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Carwow: Deutsche wollen E-Auto fahren, aber nicht mehr unbedingt kaufen

26.05.2026 in Studien & Umfragen von Thomas Langenbucher | 20 Kommentare

Mercedes-GLB-elektrisch

Bild: Mercedes-Benz (Symbolbild)

Die neue staatliche Kaufprämie bringt die Nachfrage nach Elektroautos in Deutschland deutlich zurück – allerdings nicht in den klassischen Kaufmarkt. Stattdessen entscheiden sich immer mehr Verbraucher bewusst gegen den Besitz und für Leasingmodelle. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Online-Marktplatzes für den Kauf und Verkauf von Autos Carwow auf Basis von Nutzeranfragen in Deutschland.

Im Vergleich zum Vorquartal (Q1 2026 vs. Q4 2025) stieg die Nachfrage nach reinen Stromern demnach insgesamt um 184 Prozent. Besonders stark entwickelte sich dabei das Leasingsegment: Die E-Auto-Leasingnachfrage legte im selben Zeitraum um 238 Prozent zu. Zum Vergleich: Die Nachfrage nach Neuwagenbestellungen für Elektroautos stieg um 190 Prozent.

Auch die aktuellen April-Daten zeigen, dass sich dieser Trend weiter beschleunigt. Im Jahresvergleich (April 2026 vs. April 2025) stieg die Gesamtnachfrage nach Elektroautos um 311 Prozent, während die Nachfrage über alle Antriebsarten hinweg lediglich um 68 Prozent zunahm. Gleichzeitig gingen die Anfragen nach Verbrennern deutlich zurück (Benzin: -47 %, Diesel: -68 %).

„Leasing etabliert sich zunehmend als der entscheidende Zugangskanal zur Elektromobilität“, so Carwow.

„Verbraucher suchen Flexibilität statt langfristiger Bindung“

Auch im Jahresvergleich zeigt sich die klare Verschiebung innerhalb der Nachfrage. Gegenüber dem ersten Quartal 2025 (Q1 2026 vs. Q1 2025) stieg die E-Auto-Leasingnachfrage um 180 Prozent. Die Nachfrage nach Neuwagenbestellungen legte im selben Zeitraum zwar ebenfalls deutlich zu, mit 144 Prozent jedoch spürbar weniger dynamisch.

Die April-Daten bestätigen diese Entwicklung zusätzlich: Die gesamte Leasingnachfrage stieg im Jahresvergleich um 93 Prozent, während speziell Elektroauto-Leasing um 285 Prozent zulegte.

Die Entwicklung fällt in eine Phase anhaltender Unsicherheit im deutschen E-Auto-Markt. Nach starken Preisschwankungen, Diskussionen über sinkende Restwerte, verbesserten Reichweiten und dem politischen Hin und Her rund um Fördermaßnahmen setzen viele Verbraucher zunehmend auf flexible Nutzungsmodelle statt auf langfristigen Fahrzeugbesitz.

Hybride profitieren deutlich weniger

Ein anderes Bild zeigt sich bei Hybridfahrzeugen. Zwar bleibt die Gesamtnachfrage stabil, die Dynamik des E-Auto-Markts erreicht das Segment jedoch nicht. Im Quartalsvergleich (Q1 2026 vs. Q4 2025) sank die Leasingnachfrage nach Hybriden um 17 Prozent, während Neuwagenbestellungen im selben Zeitraum um 40 Prozent zulegten.

Auch im Jahresvergleich zeigt sich die geringere Leasingattraktivität: Hybrid-Leasing wuchs gegenüber Q1 2025 um 28 Prozent, Neuwagenbestellungen dagegen lediglich um 2 Prozent. Damit bleibt der Hybridmarkt deutlich stärker kaufgetrieben als das E-Auto-Segment.

„Die Menschen sind nicht mehr bereit, jedes Risiko selbst zu tragen“

„Unsere Daten zeigen sehr klar: Die Rückkehr der Förderung aktiviert die Nachfrage nach Elektroautos, führt aber nicht automatisch zu mehr klassischen Kaufentscheidungen“, sagt Philipp Sayler von Amende, Geschäftsführer von Carwow Deutschland.

„Nach den massiven Schwankungen im E-Auto-Markt der vergangenen Jahre ist Vertrauen für viele Verbraucher zum entscheidenden Faktor geworden. Leasing wird zunehmend als Absicherung gegen sinkende Restwerte, schnelle Technologieentwicklung und politische Unsicherheit verstanden. Der klassische Fahrzeugbesitz verliert im E-Auto-Markt sichtbar an Bedeutung.“

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Via: Carwow
Tags: LeasingAntrieb: Elektroauto, Hybridfahrzeuge

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. hans meint

    27.05.2026 um 11:13

    Hallo wir haben einen mercedes EQA gekauft mit einem sehr hohen Wertverlust und separat einen id3 für 166 Euro und danach einen #1 für 212 Euro geleast Jetzt werden wir einen cupra Born für 235 Euro mit e Prämie 3000 Euro leasen. Also ich kann verstehen, dass Leute ein Auto leasen, nicht kaufen Besonders, wenn die Leute auf ihre Autos auch aufpassen

    Antworten
    • MK meint

      27.05.2026 um 12:23

      @hans:
      Das bringt halt dann was, wenn man alle paar Jahre ein neues Auto kauft. Ich kaufe ein neues Auto und fahre es dann so lange, bis es Schrott ist

      Antworten
    • MK meint

      27.05.2026 um 12:27

      @hans:
      Nachtrag: Für mich ist ein Auto ein Gebrauchsgegenstand…und mit hoher großem Hund, Pferden und einer hohen Kilometerleistung will ich auch nicht „darauf aufpassen“, sondern fahren. Wenn da auf einem schmalen Feldweg ein Ast einen Kratzer rein macht oder ein Schotterstein eine Beule reinhaut, ärger ich mich ungefähr 10 Sekunden und mache dann genau gar nichts.
      Und selbst unabhängig davon machen 45.000 km im Jahr Leasingraten, aber vor allem Auto-Abos eher unerschwinglich…

      Antworten
  2. MK meint

    26.05.2026 um 17:04

    Auch diesem Artikel fehlen wieder selektiv ein paar Aspekte:
    Leasinganfragen bei Elektroautos steigen also überproportional. Aber wie ist das bei den anderen Antriebsarten? Ist es nicht so, dass Leasing und „Auto-Abos“ generell auf dem Vormarsch sind, ganz unabhängig von der Antriebsart?

    Antworten
  3. M. meint

    26.05.2026 um 14:29

    Dieses „leasen“ muss ein komisches Konstrukt sein.
    Da nimmt man einen Zwischenhändler hinzu, der mitverdienen will, und das soll am Ende günstig sein?
    Für wen?

    Es ist vielleicht eine Option für Menschen, die sich nicht gerne Gedanken um den fahrbaren Untersatz machen wollen, aber ob diese Gedankenlosigkeit qualitativ hochwertige Gebrauchtwagen generiert? Da ist zumindest Skepsis angesagt.
    Aber nicht erst heute, das war bei Verbrennern nicht anders – dort wissen die Leute nur eher, wo sie hinschauen müssen.

    Antworten
    • MK meint

      26.05.2026 um 17:06

      @M:
      In einer Zeit, wo z.B. expert Privatkunden den 80-Zoll-Fernseher, den man sich eigentlich weder leisten kann noch vernünftig in die Wohnung bekommt, erfolgreich mit 15,66% Jahreszins auf 36 Monatsraten verkauft, wundert mich gar nichts mehr…
      Ich sehe es genauso wie Sie: Ein Leasinggeber will selber verdienen und wird auch einen „Risikoaufschlag“ drin haben, grade bei Autos: Wer weiß, was sich die Politik einfallen lässt, dass diese oder jene Antriebsart bei den Leasingrückläufern plötzlich massiv im Wert fallen lässt?

      Antworten
    • F. K. Fast meint

      26.05.2026 um 17:20

      Manchmal reicht halt etwas gesunde Menschenverstand, um ein Konstrukt zu verstehen. Trotzdem verstehen es manche/viele nicht.

      Wenn ein Leasingangebot guenstiger ist als Kauf, muss entwerder irgend jemand die Differenz zahlen, oder der Barkaeufer wird gnadenlos ueber den Tisch gezogen, weil er realistisch auch haette 30% Rabatt bekommen koennen, wie die Leasinggesellschaft.

      Antworten
    • Steffen meint

      27.05.2026 um 00:12

      Eine Frage der Kapitalreserve: Ich könnte mir zur Zeit nicht mal nen Dacia Spring mit voller Förderung und kleinster Ausstattung kaufen. Mit Leasing (über Gehaltsumwandlung) kann ich einen üppig ausgestatteten ID.7 für 70 k€ fahren.

      Antworten
      • MK meint

        27.05.2026 um 14:28

        @Steffen:
        So denken viele…und genau da ist das Problem. Im Endeffekt ist ein Leasing nichts anderes als ein Kredit und auch die Leasinggeber wollen ihr Kapital natürlich verzinst bekommen.
        Also mal zu Ihrem Beispiel:
        Sagen wir mal, Sie suchen ein Auto für 3 Jahre.
        Als erstes der Dacia Spring: Neupreis inkl. Überführung nach Abzug der Förderung bei Barkauf: Unter 14.000 €. Laut Auswertungen bringen elektrische Gebrauchte nach 3 Jahren aktuell noch 50% des Listenneupreises (bei Kleinwagen eher mehr und eher bei Premiumwagen weniger), beim Dacia Spring wären 50% von knapp 19.000 € Listenpreis 9.500 €. Das Auto hätte Sie also rund 4.500 € insgesamt bzw. 1.500 € pro Jahr gekostet.
        Nun der ID.7: Das günstigste, was ich da spontan bei drei Jahren Leasing gefunden habe, sind für 15.000 km im Jahr 497 € im Monat bei Leasingmarkt. Wären also rund 6.000 € im Jahr.

        Was kann man sich wohl eher leisten? 1.500 € pro Jahr für den Wertverlust des Autos oder 6.000 € im Jahr?

        Antworten
        • Carvision meint

          27.05.2026 um 15:23

          Ja aber die Hersteller drücken damit gerne die Autos in den Markt..und da gibt der hersteller mal Rabatt denn man sonst so nicht sieht… die haben ja auch alle ihre eigenen Banken… also leasing kann billiger sein…. und du hast halt Garantie… Gerade renne man bei einen Defekt speziell beim VW Konzern einen problem hinterher… das haben wir so noch nie gehabt, obwohl die Foren voll davon sind

        • MK meint

          27.05.2026 um 17:35

          @Carvision:
          Nochmal: Das was ich oben genannt habe, sind die blanken Fakten…da ist z.B. beim Kauf gar kein Rabatt auf den Listenpreis kalkuliert. Und ich habe es für mich auch beim Händler rechnen lassen. Ergebnis: Kauf war für mich deutlich billiger bei Skoda und hoher Kilometerleistung.

          Und: Warum geben die Hersteller denn solche Rabatte? Weil denen dann nach Leasingende nach 3 oder vier Jahren das immer noch gute Fahrzeug gehört…und man als Kunde wieder schön einen Neuwagen bei den kauft. Billiger ist aber doch immer, einen PKW einfach 10 Jahre zu fahren.
          Und ansonsten muss ich sagen: Beim Elroq habe ich beim nächstgelegenen Skoda-Vertragshändler auch mit grade mal 60 Sekunden Verhandlung trotz ewig langer Lieferzeit und großer Nachfrage 15% Rabatt rausgeholt…und dafür gehört mir das Auto und wenn der Hund beim Sprung in den Kofferraum einen Kratzer in die Stoßstange macht ist mir das grade egal. Auch lasse ich dann halt Wartungen und Reparaturen eben nicht beim Vetragshändler machen, sondern bei ATU oder dem Schrauber meines Vetrauens…das mir der Hersteller das bei einem Leasing-Fahrzeug verbieten kann, preisen die natürlich auch ein.
          Und Garantie habe ich auf das gekaufte Fahrzeug auch…Sie dürfen Leasing nicht mit einem Auto-Abo verwechseln: Die Garantie beim Leasing unterscheidet sich in der Regel nicht von der eines gekauften Fahrzeugs…nur auch da wieder: Geht beim Leasingfahrzeug nach 3 Jahren etwas kaputt, MÜSSEN Sie das bei einer Vertragswerksatt des Herstellers reparieren lassen. Ich als Käufer muss das nicht, sondern kann einfach die günstigste nehmen. Und wenn der Lack nach einem Unfall z.B. an einem Kotflügel einen anderen Farbton hat als der Rest des Autos, ist das halt so. Beim Leasingfahrzeug muss man es gleich „richtig“ machen lassen…oder zahlt am Ende bei Rückgabe noch mal eine Lackierung.

        • Referendar meint

          28.05.2026 um 19:53

          Entscheidend ist der Leasingfaktor. Liegt der unter dem Wertverlust was fast immer bei Leasingfaktor 1 und kleiner der Fall ist, muss ich nicht groß rechnen was wohl günstiger ist. Gutes Beispiel von MK mit den 50% Wertverlust in 3 Jahren: Bei einem Leasingfaktor von 1% habe ich im gleichen Zeitraum nur 36% “ Verlust“, na sowas auch!
          Nicht zu vergessen, ich fahre immer ein neues Fahrzeug mit der neuesten Technik (auch was die Sicherheit betrifft) Gerade bei BEV ist die Entwicklung extrem schnell. Und überhaupt, warum will ich was besitzen was an Wert verliert und in absehbarer Zeit höhere Unterhaltskosten als den Fahrzeugwert verursacht? Die Opportunitäskosten wurden auch schon erwähnt. Viele sparen 10 Jahre um sich ihr Traumauto kaufen zu können. In dem Zeitraum ist das Traumauto längst teurer geworden und das ersparte weniger Wert dank Inflation. Für mich die denkbar schlechteste Möglichkeit.

  4. F. K. Fast meint

    26.05.2026 um 12:02

    Wer rechnen kann und nicht zu aengstlich ist, kauft auch weiterhin. Ich wuerde sagen, auch aus diesem Grund fahren viele noch weiter ihren Verbrenner.

    Antworten
    • brainDotExe meint

      26.05.2026 um 13:19

      Sehe ich auch so. Ich hatte damals Leasingangebote von 800+ €. Viel zu teuer, wenn man das Auto länger als 5 Jahre halten will.

      Antworten
      • Carvision meint

        27.05.2026 um 15:24

        Ja weil es jetzt die Förderung gibt… die Preise sind just mit der Förderung um 200eur gestiegen… läuft so wie bei den WP…

        Antworten
        • brainDotExe meint

          27.05.2026 um 19:18

          Mein Angebot war vor der Förderung.

  5. Böhser Neffe meint

    26.05.2026 um 11:50

    „Stattdessen entscheiden sich immer mehr Verbraucher bewusst gegen den Besitz und für Leasingmodelle.“

    Es müsste Eigentum und nicht Besitz heißen, es fehlt der deutschen Sprache ein Verb für Eigentum, Besitz -> besitzen, Eigentum -> eigentumen.

    Siehe auch § 854 BGB. Man kann kein Auto (selbst) fahren ohne es zu besitzen, selbst wenn man es gestohlen hat.

    Antworten
    • SB meint

      26.05.2026 um 13:01

      Sprache kommt von Sprechen.
      Die Unterscheidung zwischen Besitz und Eigentum existiert so nicht in der Sprache,
      Wir sollten nicht die Sprache an Gesetze anpassen, sondern Gesetze an der Sprache und damit an die Lebensrealität.

      Antworten
      • Paule meint

        26.05.2026 um 17:53

        Die Unterscheidung zwischen Besitz (die tatsächliche Gewalt über eine Sache) und Eigentum (das rechtliche „Vollrecht“ an einer Sache) geht nachweislich auf das Römische Recht zurück. Die Römer prägten bereits vor über 2.000 Jahren die Begriffe possessio (Besitz) und proprietas bzw. dominium (Eigentum).

        Antworten
      • Böhser Neffe meint

        26.05.2026 um 18:58

        Wer die korrekten Begrifflichkeiten kennt, dem rollen sich halt die Fingernägel hoch wenn er sowas liest, die Artikel wurden immerhin von Journalisten oder Werbeleuten verfasst, da kann man sich um fachlich korrekte Begriffe bemühen oder nicht?

        Antworten

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