Yoshihiro Nakata, Präsident und CEO von Toyota Motor Europe, hat bei einer Branchenveranstaltung die Vorstellungen des weltgrößten Autoherstellers für eine wettbewerbsfähige, resiliente und dekarbonisierte europäische Automobilindustrie vorgestellt. Er sprach sich für partnerschaftliche Zusammenarbeit, technologische Offenheit und regulatorischen Pragmatismus aus. Zudem hob er Anpassungen am geplanten Industrial Accelerator Act und am Automotive-Paket der Europäischen Union hervor, um Wettbewerbsfähigkeit und Klimaziele miteinander zu verbinden.
Im Mittelpunkt stehen aus Sicht des japanischen Auto-Riesens Regelwerke, die Investitionssicherheit schaffen und verschiedene technologische Wege zur Emissionsminderung ermöglichen. Das Unternehmen betont dabei die Bedeutung internationaler Partnerschaften entlang der industriellen Wertschöpfungskette. Neben den EU-Mitgliedstaaten werden auch Japan, das Vereinigte Königreich und die Türkei als wichtige Partner genannt.
Toyota warnt davor, solche Partner auszuschließen. Nach Einschätzung des Unternehmens könnten dadurch Investitionen, Beschäftigung und Technologietransfer beeinträchtigt werden. Nakata sagte: „Europas industrielle Stärke entsteht nicht allein durch lokale Produktion, sondern auch durch Zusammenarbeit über Grenzen hinweg.“ Zudem sei ausreichende Größe und Skalierung erforderlich, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können.
„Starke lokale Verankerung“ in Europa
Die Europa-Strategie von Toyota basiert nach Angaben des Unternehmens auf einer starken lokalen Verankerung. Im Jahr 2025 wurden mit 877.000 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge 80 Prozent der in der Region verkauften Toyota-Modelle auch in der Region produziert. Toyota verfügt über acht Werke in Europa sowie zusätzliche Produktionen mit Kooperationspartnern in fünf weiteren europäischen Werken.
Nach Unternehmensangaben sind mehr als 25.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze mit Toyota verbunden. Hinzu kommt ein Netzwerk von mehr als 450 Zulieferern, das Toyota und andere europäische Hersteller unterstützt. Nakata bekräftigte das Engagement des Unternehmens für Europa und erklärte, Toyota Motor Europe könne als europäischer Hersteller betrachtet werden, entsprechend dem Grundsatz, dort zu produzieren, wo verkauft wird, und dort zu beschaffen, wo produziert wird.
Für die Erreichung der Klimaziele der Europäischen Union plädiert Toyota für einen technologieoffenen „Multi-Pathway“-Ansatz. Dieser soll verschiedene Antriebstechnologien einbeziehen und stärker an der tatsächlichen Kundennachfrage ausgerichtet werden. Genannt werden der weitere Ausbau batterieelektrischer Antriebe und von Brennstoffzellenfahrzeugen sowie die strategische Rolle von Plug-in-Hybriden als Übergangstechnologie.
Toyota fordert außerdem rasche Klarheit über einen breiteren Einsatz erneuerbarer Kraftstoffe zur Dekarbonisierung neuer Modelle. Darüber hinaus spricht sich das Unternehmen für Flexibilität beim CO₂-Reduktionspfad aus, um Unsicherheiten bei der Kundennachfrage zu berücksichtigen. Erneuerbare Kraftstoffe hätten eine wichtige Bedeutung für die Energieversorgungssicherheit Europas.
Nakata erklärte, erneuerbare Kraftstoffe könnten die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern, bestehende Technologien weiter nutzbar machen und gleichzeitig die Emissionen bestehender Pkw und Nutzfahrzeuge erheblich senken. Zudem betonte er die Notwendigkeit einer konsequenten Umsetzung der AFIR-Verordnung (Alternative Fuels Infrastructure Regulation). Dabei verwies er insbesondere auf den Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur für den Schwerlastverkehr.

Jensen meint
Es ist -nicht nur von Toyota- erschreckend, wie gegen Mensch, dessen Lebensgrundlagen und allem was damit zusammenhängt, aus allen Lobbyecken gekämpft wird. Die Industrie ist es natürlich seit vielen Jahrzehnten gewohnt, Prozesse zu verschleppen, Regeln aufzuweichen und insbesondere mit Hilfe der in der Politik installierten Strohmänner massiv Einfluß zu nehmen. Es ist Sache einer starken EU, in der es ja auch erschreckend viele rückwärtsgewandt Kräfte gibt, sich das nicht gefallen zu lassen. Und es bedarf natürlich auch in erster Linie engagierten, informierten und emphatischen Bürgern, die keine Kaufentscheidungen gegen sich selbst treffen.
Futureman meint
Damit ist klar, dass rund 25.000 Arbeitsplätze in Europa stark gefährdet sind. Alternativ könnten die Fabriken aber von modernen Autoherstellern übernommen werden. Es soll ja einige Hersteller geben, die gerade Fabriken in Europa suchen, da ihnen die E-Autos aus den Händen gerissen werden.
banquo meint
Die Richtlinien der EU gibt es schon längst damit die Automobilhersteller wie Toyota damit wurde Investitionssicherheit für die Wirtschaft erreicht: Die Richtlinie beinhaltet Schluss mit Verbrenner als Neuwagen ab 2035!
Es ist nur Schade, dass Toyota und andere Hersteller das nicht kapieren wollen und über Lobbyisten, rechte Parteien und Gewerkschaften wie die IGMetall das Ende der industriellen Automobilherstellung in Europa erwirken wollen.
M. meint
Das beinhaltet diese EU-Richtlinie nicht.
Die ab 2035 zugelassenen Verbrenner dürfen lediglich ausschließlich mit erneuerbaren Kraftstoffen (E-Fuels) betrieben werden.
banquo meint
…fossile Verbrenner..
McGybrusch meint
Übersetzt:
Nokia hält 2011 Rede für Smartphone Leitlinien.
Weiss nicht ob Toyota den Ton, zumindest bei alternativen Antrieben, noch angibt.
Prius ender der 90er hin oder her.
Die müssen überhaupt erst mal ein gutes Elektroauto bringen. Oder etwas Zeitgemäßes was kein reiner Verbrenner ist.