Die in Arnstadt ansässige Elektroauto-Vermietung Nextmove hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet, berichtet das Portal Electrive. Das zuständige Amtsgericht Erfurt eröffnete demnach das Verfahren am 1. Juni. Nextmove ist bereits seit dem 7. April 2026 als zahlungsunfähig aktenkundig. Ziel des Verfahrens ist die Sanierung der Firma, wobei der Geschäftsbetrieb vorerst weiterläuft.
Als Sachwalter für das Verfahren wurde der Erfurter Rechtsanwalt Marlon Foit bestellt. Im Rahmen der Eigenverwaltung übernimmt die bisherige Geschäftsführung die Sanierung selbst, während der Sachwalter lediglich eine kontrollierende und beratende Funktion ausübt. Die Geschäftsführung von Nextmove wird seit diesem Jahr von Silvia Berger geleitet. Sie folgte auf das Duo Frank Bollenbach und Stefan Moeller, welches im Februar ausgeschieden ist.
Nextmove bietet bundesweit an zehn Standorten Elektroauto-Vermietungen an, wobei die Standorte teils selbst betrieben und teils über Partner abgedeckt werden. Das Angebot umfasst Kurz- und Langzeitmieten sowie E-Auto-Abos. Zuletzt wurden auch elektrische Transporter, primär der Marke Maxus, in das Portfolio aufgenommen. Das Unternehmen entstand 2016 durch die Zusammenlegung von Strominator und der CYX mobile KG.
Die Zahlungsschwierigkeiten traten nach Informationen von Electrive im ersten Quartal 2026 auf. Laut dem Verfahrensbevollmächtigten Folker Hochmuth sei die Ursache für die finanzielle Lage „die übermäßige Fokussierung im Vermietgeschäft auf Transporterfahrzeuge“. Das Unternehmen plant nun dem Rechtsanwalt zufolge eine Anpassung der Fahrzeugflotte hin zu mehr Pkw-Vermietungen sowie Standortveränderungen und neue Kooperationen.
Für Kunden sollen sich durch das Insolvenzverfahren keine unmittelbaren Konsequenzen ergeben. „Das zuständige Insolvenzgericht hat mit der Verfahrenseröffnung in Eigenverwaltung Vertrauen in die dargelegten Sanierungsmöglichkeiten gesetzt“, so Rechtsanwalt Hochmuth. Der Gesamtbetrieb laufe weiter, das Ziel sei nun mehr Effizienz. Auch der in E-Auto-Kreisen beliebte YouTube-Kanal von Nextmove soll als wichtiger Bestandteil des Geschäfts erhalten bleiben, um dem Publikum fachkundige Informationen zu liefern.

ID.alist meint
So wie man liest, ist die Wette auf die Maxus Vans nicht aufgegangen.
Ich wünsche Nextmove viel Erfolg bei der Umstrukturierung und wenn die verschwinden sollen, werde ich die NextNews am Freitag vermissen.
Powerwall Thorsten meint
Das tut mir für Stefan und sein Team extrem leid.
Insbesondere die PKW Vermietung zum „erfahren“ der Elektromobilität und sein YouTube Channel hat die zukünftige Form der Mobilität in Deutschland extrem nach vorne gebracht. Ich wünsche ihm und seiner Angestellten trotz der aktuellen Widrigkeiten eine erfolgreiche elektrische Zukunft.
Thomas Claus meint
Sind denn die bisherigen Geschäftsführer noch als Eigentümer mit an Board? Da hat wohl jemand was kommen sehen und sich dann zurück gezogen. Insgesamt natürlich sehr schade. Der YT Kanal ist auf jeden Fall eine treibende Kraft für die eMobilität in Deutschland.