In den Gemeinden Irlbach und Straßkirchen ist ein neues BMW-Werk für Hochvoltbatterien der sechsten Generation entstanden. Der Standort ist eines von fünf neuen Werken der BMW Group weltweit. Der Neubau wurde laut dem bayerischen Premiumhersteller erstmals vollständig digital geplant, gebaut und übergeben.
Das Projekt stehe exemplarisch für „Bavarian Speed“ mit kurzen Wegen, enger Zusammenarbeit mit regionalen Partnern und einem digitalen Werkzeugkasten, der Planung und Umsetzung beschleunigt, so BMW. Der digitale Ansatz endet demnach nicht mit der Fertigstellung. Auch im Facility- und Energiemanagement kommen Datenplattformen, Künstliche-Intelligenz-gestützte Prozesse und neue Tools zum Einsatz, die über den gesamten Lebenszyklus messbare Verbesserungen bringen sollen.
„Digitale Plattformen sind der Schlüssel, um komplexe Bauvorhaben in vorgegebener Zeit, Qualität und Kosten zu realisieren. Sie vernetzen alle Beteiligten, schaffen Transparenz und stellen sicher, dass Planung, Bau und Betrieb nahtlos ineinandergreifen“, sagt Nicole Haft-Zboril, SVP Real Estate Management bei der BMW Group.
Im Immobilienmanagement setzt der Konzern auf „Building-Information-Modeling“ (BIM) und „Lean Construction Management“. Lean Construction soll Abläufe klar strukturieren und Verzögerungen vermeiden. BIM bündelt fast sämtliche Informationen eines Bauwerks in einem dreidimensionalen Modell, auf das alle Projektbeteiligten zugreifen können. Dadurch sollen Fehler reduziert und Zeit eingespart werden.
Für das Werk Irlbach-Straßkirchen wurde erstmals ein durchgängiger „One Model“-Ansatz umgesetzt. Der digitale Zwilling in der Cloud vereinte alle Pläne und Modelle in einem Datenraum mit einheitlichem Zugriff. „Einzigartig dabei ist, dass 62 Fachmodelle in einem Koordinationsmodell vereint wurden“, unterstreicht BMW. „Dies bedeutet, dass die jeweils einzelnen Modelle und Pläne der Projektbeteiligten, wie Architekten, Statiker, Tragwerkplaner etc. in einem einzigen Gesamtbauwerksmodell zusammengefasst wurden. Dadurch entfielen rund 25.000 manuelle Informationsanfragen, da alle Partner und Gewerke jederzeit denselben Planungsstand vorliegen hatten.“
Silvia Meyer, Projektverantwortliche für Bau, Facility Management und Sicherheit bei der BMW Group, beschreibt den Wechsel so: „Früher haben wir Informationen mühsam zwischen einzelnen Planungsständen abgeglichen. Heute arbeiten alle Beteiligten im selben digitalen Modell.“ Das reduziere Planungsschleifen massiv und mache das Projekt schneller, robuster und skalierbar.
Zusätzliche Präzision liefern autonome Drohnen, die regelmäßig über die Baustelle fliegen, den Ist-Zustand dokumentieren und die Daten automatisch mit dem digitalen Zwilling abgleichen. Abweichungen werden schneller erkannt, manuelle Prüfschritte verkürzen sich. Das soll Baugeschwindigkeit, Qualität und Sicherheit steigern.
Hinzu kommt eine vollständig papierlose Dokumentation, deren Informationen digital verfügbar bleiben und nahtlos in den Betrieb übergehen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen künftig als Standard dienen, um Folgeprojekte schneller, konsistenter und mit höherer Datenqualität umzusetzen.

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