    Da hat Li wohl keine guten Erfahrungen mit seinen Chinesischen Landsleuten aka “ Spezialisten“ gemacht, wenn er ausschließlich auf die Kompetenz deutscher Fachkräfte setzt.

    Antworten
    • Fra p. meint

      10.05.2026 um 20:14

      China hat sicherlich experten aber die gibt es nicht viel. wenn man infos findet wo BYD arbeiter sucht für 700 euro für 80h woche, 14 tage arbeit, 1 tag frei rythmus. Kann man nur monteure ohne grossen automotiv wissen anstellen. Auch wie man arbeitet ist anders, man entwickelt, bring das fahrzeug in den markt und dann werden die fehler beseitigt mit grossen teams.

      Antworten
      • M. meint

        12.05.2026 um 11:26

        Hey, das ist ein (schrumpfendes, aber trotzdem riesiges) Volk mit 1500 Mio. Menschen. Da wird man doch ein paar hundert finden, die einen Supersportwagen „zusammenschrauben“ können?

        Was BYD sucht, hat damit nichts zu tun. Mitarbeiter für die 80 Std. Woche findet man hier auch nicht, was mal eine ehrliche und wichtige Errungenschaft von Gewerkschaften ist. Aber in grauer Vorzeit, würde ich meinen. Solche Verhältnisse, wie sie BYD – deinem Post nach, zumindest – anstrebt, gab es hier spätestens noch im 19. Jahrhundert. Das wäre aus meiner Sicht auch gleich das nächste NoGo bei einer Kaufentscheidung.

        Antworten
  3. Die Wahrheit meint

    08.05.2026 um 16:37

    Wer braucht 2000 und mehr PS, wenn die ersten Autos bereits fliegen.

    Brandenburg wird zur neuen Autostadt, während deutsche OEM, wie VW mit dem Golf nach Mexiko, ins Ausland abwandern.

    Antworten
    • eBikerin meint

      11.05.2026 um 14:08

      Brandenburg ist ein Land keine Stadt. Die Haupstadt von Brandenburg heisst Potsdam.

      Antworten
      • M. meint

        11.05.2026 um 18:22

        Jetzt erwartest du von landesfremden Fern-Influenzern aber zu viel.

        Antworten
  4. David meint

    08.05.2026 um 15:29

    Da bin ich doch recht enttäuscht. Das können die Kollegen von BYD mit dem YangWang U9 Xtrem deutlich besser, da sind es 3000 PS. Im Grunde genommen hätte Dream 5000 PS bieten müssen. Gebt euch mal mehr Mühe, da geht doch noch was! Und wenn das Auto keine 600 km/h fährt, dann seh ich sowieso schwarz.

    Antworten
    • Future meint

      08.05.2026 um 16:40

      Die Putzroboterfirma will die deutschen Hersteller dich nur ein bisschen ärgern.
      Ich glaube, dass funktioniert auch schon, wenn man diese »Antworten« aus der deutschen Autobauerszene so anklickt.

      Antworten
      • David meint

        09.05.2026 um 10:54

        Was soll denn dieses despektierliche „Putzroboterfirma“? Xiaomi ist sogar Marktführer der Putzroboter, nur haben sie ihnen den Markennamen Roborock verpasst. Immerhin fahren die mit LIDAR, also wird ein gewisser amerikanischer Fahrzeughersteller nicht in diesen Geschäftszweig einsteigen können.

        Antworten
        • M. meint

          11.05.2026 um 18:25

          Lidar mag preislich in chinesische Putzroboter passen, aber nicht in texanische Autos.

        • Future meint

          12.05.2026 um 08:57

          Xiaomi ist einer der größten Technologiekonzerne der Welt.
          Kosmera ist seit 2017 »nur« ein Putzroboterhersteller, der jetzt halt auch noch einen Hypercar baut, steht im Text. Das ist in etwa so, als würde sich Miele auch einen Supersportwagen neben die Waschmaschinen hinstellen.

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