Der neue #2 soll die Smart-Tradition des ultrakompakten Zweisitzers in die elektrische Ära überführen. Das Fahrzeug basiert auf der neuen, rein elektrischen ECA-Plattform (Electric Compact Architecture), wodurch technische Einschränkungen früherer, ursprünglich für Verbrennerantrieb entwickelter Modelle entfallen. Durch den Verzicht auf eine für traditionelle Antriebe konzipierte Architektur kann das Elektroauto konsequenter ausgelegt und fahrdynamisch optimiert werden.
Ein wesentlicher technischer Fortschritt ist die neue Hinterachskonstruktion, erklärt Smart-Entwickler Timo Weil im Interview mit dem Portal Electrive. Anstelle der bisherigen De-Dion-Hinterachse kommt im A-Segment erstmals eine Fünflenker-Hinterachse zum Einsatz. Diese ermöglicht laut Weil eine Abstimmung, die mehr Komfort bei gleichzeitiger Beibehaltung der Fahrstabilität bietet.
Die neue Plattform erlaubt zudem eine direktere Lenkung, was die Agilität im Stadtverkehr erhöhen soll. Der geringe Wendekreis bleibt dabei erhalten, da der Antrieb weiterhin hinten sitzt und somit die Vorderräder ohne Hindernisse durch eine Antriebsachse weit einschlagen können. „Unser Ziel ist es, im Zweisitzer-Segment eine der besten Lenkungen umzusetzen, die wir in der Smart-Historie hatten“, so Weil.
„Bei der Reichweite werden wir im Benchmark liegen“
Bei der Batteriekapazität gibt es eine deutliche Steigerung, mit einer Kapazität von über 35,7 kWh wird sie im Vergleich zu den Vorgängern etwa verdoppelt. Die Reichweite soll rund 300 Kilometer betragen, wobei das E-Auto im Kleinwagensegment im Benchmark liegen soll. Ein Schnellladevorgang von 10 auf 80 Prozent soll in unter 20 Minuten möglich sein.
Ein zentrales Sicherheitsmerkmal ist die Rückkehr der Tridion-Zelle, wie sie bereits beim zuletzt nur noch elektrisch angebotenen ForTwo zum Einsatz kam. „Mit ihrer Implementierung wollen wir, wie in der Vergangenheit, unterstreichen, dass passive Sicherheit bei uns mit höchster Priorität im Entwicklungslastenheft steht“, so Weil. „Wir wollen ein Fahrzeug bieten, das bei Fahrsicherheit und passiver Sicherheit auf allerhöchstem Niveau liegt – gerade weil so kleine Autos von außen oft kritisch beäugt werden.“
Nachdem Mercedes-Benz 50 Prozent der Anteile an Smart an Geely verkauft hat, ist die Entwicklung und Produktion zum Partner nach China umgezogen. Weil merkte jedoch an: „Wir arbeiten mit einem internationalen Team, natürlich auch an unserem Entwicklungs-Headquarter. Weil der ForTwo-Nachfolger, der #2, aber für Europa so wichtig ist und hier noch so viele Kundinnen und Kunden mit Fahrzeugen im Markt sind, die alle auf einen Nachfolger warten, war das europäische Team von Anfang an in den Produktentstehungsprozess involviert.“ Smart in Europa wirke eng an der Auslegung und Abstimmung des #2 mit.
Mercedes und Geely positionieren Smart mehr im Premiumsegment. Bisher gingen aus der Partnerschaft das Kompakt-SUV #1, der etwas größere Crossover #3 sowie das Mittelklasse-SUV #5 hervor. In Asien wird zudem die Limousine #6 angeboten. Preislich geht es hierzulande mit dem #1 derzeit ab 36.990 Euro los. Was der #2 als neues Einsteigsmodell kosten wird, ist noch offen. Kürzlich ließ das Management aber verlauten, dass ein Preis von unter 22.500 Euro geplant ist.
Eine Vorschau auf den #2 gibt das im April präsentierte Showcar Concept #2.

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