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Ex-VW-Chef Diess: Letzte Generation deutscher Elektroautos „sehr gut geworden“

13.07.2026 in Autoindustrie, Politik von Thomas Langenbucher | 7 Kommentare

VW-ID-Polo

Bild: VW (Symbolbild)

Der frühere Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess sieht die deutschen Autohersteller in Sachen Elektromobilität nach einer schwachen Anfangsphase auf einem guten Weg. Die Unternehmen hätten mit den neuen Modellen besonders gegenüber der chinesischen Konkurrenz aufgeholt.

„Die letzte Generation deutscher Elektroautos ist sehr gut geworden. VW hat bei Elektrofahrzeugen keinen niedrigeren Marktanteil als bei Verbrennern, eher höher – etwa 30 Prozent. Es ist noch nichts verloren“, so Diess in einem Podcast von Auto Motor und Sport.

Um gegen Chinas Konkurrenz zu bestehen, müsse die deutsche Autoindustrie wie schon beim Verbrenner „Top-Cluster“ bilden. „Deutschland hatte bei Premiumautos fast ein Weltmonopol: Porsche, Audi, BMW, Mercedes. Das war ein Ökosystem: intensiver Wettbewerb auf engem Raum, starke Zulieferindustrie, Erprobung auf der deutschen Autobahn.“ Diese erfolgreiche Strategie müsse die Industrie auch für das Elektroauto aufbauen.

„In der neuen Welt braucht es wieder ein Ökosystem“

„In der neuen Welt braucht es wieder ein Ökosystem: die besten Batteriehersteller hier, die schnellste Ladeinfrastruktur, hohe Absatzzahlen mit elektrischen Autos, eine gewisse steuerliche Förderung“, meint Diess. Zudem müssten die deutschen Hersteller in China wettbewerbsfähig bleiben. „Wer da raus ist, wird es langfristig schwer haben. Die Skalen sind in China.“

Besonders kritisch sieht der Branchenveteran die hohen Strompreise in Deutschland als Folge hoher Netzentgelte. „Die Energiepolitik hilft uns derzeit nicht. Wir werden eine Verteuerung der Netzentgelte sehen durch den immensen Netzausbau. Wir werden höhere Energiepreise sehen durch mehr Gas. Das führt in die falsche Richtung.“

Die Politik wirke so, als wolle sie bestehende Energieerzeuger und Verteilnetzbetreiber schadlos halten. Es werde zu wenig getan, Energiepreise wirklich zu senken. Es gebe viel zu viele Netzbetreiber hierzulande. Diess: „In Deutschland liegen wir etwa bei zehn Cent Netzkosten pro Kilowattstunde. In Frankreich sind es vier Cent. Der Unterschied: Wir haben 880 Netzbetreiber in Deutschland. Jeder hat einen Vorstand, jeder ist Monopolist, der Kunde kommt nicht raus. Sie sind reguliert, aber im Prinzip bekommen sie Investitionen über Gebühren vergütet. Das macht das Netz ineffizient.“

Frankreich habe nur einen Netzbetreiber, der das Netz zu 40 Prozent der Kosten betreibe. Doch das Thema werde in Deutschland nicht angegangen. „Es müsste konsolidiert und besser reguliert werden. Sonst gibt es eine Explosion der Netzkosten“, warnt Diess. „Denn der Strompreis an der Börse liegt zeitweise bei 2,4 Cent – und trotzdem zahlen Verbraucher 35 Cent. Der Unterschied sind die Netzgebühren.“

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Via: Auto Motor und Sport
Unternehmen: VW
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. David meint

    13.07.2026 um 12:26

    Diess fährt privat übrigens aktuell ID.3. Auch das hat er in diesem Podcast erzählt. Man kann es nur empfehlen, sich den anzuhören. Der Diess bist ein guter Mann und immer noch Topmanager, er kann Themen in kurzen Worten auf den Punkt bringen und ordnet die Verhältnisse in Deutschland sehr unaufgeregt ein.

    Antworten
  2. Htr meint

    13.07.2026 um 11:45

    Habe mal eine Probefaht im September angemeldet. Wahrscheinlich ist mir der Akku für den Urlaub zu klein obwohl der Kofferraum (Raum für die ReiseKOFFER) sehr groß ist. Die Probefahrt wäre exakt 24 Jahre nach der Neuwagenabholung von unserem Ibiza tdi. Ganz sicher fahren wir mit diesem zur Probefahrt. Wahrscheinlich wird es später dann doch der Polo auf SSP Basis mit größerem Akku in 2030+. Bis dahin fährt der Ibiza weiter Kreise um die bisherigen langsamen (Fahrzeit für 500km von A nach B) Eautos.

    Antworten
  3. hu.ms meint

    13.07.2026 um 11:35

    Hätte nicht gedacht, dass Herbert Diess ein mathe-problem hat:
    Erst: netzkosten 10ct – dann unten: unterschied zwischen 2,4 und 35ct sind netzkosten.

    Antworten
    • Besser-BEV-Wisser meint

      13.07.2026 um 12:48

      Google hilft: „Strompreiszusammensetzung“

      Antworten
  4. BEV meint

    13.07.2026 um 10:49

    schlecht sind die Autos nicht, aber im Vergleich einfach zu teuer

    Antworten
    • M. meint

      13.07.2026 um 13:04

      Im Vergleich zu was?

      Antworten
  5. Besser-BEV-Wisser meint

    13.07.2026 um 09:24

    Hab den Podcast gehört. Sehr aufschlussreich!
    Wenn die Politik nur halb so klar denken, reden und handeln würde wie Diess in dem Podcast, wären wir 10 Jahre weiter und führend in Europa bei Energiewende, -kosten und e-Mobilität.
    Und das ich das über Diess mal sagen würde, der bei VW zwar in die richtige Richtung lief aber auch viele falsche (zu ambitionierte) Entscheidungen getroffen hat, erstaunt mich selbst.

    Antworten

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