Das Projekt FastBat, auch bekannt als „Cluster Fast Battery Customization“, verfolgt das Ziel, ein vollständiges Ökosystem für die Entwicklung und Fertigung maßgeschneiderter Batteriezellen und -module aufzubauen. Das Vorhaben nutzt bestehende Strukturen im Rheinischen Revier. Gefördert wird das Projekt mit 50 Millionen Euro aus dem Transformationsfonds Rheinisches Revier. Es handelt sich dabei um eines der größten Einzelvorhaben, die dieser Fonds bisher bewilligt hat.
„Wir bauen auf dem auf, was da ist – es macht keinen Sinn, wieder von vorne anzufangen“, so Achim Kampker, Leiter des Lehrstuhls für Production Engineering of E-Mobility Components (PEM) an der RWTH Aachen und Projektleiter von FastBat im Gespräch mit dem Portal Elektroauto-News.Net. Der Fokus liege bewusst nicht auf Großserienproduktion für die Automobilindustrie, sondern auf Nischenanwendungen: Drohnen, stationäre Speicher, Dual-Use-Lösungen, kritische Infrastruktur. Ein Mehrwert soll dort entstehen, wo Standardzellen aus Asien aufgrund von Formvorgaben, Anforderungen an die Lieferkette oder extremen Bedingungen bei Haltbarkeit und Temperaturbeständigkeit nicht passen.
Um die Entwicklungsgeschwindigkeit zu erhöhen, sollen Künstliche-Intelligenz-gestützt (KI, engl. „AI“) Methoden eingesetzt werden. Diese sollen die Elektrodenentwicklung beschleunigen und Testprozeduren abkürzen. „AI kann nicht die komplette Entwicklung machen, aber sie kann an spezifischen Stellen gezielt eingesetzt werden“, so Kampker. Für die Datengenerierung arbeitet FastBat eng mit der Forschungsfabrik der Fraunhofer-Einrichtung für Batteriezellproduktion (FFB) in Münster zusammen. Das Projekt erzeugt zudem selbst umfangreiche Datensätze.
Der Produktionsprozess ist von Anfang an kreislauforientiert gestaltet. Ausschuss soll direkt in die Fertigung zurückgeführt werden. Zudem soll Lasertrocknung statt konventioneller Heißluftprozesse den Energieeinsatz senken. „Ideal ist, ich produziere den Ausschuss erst gar nicht. Aber wenn er entsteht, hole ich ihn direkt zurück“, erklärt Kampker. Über den gesamten Prozess hinweg soll eine technologische Überlegenheit erzielt werden, die sich auch wirtschaftlich trägt.
Das Projekt ist geografisch im Rheinischen Revier verwurzelt. Die Region soll durch Clusterbildung und die Vernetzung von Forschung, Industrie und Investoren zur Batterieregion Europas werden. „Früher war Energie in der Braunkohle gespeichert und wurde verbrannt. Zukünftig speichern wir sie in Batterien“, sagt Kampker.
Von der Politik fordert der FastBat-Leiter einen radikalen Abbau von Bürokratie. An die Industrie und Investoren richtet er den Appell, nicht auf eine „todsichere Sache“ zu warten. FastBat hat sich Ziele wie die Förderung von Start-ups, konkrete Produkte und neue Arbeitsplätze gesetzt. Der Erfolg des Vorhabens soll in fünf Jahren messbar sein.


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