Der schwedisch-chinesische Elektroautobauer Polestar hat im letzten Jahr seinen Umsatz um 50,3 Prozent auf 3,06 Milliarden US-Dollar (ca. 2,6 Mrd. Euro) steigern können. Doch zugleich nahm der Verlust um 15 Prozent auf 2,36 Milliarden US-Dollar (ca. 2 Mrd. Euro) zu.
Die Tochter des chinesischen Geely-Konzerns betont, dass das bereinigte EBITDA deutlich niedriger bei 783 Millionen US-Dollar lag, was eine Verbesserung um 297 Millionen US-Dollar im Vergleich zum Vorjahr bedeute. Der Gesamtverlust von 2,36 Milliarden US-Dollar sei auf Wertminderungsaufwendungen zurückzuführen. Allein 1,05 Milliarden US-Dollar seien nicht-zahlungswirksame Abschreibungen auf Vermögenswerte. Davon gehen allein 739 Millionen US-Dollar auf das große SUV Polestar 3 zurück, der schlechter läuft als erwartet.
Während der Absatz um 34 Prozent auf 60.119 E-Autos zulegte, wuchs der Umsatz von Polstar um 50,3 Prozent auf 3,06 Milliarden US-Dollar. Letzteres gelang auch durch eine Vervielfachung des Verkaufs von CO2-Zertifikaten von 11 auf 211 Millionen US-Dollar. Als reiner Stromer-Bauer kann Polestar „CO2-Credits“ an Autohersteller mit weniger umweltfreundlichen Modellen verkaufen, womit diese EU-Strafen vermeiden können.
„2025 war ein Rekordjahr für Polestar mit über 60.000 verkauften Fahrzeugen und einem Umsatz von über 3 Milliarden US-Dollar. Unsere starke Geschäftsentwicklung wurde durch den Ausbau unseres Vertriebsnetzes und die Stärke unserer Modellpalette erzielt“, sagt Polestar-CEO Michael Lohscheller.
„Im Jahr 2026 liegt unser operativer Fokus auf dem weiteren Ausbau unseres Vertriebsnetzes. Wir planen, unsere Verkaufsstellen um 20 % zu erweitern, zeitgleich mit der größten Modelloffensive unserer Geschichte“, so Lohscheller weiter. „In den nächsten drei Jahren sind vier neue Modelle geplant. Obwohl wir aufgrund der anhaltenden geopolitischen Entwicklungen mit einem schwierigeren Marktumfeld rechnen, werden wir unsere finanzielle Performance weiter steigern und auf unseren Erfolgen von 2025 aufbauen – mit einem verbesserten Modellmix, kontinuierlicher Kostensenkung und finanzieller Disziplin.“

M. meint
Da sind auf der einen Seite hohe Abschreibungen, die sich nicht wiederholen, und auf der anderen Seite (weniger) hohe Einnahmen aus dem Verkauf von CO2-Zertifikaten, die sich aber auch nicht wiederholen.
Ist doch alles Quark. Unter dem Strich ist das Ergebnis nach wie vor negativ, und das trotz deutlich höherem Absatz, und sehr schlanker Orga – man nutzt Technik aus der Konzernkiste (spart also bei teuren Entwicklungen) und lässt sich seine Autos bauen (keine eigenen Werke). Viel schlanker wird das nicht mehr. Das Geld wird man also woanders einsparen müssen, oder kommt bald auf völlig andere Absatzzahlen… 6-stellig statt 5-stellig.
Sonst geht den Geldgebern irgendwann die Geduld aus.