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BYD will mittelfristig zu den drei größten Autoherstellern in Europa gehören

15.06.2026 in Autoindustrie, Motorsport von Thomas Langenbucher | 1 Kommentar

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Bild: BYD

Alfredo Altavilla, ehemaliger FiatChrysler-COO und früherer Manager bei Fiat, fungiert seit dem Herbst 2025 als Senior Adviser und Chef-Stratege für BYD Europe. Der chinesische Konzern verfolgt seiner Aussage nach das Ziel, mittelfristig zu den drei größten Automobilherstellern in Europa zu gehören. Ein zentrales Anliegen sei dabei die Reduzierung der Erderwärmung um ein Grad Celsius, sagte er im Interview mit dem Portal Edison.

In Bezug auf die europäische Produktionsstrategie plant BYD eine autarke Entwicklung. Nach Werken in Ungarn und möglicherweise später in der Türkei befindet sich derzeit ein drittes Werk für den europäischen Kontinent in Vorbereitung. Dabei werden keine Produktionspartnerschaften oder Gemeinschaftsunternehmen mit lokalen Herstellern angestrebt, da die spezifische Technologie und die Fertigungsprozesse von BYD eine eigenständige Umsetzung erfordern.

Für Europa setzen die Chinesen auf eine gezielte Modellentwicklung. Da sich die Anforderungen der Kunden hinsichtlich Fahrverhalten und Geschwindigkeit, etwa auf deutschen Autobahnen, von denen in der Volksrepublik unterscheiden, wurden Fahrwerke modifiziert. Ein Beispiel ist der Dolphin G, das erste Modell, das speziell für Europa konzipiert wurde und nicht auf dem chinesischen Markt angeboten wird. Zur Unterstützung dieser Strategie baut BYD seine Forschungs- und Entwicklungsstrukturen in Europa aus, unter anderem durch ein Zentrum mit fast hundert Ingenieuren sowie die Erweiterung des Designzentrums in Mailand.

Der chinesische Konzern setzt auf eine schnelle Reaktionsfähigkeit, die man als „The BYD Way“ beschreibt. Während Upgrades bei europäischen Herstellern Monate dauern können, sind solche Anpassungen bei einem bestehenden BYD-Modell laut Altavilla innerhalb von maximal 60 Tagen möglich. Im Bereich Vertrieb plant das Unternehmen bis Ende 2026 ein Netzwerk von über 2000 Händlern in Europa sowie den europaweiten Aufbau von Ersatzteillagern.

„Die größte Herausforderung ist allerdings die Steigerung der Markenbekanntheit“, räumt Altavilla ein. „Zu Beginn unserer Aktivitäten in Europa gab es einige Fehlentscheidungen, aber jetzt sind wir deutlich fokussierter und disziplinierter, da wir genau wissen, wo und wie wir präsent sein wollen.“ Dabei sei etwa das Engagement im Fußball bei der UEFA „sehr wirkungsvoll“. Aber es sei entscheidend, dass die Händler wöchentlich lokale Veranstaltungen bewerben können. Das sei der beste Weg, um die Markenbekanntheit in den Verkaufsregionen zu steigern.

„Wir werden nicht ruhen, bis wir bei den Autoverkäufen in Europa ganz oben stehen“, unterstrich Altavilla. Zur Steigerung der Bekanntheit wird auch ein Einstieg in den Motorsport, vorzugsweise in die Formel 1 oder die FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft, geprüft. Voraussetzung für ein solches Engagement sei, dass BYD mit seiner Technologie in der gesamten Wertschöpfungskette einen Vorteil hätte. Sonst würde man es lassen.

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Via: Edison
Tags: China, EuropaUnternehmen: BYD
Antrieb: Elektroauto, Hybridfahrzeuge

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. M. meint

    16.06.2026 um 18:23

    Wenn man schon eigenständige Modelle für Europa entwickelt, dann kann man doch gleich auch dafür sorgen, dass sie nicht nach chinesischem Einheitsbrei aussehen, oder?

    Und eine spezielle Software für Europa, die die Daten komplett und von der KP nicht einforderbar in Europa hostet, das wäre noch ein Punkt.
    Aber da ist vielleicht auch die EU gefragt, die Gesetzen wie dem US Cloud Act etwas entgegensetzt, der genau diese Datenabflüsse verhindert.

    Antworten

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