CEO Gürcan Karakaş strebt für die türkische Elektroauto-Marke Togg eine jährliche Absatzmenge von 110.000 Einheiten an. Das soll durch die Expansion nach Europa gelingen. In Deutschland ist man neuerdings als zweitem Markt nach dem Heimatland vertreten. Hierzulande sieht sich der 2018 gegründete Elektroautobauer aktuell mit geringen Zulassungszahlen konfrontiert: Im ersten Halbjahr wurden lediglich 197 Fahrzeuge registriert, 162 Exemplare des SUV T10X und 35 Einheiten der Limousine T10F.
Um den Markteintritt in Deutschland zu unterstützen, plant das Unternehmen neue Vertriebsstrukturen. Karakaş sieht die Ursache für den bisher verhaltenen Anlauf in einem fehlenden Leasing-Angebot sowie dem noch nicht existierenden Händlernetz. „In den kommenden Monaten erweitern wir unsere Finanzierungsangebote um Leasing. Parallel dazu entwickeln wir unser Vertriebs- und Servicenetz im Agenturmodell weiter“, sagte der früher Bosch-Manager der Automobilwoche. Verhandlungen mit potenziellen Partnern seien bereits im Gange.
Die Preise für die aktuellen Modelle starten bei 41.200 Euro. Während in Deutschland bisher primär Online-Käufe über die eigene „Trumore“-App vorgesehen sind, verfügt die Zentrale in Stuttgart über eine kleine Testwagenflotte. Trotz der niedrigen Zahlen in Deutschland zeigt sich die Unternehmensführung aufgrund der Marktsituation in der Türkei zuversichtlich: Dort wurden seit dem Marktstart im März 2023 schon rund 110.000 T10X und T10F ausgeliefert.
Zu Hause erreichte Togg zuletzt einen Marktanteil von etwa 30 Prozent bei rein elektrischen Fahrzeugen, wobei der T10X der meistverkaufte Vollstromer vor Importmodellen wie dem Tesla Model Y ist. Karakaş betonte die Stabilität durch den heimischen Markt: „Wir haben im Moment keinen Druck, da sich unsere Fahrzeuge in der Türkei sehr gut verkaufen.“
Ein wesentlicher Faktor für die Entwicklung der Elektromobilität in der Türkei sind die Infrastruktur sowie steuerliche Anreize. Während das Tesla Model Y als US-Modell in der Gunst der Kunden steht, spielen chinesische Marken derzeit eine untergeordnete Rolle.
Für die zukünftige Expansion setzt Togg auf das Modell T6X. Das kompakte SUV soll Mitte 2027 erscheinen und durch einen günstigeren Preis überzeugen. Das soll auch durch die Batterie gelingen, die wie das komplette „Skateboard“ samt LFP-Akkupaket vom Batterie- und Technologiekonzern CATL aus China zugeliefert wird. Dieses Modell soll laut Karakaş dazu beitragen, die angestrebte Absatzzahl von 110.000 Elektroautos pro Jahr zu erreichen. Die Fabrik in Gemlik bei Istanbul wäre dann im Zwei-Schicht-Betrieb gut ausgelastet.
Togg plant, die Wachstumsstrategie in Deutschland im nächsten Jahr durch ein attraktives, bisher fehlendes Leasingangebot und den Aufbau des Händlernetzes zu forcieren. Karakaş betonte eine langfristige Ausrichtung: „Deutschland ist ein wichtiger Markt für uns. Aber wir wollen uns hier nachhaltig aufstellen und schauen nicht nur kurzfristig auf Stückzahlen.“

Egon_meier meint
TOGG? Echt .. in Deutschland in 2026 mit 197 Zulassung bislang einen BEV-Marktanteil von ca 0,1% .. immerhin mehr als Lexus, Zeekr, Nio, Lucid, DS, Vinfast und anderen Kellerkindern ..
Jetzt dürften allerdings nun die vom türkischen Staat bezahlten Prediger versorgt sein und es kann weiter nach unten gehen.
David meint
Natürlich. Erst einmal das Händlernetz ausbauen. Ein bewährter Move von Nio, Daewoo und Aiways.
Miro meint
Wo sind denn nur die ganzen Einwohner in Deutschland die sich als Türken bezeichnen und Nationalstolz aufweisen wie kein zweiter? Da kriegen sie ein echtes türkisches Produkt und dann greift man dennoch zum BMW/Mercedes?
David meint
Sei mal fair, einige fahren auch Audi. Den Autokraten wählen sie aus der Ferne, aber, hej, das heißt ja noch lange nicht, dass sie auch alle Sachen von ihm kaufen. Die Klamotten, die er trägt, sind in der Community ja auch kein Verkaufsschlager, sondern eher Jogging Anzüge, die das doppelte kosten.