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Mercedes hält an großen Bildschirmen fest, bringt aber wieder Tasten zurück

08.05.2026 in Autoindustrie, Technik von Thomas Langenbucher | 5 Kommentare

Mercedes-Benz-C-400-4MATIC-elektrisch-Cockpit

Bild: Mercedes‑Benz

Insbesondere die neuen Elektroautos von Mercedes-Benz fallen mit ihren großen, fast die gesamte Cockpitfläche einnehmenden Touchscreens auf. Die Stuttgarter wollen daran festhalten. Vertriebschef Mathias Geisen begründet das gegenüber Autocar damit, dass diese Displays das digitale Handwerk der Marke zeigen sollen. Zugleich will das Unternehmen bei wichtigen Funktionen wieder physische Bedienelemente anbieten.

Während Wettbewerber wie Volkswagen und Audi die Dominanz ihrer Bildschirme in ihren Autos verkleinern und nach Widerstand von Kunden gegen Touch-Bedienung wieder mehr Tasten einführen, setzen neue Mercedes-Modelle wie GLC und C-Klasse weiter auf einen großen „Hyperscreen“ über die gesamte Breite des Armaturenbretts.

Geisen sagt, die Ausrichtung auf große Bildschirme passe zur Premium-Position der Marke. Er verweist auf die Gestaltung des Innenraums mit Anmutung, Materialien und Verarbeitung und darauf, dass dieses Gesamterlebnis mit der digitalen Seite nahtlos verbunden werden solle. Zur Begründung zieht der Vertriebschef den Vergleich zum Smartphone heran: Seit 20 Jahren sehe es im Grunde gleich aus, die „Magie“ spiele sich aber hinter dem Bildschirm ab. Deshalb halte Mercedes große Displays für den richtigen Weg. Bei den in der neuen C-Klasse angebotenen Hintergründen könne man die Atmosphäre im Innenraum individuell gestalten.

Geisen erklärt zudem, manche Hersteller entschieden sich für stärker „funktionale“ Touchscreens. Wer aber eine Verbindung zum Kunden schaffen wolle, müsse einen Weg finden, dieses digitale Erlebnis vom Telefon auf den Kunden zu übertragen. Ein nahtloser, etwa einen Meter breiter Bildschirm mit sehr hoher Auflösung ermögliche es, den Innenraum nicht nur über Hardware, sondern auch über Software zu individualisieren, etwa mit Hintergründen oder Bildern der eigenen Kinder.

Trotz dieser Haltung hat Mercedes den Einsatz physischer Bedienelemente nach eigenen Angaben angepasst. Geisen nennt als Beispiel die Rückkehr physischer „Roller“-Bedienelemente anstelle haptischer Pads am Lenkrad. Kunden hätten demnach vor zwei Jahren gesagt: „Leute, nette Idee, aber es funktioniert für uns einfach nicht“, woraufhin Mercedes den Ansatz geändert und ihn wieder analoger gemacht habe.

Diesen Kurs will das Unternehmen fortsetzen. Geisen sagt, Mercedes werde die Nutzung von Bildschirmen und physischen Bedienelementen „mischen“. In künftigen Produkten solle es mehr feste Tasten für bestimmte Funktionen geben, auf die Kunden direkt zugreifen wollen. Zugleich halte man an großen Displays fest. In Erhebungen mit Kunden sei die Rückmeldung eindeutig: „Wir lieben die großen Bildschirme, aber wir wollen feste Bedienelemente für bestimmte Funktionen.“

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Via: Autocar
Unternehmen: Mercedes-Benz
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Urbs meint

    12.05.2026 um 12:06

    Eigentlich sind die Bildschirme gar nicht so groß, Sie sind nur sehr Breit.

    Ich fände eine Mischung aus einem Tesla Model S (altes Modell) hochkant Bildschirm in der Mitte mit Drehmöglichkeit a`la BYD
    +ordentlicher Bildschirm hinterm Lenkrad
    +HUD mit konfigurierbaren Informationen (haben verschiedene Hersteller)
    +Ablagefach für Smartphone einsehbar (hat leider kein mir bekannter Hersteller) z.B. für alternative Verkehrsführung von Google
    +guter haptischer Bedienung am Lenkrad a´la BMW i3 (der schnucklige aus Carbon)
    +Klimatisierung mit haptischer Bedienung und an den Auslässen

    Das wäre meine Konfiguration

    Antworten
  2. South meint

    09.05.2026 um 13:58

    Also da findet die Branche kein Mittelmaß, irgendwie schon fast irre. Entweder ein hingeklatschtes Display oder hier ein Display, das einen fast erschlägt, völlig unnötig überdimensioniert und vermutlich auch teuer und will gar nicht wissen, was da ein Austausch kosten würde.
    Irgendwie schaffts keiner mehr da ein schönes praktisch orientiertes und dimensioniertes Display in das Cockpit zu integrieren. Entweder sie kopieren die Tesla hinklatschteil oder ein Entwickler darf sich da austoben, als ob es einen Preis für die ausgefallenste Lösung gäbe.
    Die Autoindustrie hört hier doch nicht auf normale Kunden. Die Kunden wollen überwiegend normale Hebel oder wegs meiner auch noch Schalter für Funktionen, welche man häufig benutzt und natürlich gern ein Display bei dem man auch mal rumspielen darf. Alles digital oder alles alt, dass wollen nur wenige.
    Für Tesla war es halt günstiger und damals hipper, einfach alles in nem relativ günstigen Monitor unterzubringen, als die alten Hersteller nur Knöpfe hatten, aber das rumgefummle in Menüs während der Fahrt will doch kein Mensch. Bei nem Smartphone ist sowas ok, aber ein Auto muss man halt auch noch fahren. Also nicht falsch verstehen, supergerne ein Display mit allen möglichen Spielerein, aber sowas, oh herrje…

    Antworten
  3. Gernot meint

    09.05.2026 um 07:38

    «Geisen sagt, die Ausrichtung auf große Bildschirme passe zur Premium-Position der Marke.»

    Ok, da ist sie dann, die schwachsinnige Erklärung für die Designkatastrophe beim Mercedes-Interior. Es geht nur um „wir haben den Größten“, weil Mercedes in Zeiten, in denen man einen 55-Zoll-Fernseher überall für unter 300 Euro kaufen kann, einen großen Bildschirm immer noch mit Premium verwechselt. Mercedes hat da die letzten 10 Jahre verpasst.

    Der Punkt ist, dass es dann wirklich nur um völlig sinnloses Rumgepose geht. Das ist überhaupt nicht vom User bzw. User Interface aus gedacht. Man kann diese riesige Bildschirmfläche nicht sinnvoll nutzen. Was will man da darstellen? Der User soll primär auf die Straße schauen. Teile des Bildschirms werden aus Usersicht vom Lenkradkranz verdeckt und andere Teile des Bildschirms sind weit außerhalb des Blickfeldes. Und unter Designaspekten sind diese riesigen Bildschirmbretter eben auch katastrophal plump.

    Die klassische Aufteilung hat schon ihren Grund: kleines Fahrerdisplay, dass man durch den Lenradkranz sehen kann (wo früher Tacho und Drehzahlmesser saßen). In der Mitte ein großes Display für Infotainment/Settings. Das obere Größenlimit dafür liegt da je nach Fahrzeuggröße bei etwa 15-20 Zoll. Darüber verschlechtert sich die Usability wieder. Dinge wie ein HUD und Panoramic Vision von BMW sind sinnvolle, weil vom User aus gedachte Weiterentwicklungen für das User Interface im Auto.

    Für Premium-Interior-Design könnte Mercedes auch mal bei Polestar in die Lehre gehe. Hochwertig, dezent. So geht Premium. Und nicht dem User primitiv-prollig entgegenbrüllen: „Ich hab‘ den Längsten“.

    Antworten
  4. EVrules meint

    08.05.2026 um 18:34

    Mercedes – eurer neues Interieur hat den Charme eines Kühlschranks. Es mag funktionieren aber „leicht abwischbar“ ist kein besonders positives Attribut, um Wohnlichkeit, angenehme Oberflächen und den Anspruch des Gehobenen zu beschreiben.

    Nur BMW reiht sich mit einem stärker verunstalteten Interieur davor ein.

    Antworten
  5. Future meint

    08.05.2026 um 17:02

    Wer den großen Bildschirm im Mercedes nicht mag, der kann sich den ja vom Folierer seines Vertrauens in Wurzelholzoptik laminieren lassen. Ein kleines Fenster kann man sich ja trotzdem freilassen.

    Antworten

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