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Wasserstoff an Flughäfen: Studie empfiehlt modularen und regional vernetzten Hochlauf

25.05.2026 in Aufladen & Tanken, Studien & Umfragen von Thomas Langenbucher | 6 Kommentare

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Bild: Daimler Truck (Symbolbild)

Eine Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) zeigt, wie Wasserstoff schrittweise und wirtschaftlich tragfähig an Flughäfen eingesetzt werden kann. Die Potenzialanalyse „Wasserstoffinfrastruktur an deutschen Flughäfen“ des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik (IML) im Auftrag des BMV und herausgegeben von der bundeseigenen NOW GmbH hebt insbesondere die Bedeutung modularer Konzepte und regionaler Kooperationen für einen erfolgreichen Hochlauf hervor.

„Wasserstoff wird auch im Luftverkehr eine wichtige Rolle spielen – allerdings mit realistischem Blick auf Einsatzfelder und Zeithorizonte. Die Studie zeigt, dass wir jetzt die richtigen Weichen stellen müssen: mit modularer Planung der Infrastrukturen, ausgewählten Anwendungen und einer engen Verzahnung mit regionalen Partnern. So schaffen wir die Grundlage für einen wirtschaftlich tragfähigen und klimafreundlichen Einsatz von Wasserstoff an Flughäfen“, sagt Verkehrsminister Patrick Schnieder.

Die Studie zeichnet ein differenziertes Bild der Einsatzmöglichkeiten von Wasserstoff im Luftverkehr. Ein kurzfristiger flächendeckender Einsatz im Flugbetrieb ist demnach nicht zu erwarten – die Technik im Flugzeug befindet sich noch in der Entwicklung. Stattdessen werden voraussichtlich zunächst nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF) eine zentrale Rolle bei der Dekarbonisierung des Luftverkehrs spielen. Entsprechend erscheint ein großskaliger Aufbau von Infrastruktur für flüssigen Wasserstoff derzeit über konzeptionelle Vorbereitungen hinaus nicht sinnvoll.

Potenziale vor allem im Vorfeldbetrieb

Kurz- bis mittelfristig bietet der Analyse zufolge insbesondere der Einsatz von gasförmigem Wasserstoff im Vorfeldbetrieb Chancen. Dazu zählen Fahrzeuge und Geräte zur Flugzeugabfertigung (Ground Support Equipment). Erste Anwendungen sind grundsätzlich umsetzbar und sollten in klar abgegrenzten Pilotprojekten erprobt werden, die auf betriebliche Lernprozesse abzielen. Mobile und reversible Infrastrukturlösungen können dabei helfen, Investitionsrisiken zu begrenzen und Anpassungsfähigkeit sicherzustellen.

Gleichzeitig zeigt die Studie (PDF), dass diese Anwendungen allein nicht ausreichen, um eine wirtschaftlich tragfähige Wasserstoffinfrastruktur am Flughafen zu gewährleisten. Begrenzte Verfügbarkeit serienreifer Fahrzeuge sowie hohe Investitions- und Betriebskosten bleiben zentrale Herausforderungen.

Ein wesentlicher Ansatz liegt in der stärkeren regionalen Vernetzung. Flughäfen können ihre Wasserstoffinfrastruktur perspektivisch auch für externe Nutzer öffnen – etwa für Logistik- und Güterverkehr, den öffentlichen Personennahverkehr oder angrenzende Industrie- und Gewerbestandorte. In solchen Multi-Use-Ökosystemen übernehmen Flughäfen eine Rolle als Integratoren und Ermöglicher, ohne zwingend selbst als Betreiber der Infrastruktur aufzutreten.

Rahmenbedingungen und Umsetzung

Die größten Hemmnisse für den Aufbau von Wasserstoffinfrastruktur liegen laut den Studienautoren derzeit weniger in der Technik als vielmehr in regulatorischen und wirtschaftlichen Fragen. Dazu zählen insbesondere fehlende Normen und Standards, komplexe Genehmigungs- und Haftungsfragen sowie Unsicherheiten bei Nachfrage und Geschäftsmodellen. Verlässliche Rahmenbedingungen und gezielte Unterstützung können dazu beitragen, Risiken zu reduzieren und Investitionen anzureizen.

Dagmar Fehler, CEO und Sprecherin der NOW GmbH: „Die Studie zeigt konkrete Handlungsoptionen für Flughafenbetreiber, Politik und Wirtschaft auf. Sie macht deutlich, dass Wasserstoff an Flughäfen sinnvoll, tragfähig und zukunftsfähig eingesetzt werden kann – doch es wird kein Sprint, sondern ein systemischer Transformationsprozess. Tragfähig wird der Hochlauf nur, wenn Infrastruktur modular wächst, regional eingebettet ist und gemeinsam mit Partnern genutzt wird. Wer heute so plant, schafft morgen echte Handlungsfähigkeit.

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Via: Now GmbH (PDF)
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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. M. meint

    26.05.2026 um 16:07

    Ein unsinniger und gefährlicher Zwischenschritt hin zu eFuels.
    Den Wasserstoff können die Flugzeuge nicht gebrauchen, also fallen die Hauptabnehmer von Energie schon mal weg.
    Die Gebäude werden überwiegend mit elektrischer Energiebetrieben werden (und bei den Heizungen ginge das zumindest). Bodenfahrzeuge könnten das in den meisten Szenarien auch, oder sie können es mit eFuels. Auch wenn die eFuels für die Flugzeuge andere wären – die Handhabung wäre identisch zu dem, was es dort heute schon gibt.
    Warum nicht also alles auf eFuels umstellen und diesen (wortwörtlich) brandgefährlichen Stoff woanders herstellen und gleich (zu eFuels nämlich) weiterverarbeiten?

    Antworten
  2. cbzac meint

    25.05.2026 um 16:48

    Kurze Zusammenfassung der Studie:
    Da es noch keine kommerziellen wasserstoffbetriebenen Flugzeuge gibt, wurde kein sinnvoller Einsatzzweck für den Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur gefunden.

    Antworten
  3. South meint

    25.05.2026 um 15:15

    Eine Studie sollte nicht wiedergeben, ob Wasserstoff eine Lösung sein könnte, sondern ob es tatsächlich die passende Lösung ist. Es darf doch stark bezweifelt werden, um nicht zu sagen schon fast logisch ausgeschlossen, dass genau im Flughafenbetrieb, geschweige denn in Flugzeugen, der teure, platzintensive und vorallem auch supergefährliche Wasserstoff zum Einsatz kommen wird.
    Im Flughafenbetrieb können Fahrzeuge auf planbaren meist eher kurzen Strecken supergut mit Accu oder wenn überhaupt nötig, theoretisch sogar auf induktiven Strecken betrieben werden. Warum sollte man da sinnlos ein Fahrzeug mit leicht brennbaren H neben nem Flugzeug rumfahren lassen?
    Im Flugbetrieb selbst das gleiche Problem. H ist wirklich supergefährlich, aber noch schwerer wiegt, dass H sehr teuer ist und nochdazu sehr schwer gelagert werden kann.
    Ne Notlandung in einem Wasserstoffflugzeug… neee, also wenn es jemals Sinn gegeben hat, eFuels zu verwenden, dann wohl da…

    Antworten
    • Paule meint

      26.05.2026 um 07:25

      Zumindest lässt es sich vorher spurlos ablassen, im Gegensatz zum Kerosin 🤣

      Antworten
      • M. meint

        26.05.2026 um 16:02

        Kerosin verdunstet auch (fast vollständig), oder hast du schon mal Spuren davon gefunden?
        https://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/treibstoffschnellablass-das-passiert-wenn-kerosin-in-die-luft-gesprueht-wird-a-1167461.html

        Antworten
        • Paule meint

          27.05.2026 um 12:54

          Ja. Z.b. in Thüringen wurde ein 1945 angestürztes Flugzeug augegraben. Das Erdreich noch immer voller Kerosin.

          Aber egal, es wird – geht es nach Dir – völlig belanglos sein, tausende Tonnen Kerosin zu verdunsten. In Deutschland werden jährlich rund 200 bis 600 Tonnen Kerosin (Fuel Dumping) durch Flugzeuge in Notsituationen abgelassen. 2018 und 2019 insgesamt 182 Tonnen Treibstoff über Bayern abgelassen.

          Auf Deine Frage: Ja, ich kabe schon Kerosinspuren direkt nach dem Betanken gefunden. Da tröpfelt schon mal was daneben. Schau doch selbst beim nächsten mal einfach neben dem Fuel Cap nach, da landet immer was daneben.

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