Die Ertragslage im deutschen Autohandel ist laut der Automobilwoche vielerorts kritisch und eine Besserung ist kaum in Sicht. Ein wesentlicher Faktor für die Situation ist demnach die Elektromobilität, die insbesondere bei Markenvertragshändlern zu Einbußen im Werkstattgeschäft führt. Da dort der Anteil junger Fahrzeuge am höchsten ist, sind diese Betriebe stärker betroffen als freie Werkstätten, deren Fahrzeugbestand älter und noch verbrennerlastig ist.
Bei einzelnen Autohausunternehmen mit e-mobilitätsstarken Marken seien Rückgänge beim Öl-Umsatz von 20 Prozent und mehr bereits Realität, sagte der Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft (IfA) Stefan Reindl dem Branchenportal. Auch branchenweit zeigt sich ein Rückgang im Werkstatt- und Teilegeschäft. Im Jahr 2020 machte dieser Bereich noch rund 70 Prozent des Deckungsbeitrags III (Umsatz minus variable Kosten sowie produkt- und produktgruppenspezifische Fixkosten) aus. Während der Lieferkrise sank dieser Anteil auf etwa die Hälfte, und das aktuelle Niveau liegt mit rund 60 Prozent etwa sieben Prozentpunkte unter dem Ausgangsniveau.
Die Bedeutung des Ölgeschäfts für das Ergebnis wird durch eine Analyse der Plattform Bench Pro verdeutlicht, von der die Automobilwoche berichtet. Basierend auf Zahlen von rund 400 Autohausbetrieben mit Schwerpunkt auf Volkswagen-Konzernmarken war das Geschäft mit Schmierstoffen und Ölen im Jahr 2025 für 54 Prozent des Gesamtergebnisses vor Steuern verantwortlich. „Wenn ich das Ölgeschäft weglasse, ist der Gewinn halbiert“, wird Peter Plagens von der Unternehmensberatung Gehrke Econ zitiert.
Die Umsatzrendite des Handels im ersten Quartal 2026 lag laut Bench Pro bei lediglich 0,7 Prozent. Zwar war dies ein leichter Anstieg gegenüber 0,5 Prozent im Vorjahreszeitraum und nur halb so viel wie 2024, doch das Ertragsplus wurde durch einen erheblichen Umsatzsprung erreicht. Der durchschnittliche Umsatz pro Autohausbetrieb stieg um 461.000 Euro auf 6,1 Millionen Euro, während der durchschnittliche Betriebsgewinn lediglich um 15.000 Euro wuchs. „Trotz des gestiegenen Umsatzes ist effektiv nicht viel mehr hängen geblieben“, so Plagens.
Für das Gesamtjahr 2026 liegt die durchschnittliche Ziel-Umsatzrendite der teilnehmenden Autohausgruppen dem Bericht zufolge bei nur 0,8 Prozent. Steigende Umsätze könnten laut Plagens nicht ausreichen, um zu erwartende Kostensteigerungen auszugleichen. Norbert Irsfeld von der Unternehmensberatung Prudentes merkte an, dass bei vielen Händlern eine schwarze Null bereits ein gutes Ergebnis darstelle.
Ein zentraler Kostenfaktor sind die Personalkosten, die Prudentes zufolge in der Branche etwa 45 bis 55 Prozent des Rohertrags ausmachen. Betriebe mit einem Anteil von über 50 Prozent seien meist nicht profitabel. Zur Senkung der Kosten wird auf Prozessoptimierung und eine Überprüfung der Standortdichte verwiesen. Im Fokus der Branche stehen zudem Effizienzsteigerungen durch „Service-Factories“, den Einsatz von Künstlicher Intelligenz oder personalisierte Kunden-Apps.

Futureman meint
Die meisten Autos werden (noch) in Werkstätten mit angeschlossenem Autohaus verkauft. Am Autoverkauf selbst verdienen einige Händler meist nur einige Prozente vom Verkaufspreis. Der Gewinn wird mit den Wartungen gemacht.
Kenne bisher nur einen Hersteller (Tesla), der seine Fahrzeuge online und über „Fahrzeugübergabestationen“ vertreibt. Dazu gibt es keine teuren Zwangswartungen jedes Jahr. Erklärt natürlich auch gleich die hohen Durchfallquoten beim TÜV, da nicht kurz davor z.B. für 367€ ein defektes Leuchtmittel ausgetauscht wurde und das erst bei der ohnehin nötigen Untersuchung auffällt.
Wer ein Auto mit niedrigen laufenden Kosten haben will, kauft sich ein zuverlässiges E-Auto, laut ADAC ist er da bei Tesla am besten aufgehoben.
David meint
AT-Zimmermann ist auf Monate ausgebucht. Denn er macht bevorzugt Tesla und dort ist jede Menge zu tun. Denn auch 2026 kommen die Fahrzeuge anscheinend ohne jegliche Qualitätssicherung aus dem Werk oder dem chinesischen Schiff und nicht jeder Kunde tut sich das an, im Internet einen Termin zur Beseitigung in mehreren Wochen und 100 km entfernt zu buchen. Zumal die Qualität der Tesla Service Center bei AT Zimmermann schon oft besprochen wurde.
Paule meint
„Wir haben es geschafft und können euch endlich wieder ein paar Termine anbieten. Da unsere Kapazitäten jedoch immer noch sehr begrenzt sind, ist es uns leider aktuell nur möglich Termine für unsere Hauptkompetenz anzubieten. “
Hauptkompetenz: Fahrwerksumbau. Also Tuning. Und Kapazitäten immer noch sehr begrenzt.
„AT-Zimmermann ist auf Monate ausgebucht“
nö, ist er nicht. Okay, ein Monat Betriebsferien, Punkt an Dich.
Ben meint
Da nimmt sich Tesla ein Beispiel bei VW oder warum gibt es beim ID.4 so viele Nacharbeiten in den Autohäusern seit diese nur noch in Emden produziert werden ?
Ist das Sparprogramm so hart dass sich Emden keine QS mehr leisten kann ?
Newchie meint
Mein Mod 3, Bj 2021, 104.000km hat gestern ohne Mängel die neue TÜV Plakette bekommen.
Der Tesla befindet sich quasi im Auslieferungszustand da er noch keinen Werkstattbesuch hatte.
Kundendienst, für was?
Gernot meint
Es ist ja nicht nur Öl. Luftfilterwechsel (Motor-Luftfilter) entfallen, Bremsen halten 200.000-300.000 km statt 50.000-100.000 km, Zahnriemen/Steuerkette muss nicht irgendwann teuer gewechselt werden, keine Kupplung die verschleißt, kein Auspuff der durchgammelt.
Es bleiben nur noch die Unfallreparaturen, bei denen obszön abgezockt wird, was dann wiederum die Versicherungstypklassen und damit die Versicherungskosten hochtreibt.
Die meisten Probleme, die BEV-Nutzer haben, betreffen Software und damit sind die meisten Händler völlig überfordert. Da fehlt komplett die Kompetenz und es werden eher Online-Foren oder direkt ein Softwaresupport beim Herstellen kontaktiert.
Future meint
Die VW-Autohäuser machen also 54 Prozent des Werkstattgeschäfts mit Schmierstoffen und Ölen (2025). Das muss man sich mal vorstellen. Es wird Zeit, dass es aufhört mit diesen Ölgeschäften. Aber jetzt sehen wir auch, warum sich viele Autohäuser noch freuen, wenn sie wieder einen Verbrenner verkauft bekommen und kein Elektroauto. Es liegt an den Schmierstoffen im Aftersale.
hu.ms meint
Der in meiner strasse wohnende VW-händler meinte:
Die 386 €, die ich nach 5 jahren bei ihm für brems- und klimaflüssigkeit sowie trommelbremsen entrosten bezahlt habe, zukünfig nur noch bei jedem auto wäre sein untergang.
Klar fallen in 5 jahren auch reifen, wischwasser, innenraumluftfilter und TÜV an – aber das mache ich selbst am freien markt.
Gunnar meint
Warum beleuchtet der Artikel ausnahmslos die negative Seite der armen armen Werkstätten und nicht die positive Seite der Kunden, die durch weniger Wartung mit E-Autos bares Geld sparen?
Wir sollten diese rückständige, reparaturanfällige und wartungsintensive Verbrennertechnik so schnell wie möglich hinter uns lassen. Ein Gesundschrumpfen von fossilen Werkstätten und Tankstellen ist unausweichlich.
Für 99,9% der Menschheit hat die Elektrifizierung nur Vorteile. Die restlichen 0,1%, die mit fossilen Services ihr Geld verdienen, müssen sich einfach umstellen. Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.
Paule meint
Die Situation „führt zu Einbußen im Werkstattgeschäft“ kann jeder Unternehmer für sich selbst beeinflussen. Ist in jeder Branche so. Im identischen Luftraum geht Air Malta Pleite, und Ryanair macht 2,26 Milliarden Euro Gewinn (von 1,61 Milliarden Euro im Vorjahr). Es kann also nicht am Markt liegen.
Clevere Werkstätten spezialisieren sich und kommen aus dem Lachen nicht mehr heraus. So sind die approved body shops in die Service-Buchung der App eingebunden, eine Lizenz zum Geld drucken. Carglas hingegen hat noch immer nicht gelernt, wie man an einem Tesla eine Scheibe wechselt.