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BYD-Berater: VW-Sparkurs Weckruf für Europas Autoindustrie

06.07.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 4 Kommentare

VW-Fahrzeugwerk-Zwickau-ID.4

Bild: VW (Symbolbild)

Alfredo Altavilla, Sonderberater für Europa beim chinesischen Stromer-Riesen BYD, bezeichnete die Pläne der Volkswagen Group zur massiven Kostensenkung als ein Signal für die europäische Automobilindustrie. Auf einer Branchenveranstaltung in Frankfurt Anfang Juli sagte Altavilla laut Reuters: „Es ist der erste echte Weckruf für die europäische Industrie.“

Die Äußerung kam vor dem Hintergrund, dass chinesische Hersteller versuchen, ihre Marktanteile auf dem Kontinent zu erhöhen – vor allem mit voll- sowie zunehmend auch mit teilelektrischen Modellen. Volkswagen und andere etablierte Unternehmen sehen sich mit intensivem Wettbewerb aus China, mit Zöllen und steigenden Kosten konfrontiert. Europas größter Autohersteller prüft deshalb derzeit eine umfassende Restrukturierung. Das könnte den Abbau von 100.000 Arbeitsplätzen sowie die Schließung von vier deutschen Werken beinhalten.

Die etablierten Automobilhersteller suchen derzeit nach Wegen, überschüssige Produktionskapazitäten zu bewältigen – etwa durch das Teilen von Standorten mit China-Herstellern. Gleichzeitig müssen europäische Hersteller bei der Produktentwicklung sowie in Bereichen wie Batterietechnik und Software aufholen.

Altavilla äußerte Zweifel an der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Produktionsstandorte. BYD, der weltweit größte Hersteller von Elektrofahrzeugen, sucht nach Ungarn nun nach einem zweiten Standort in Europa. Spanien und Frankreich kommen laut dem BYD-Berater als Standorte für eine Investition in ein bestehendes Werk eines etablierten Automobilherstellers infrage. Eine endgültige Entscheidung stehe kurz bevor.

Altavilla kritisierte die Erwartung, dass chinesische Marktteilnehmer in Europa Minderheitsbeteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen mit lokalen Partnern übernehmen und gleichzeitig die neueste Technologie mitbringen würden. „Das ist keine Koexistenz. Das ist brutale Gewalt“, sagte der BYD-Berater.

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Via: MSN (ENG)
Tags: China, EuropaAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Gernot meint

    06.07.2026 um 14:52

    «Altavilla kritisierte die Erwartung, dass chinesische Marktteilnehmer in Europa Minderheitsbeteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen mit lokalen Partnern übernehmen und gleichzeitig die neueste Technologie mitbringen würden.»

    Das ist im Prinzip das, was China jahrzehntelang (bis vor etwa 8 Jahren) in China nicht nur erwartet, sondern ausnahmslos durchgesetzt hat. Jedes westliche Unternehmen wurde in ein Joint Venture und zu Technologie-Transfer gezwungen. Jetzt ist man empört, wenn man die eigene Medizin kosten soll?

    Wir können es genauso wie China damals machen: Wenn man das nicht will, muss man eben auf hiesige Märkte verzichten.

    Antworten
  2. SB meint

    06.07.2026 um 13:35

    „Altavilla kritisierte die Erwartung, dass chinesische Marktteilnehmer in Europa Minderheitsbeteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen mit lokalen Partnern übernehmen und gleichzeitig die neueste Technologie mitbringen würden. „Das ist keine Koexistenz. Das ist brutale Gewalt“, sagte der BYD-Berater.“

    Mag sein, aber das war für europäische Unternehmen in China viele Jahre auch so.

    Der Deal ist ganz einfach: Marktzugang gegen Technologie.

    Antworten
  3. mipu meint

    06.07.2026 um 13:20

    „Altavilla kritisierte die Erwartung, dass chinesische Marktteilnehmer in Europa Minderheitsbeteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen mit lokalen Partnern übernehmen und gleichzeitig die neueste Technologie mitbringen würden. „Das ist keine Koexistenz. Das ist brutale Gewalt“, sagte der BYD-Berater.“
    Na, dann darf er ja gerne mal die ehemalige JointVenture-Pflicht in China erklären …. aber es ist ja überhaupt ein Trauerspiel, dass es solche Überlegungen gibt, da die etablierten Hersteller dieses KnowHow nicht haben und die Technik nicht beherrschen – von einzelnen technischen Ausnahmen mal abgesehen.

    Antworten
  4. David meint

    06.07.2026 um 12:32

    Die Berater von BYD kämpfe um ihr Mandat. Denn bisher konnte der chinesische Hersteller seine Fahrzeuge fast ausschließlich in Mietflotten, Kurzzeitleasing und CarSharing unterbringen. Es fehlt immer noch komplett der solvente Privatkunde und User-Chooser Flotten. Also das, was finanziell interessant ist. Die Lösungen, noch mehr Showrooms zu eröffnen, sind ja wenig schlau. Der gute Kunde kauft ja nicht deshalb nicht, weil der nächste Showroom zu weit weg ist.

    Zu VW findet man übrigens Sparpläne mit deutlichen Einschnitten seit es das Internet gibt. Neu ist nur, dass die Zahl 100.000 erfunden wurde. Wenn man mal ganz ehrlich ist, sind die Sparpotenziale, die man wirklich hat, ohne jemandem weh zu tun, auch nicht annähernd erschlossen. Denn Mitbestimmung und Politik stärken keinesfalls die Zentrale, sondern schauen nur auf den einzelnen Standort oder die einzelne Marke. Daher ist die wirkliche Strategie, übergeordneter steuern zu dürfen. Denn der Schutz des VW Konzerns, Stichwort VW Gesetz, ist teuer erkauft durch diese lokalen bzw. selektiven Eingriffe.

    Andererseits muss man das auch relativieren. Da Fortschritte zu erzielen ist ja der Blick auf die maximal mögliche Rendite. Defacto muss man aber keine machen. Viel wertvoller für Deutschland und Europa als zusätzlicher Gewinn ist es, dass VW auch in den nächsten Jahren massive Investitionen in F & E im Rahmen eines 160 Milliarden Plans bis 2030 tätigt.

    Damit ist VW einer der ganz wenigen deutschen Konzerne, der tatsächlich Zukunftsinvestitionen tätigt. Da gab es ja unlängst eine McKinsey Studie, die zeigte, dass wir da in Deutschland an der Null Linie laufen. VW nicht. Da sind wir sogar deutlich über den 4 % der Wirtschaftsleistung, die die führenden Nationen in diesem Bereich tätigen.

    Antworten

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