Im April 2026 stieg der deutsche Pkw-Markt bei gleicher Anzahl an Arbeitstagen wie im Vorjahresmonat um 2,7 Prozent, berichten die Analysten von Dataforce. Das Wachstum wurde demnach vor allem von Privatkunden mit +6704 Einheiten beziehungsweise 8,2 Prozent und von Eigenzulassungen des Fahrzeugbaus mit +4014 Einheiten beziehungsweise 18,0 Prozent getragen. Flottenzulassungen gingen um 3,6 Prozent zurück, Eigenzulassungen des Fahrzeughandels um 6,0 Prozent.
Die bereits im letzten Jahr sichtbare Entwicklung setzt sich fort: Taktische Zulassungen bei kurzfristigen Überkapazitäten verlagern sich weiter vom Fahrzeughandel zu Herstellern und Importeuren. Bei Autovermietern gab es nach dem starken Anstieg zu Jahresanfang nur geringe Veränderungen von plus 1,8 Prozent. „Es bestätigt sich die Annahme, dass Vermieter ihre Fahrzeuge lediglich früher im Jahr zugelassen haben“, so Dataforce.
Private Käufer schafften wieder mehr neue Autos an, vor allem wegen des Umstiegs auf Elektromobilität. Die Zahl privater E-Neuzulassungen stieg im April um 85 Prozent. Knapp ein Drittel (32,7 %) der privat Kaufenden entschied sich für ein rein elektrisches Fahrzeug (BEV). Damit liegt der Privatmarkt beim Elektro-Anteil bereits wieder vor dem Flottenmarkt (31,5 %).
Dämpfer für Transportermarkt
Der Transportermarkt lag im April 2026 um 6,2 Prozent im Minus. Besonders private Transporteranschaffungen sanken um 12,9 Prozent, Flottenzulassungen um 6,6 Prozent. Eigenzulassungen im Fahrzeugbau stiegen zwar um 16,5 Prozent, waren aber insgesamt zu klein, um die Gesamtmarktentwicklung zu verändern.
Transporterkunden hielten sich bei Diesel- und Benzinfahrzeugen stark zurück: Diesel sank um 14 Prozent, Benzin um 13 Prozent. Das Elektro-Volumen stieg um 62 Prozent, erreichte aber erst 11 Prozent Marktanteil. Viele potentielle Kunden zögern derzeit laut den Analysten mit dem Umstieg und schaffen zunächst kein neues Fahrzeug an.
„Die aktuellen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen spiegeln sich im April in den Marktzahlen nieder“, erklären die Analysten. „Die Effekte werden in den nächsten Monaten weiter zunehmen: Noch höhere Elektroanteile durch die Kaufförderung, Rabatte und den Benzinpreisschock, aber auch eine insgesamt gedämpfte Nachfrage, weil eine höhere Inflation und höhere Zinsen nun nicht mehr zu vermeiden sind.“

Daniel S meint
Elektroautos werdeb sehr bald den Weltmarkt dominieren. In China und einigen eiropäischen Ländern ist etwas anderes kaum mehr zu verkaufen. Wenn diese Autos bald in guter Qualität und zu konkurrenzfähigen Preisen aus Europa kommen gut. Wenn nicht, dann kommen sie halt aus China. Was machen wir nun also?
Gernot meint
Bei Transportern ist das Problem, dass der mit all seinen Derivaten stark verbreitete Fiat Ducato (= Citroen Jumper, Peugeot Boxer, Opel Movano, Toyota Proace Max, Iveco Super Jolly) ein 20 Jahres altes Fahrzeug ist. Das gibt es zwar als E-Transporter, aber es ist letztlich nur ein umgebauter Verbrenner. Nächstes Jahr kommt endlich ein neuer Ducato. Der VW Crafter ist auch 10 Jahre alt. 2028 kommt wohl ein neuer e-Crafter. Der Ford Transit ist auch 12 Jahre alt Usw.
Mit im Winter realistischen Reichweiten von 150-200 km im 10-80% Batteriefenster selbst mit dem größten verfügbaren Akku und häufig geringen Ladegeschwindigkeiten taugen die aktuellen E-Transporter für viele gewerbliche Anwendungsfälle noch nicht. Die neuen Modelle werden von Anfang als Elektrovariante konzipiert sein und bei Bedarf größere Batterien und höhere Ladegeschwindigkeiten bieten.
Damit einhergehend dürften auch endlich Elektro-Wohnmobile/Vans richtig durchstarten, für die Fiat Ducato und Mercedes Sprinter häufig die Basis sind. Heute sind die verfügbaren E-Wohnmobile eben auch nur bedingt praxistauglich, weil man damit nur ca. 200 km fahren kann und dann eine Stunde lädt.
Tom Westerwald meint
Die Erfolgsmeldung – 85% – Elektro Boom – Im Artikel 17 Prozentzahlen – zurück bleibt ein verwirrter Leser – der auf eine Zahl wartet -wieviele E-Autos wurden verkauft?
Wieviele Privatleute fahren E-Auto – Vorallem fahren noch über 90 Prozent Verbrenner!
MK meint
@Tom Westerwald:
Für die Zahlen, wie viele eAutos in absoluten Zahlen im April verkauft worden sind, gab es in den letzten Tagen mehrere Artikel.
Und dann noch ein paar Zahlen: In Deutschland sind rund 60 Millionen Fahrzeuge (alleine rund 50 Mio. PKW, dazu Transporter, Wohnmobile, Motorräder usw.) zugelassen. Pro Jahr werden weniger als 3 Millionen neu zugelassen…das sind rund 5% des Bestands.
Heißt: Selbst wenn 100% der Neuzulassungen BEV wären und die wirklich nur Verbrenner ersetzen würden und über die Jahre kein einziges eAuto kaputt gehen oder ins Ausland verkauft würde, würde es rund 20 Jahre dauern, bis die Verbrenner von den Straßen verschwunden wären. Und wie jeder weiß, gibt es ja auch heute 30 oder 40 Jahre alte Fahrzeuge auf deutschen Straßen, während andere Autos z.B. durch einen Unfall schon nach 5 Jahren verschwinden. Autos sind nun Mal keine Handys und die Lebenszyklen deutlich länger.
Mäx meint
Fast 1/3 Anteil BEV bei Privaten, vorletzter Satz, 3. Absatz.
Eigentlich nicht so schwer wenn man denn will.
Alternativ kann man natürlich auch einfach nur meckern.
South meint
Ne, das ist ein riesiges Wow. Denn, der Anteil der reinen BEV an den Neuzulassungen ist von um die 18% nun auf 32,7% angestiegen (was ein Wachstum von 85% entspricht). Das ist unglaublich viel Wachstum. Das wäre allein rechnerisch nur noch einmal überhaupt noch möglich. Bei theoretisch anhaltendem 85% Wachstum wäre der Markt ja 2027 bei 61% und 2028 bei 112% (also geht gar nicht mehr). Mal als Vergleich, 100% BEV an den Zulassungen erwartete man für das Jahr 2035 !
In Kürze, der Hammer, so ein Wachstum werden wir in der Praxis nicht mehr sehen, weil so ein großes Wachstum mathematisch kaum mehr möglich ist.
Langfristig lag die Prognose bei 50% BEV Anteil in 2030 und bei 2035 bei 100%, heute haben wir aber schon 32,7%. Es sieht also aus, dass sich eAutos schneller, sogar viel schneller durchsetzen werden.
Oder noch einfacher. Damit ist dem Verbrenner gerade das Genick gebrochen worden…
Georg meint
Eigenzulassungen des Fahrzeugbaus heissen jetzt in Europa also die 0 Kilometer Gebrauchtwagen wie in China
MK meint
@Georg:
Es gehören aber auch Dienstwagen der eigenen Angestellten und „Team-/Poolfahrzeuge“ des Unternehmens, Messefahrzeuge usw. in diese Kategorie…und natürlich auch Vorführwagen an den Autohäusern, wenn diese über ein Agenturmodell vertrieben werden.
MK meint
Was die Transporter angeht: Natürlich sind es erst 11% BEV-Anteil (konkret sind es 11,49% nach 6,66% Marktanteil im Vorjahres-April)…aber über 60% Wachstum gegenüber dem Vorjahr in einem insgesamt geschrumpften Markt, zeigt doch dass der Wandel Fahrt aufnimmt…und in einem Markt, in dem fast 80% der Zulassungen auf Unternehmen entfallen wahrscheinlich den PKW-Markt sogar recht schnell überholen wird.
M3P_2024 meint
Bei den Transportern muss halt schnellstmöglich Klarheit kommen bezüglich 4,2 Tonnen Gesamtgewicht und eine europaweit einheitliche Gesetzeslage, dann werden die entsprechenden Fahrzeuge folgen und es wird kein Halten mehr geben. Aktuell wartet wohl jeder noch ab der kann, nicht zuletzt weil das Angebot auch noch sehr überschaubar und begrenzt praktikabel und nicht selten teuer (Sprinter) ist.