Der Cupra Raval sorgt für einen unerwartet starken Marktstart. Laut Vertriebsvorstand Sven Schuwirth übertreffen die aktuellen Bestelleingänge die Erwartungen deutlich. Der Manager, der seit fast 30 Jahren im Volkswagen-Konzern tätig ist, bezeichnet den offiziellen Start im gemeinsamen Interview mit dem Magazin Electrified und der Autogazette als außergewöhnlich.
Das neue elektrische Einstiegsmodell soll die Absatzzahlen der Seat-Schwestermarke nachhaltig stärken. Das Ziel von Cupra ist es, bis zum Jahr 2030 einen relevanten Marktanteil von drei Prozent in Europa zu erreichen. Der Raval soll bis 2028 zum meistverkauften Modell der Spanier aufsteigen und damit den derzeitigen, mit Verbrennungsmotor ausgestatteten Spitzenreiter Formentor ablösen.
Für 2026 plant Cupra die Auslieferung von über 30.000 Raval, weshalb bereits zusätzliche Produktionskapazitäten angefragt wurden. Bei der Batterieausstattung setzt man primär auf die größere 52-kWh-Variante für bis zu 446 Kilometer pro Ladung, da die Reichweite Schuwirth zufolge unabhängig der Nutzung als Erst-, Zwei- oder Drittwagen für Kunden eine zentrale Rolle spielt. Alternativ gibt es neben der großen Batterie für mindestens 34.790 Euro auch noch ein günstigeres 37-kWh-Akkupack für 328 Kilometer Reichweite nach WLTP-Norm zum Preis von 29.850 Euro. Noch nicht bestellbar ist die für 25.950 Euro angekündigte 37-kWh-Basisversion. Die Antriebsleistung liegt nach Ausführung zwischen 99 kW/135 PS und 166 kW (226 PS).
Im letzten Jahr lag der Anteil der Elektromobilität bei Cupra global bei 24 Prozent. Für 2026 erwartet man einen Wert von etwa 30 Prozent. Von den verbleibenden Verbrennern sollen dann noch einmal ungefähr die Hälfte Plug-in-Hybride sein. Das führt Schuwirth auch auf die infolge des Iran-Kriegs gestiegenen Spritpreise zurück. „Der Mindset vieler Menschen hat sich zudem geändert: Sie fragen sich nicht mehr, ob Elektromobilität richtig oder falsch ist. Diese Frage hat sich erübrigt. Elektromobilität ist die Zukunft, es gibt kein Zurück mehr.“
Doch Spritpreise seien volatil – man wisse nicht, wie sie morgen sind. Hinsichtlich der Rahmenbedingungen in Europa fordert der Cupra-Vertriebsvorstand daher politische Konstanz und harmonisierte Regeln. Er warnt vor dem plötzlichen Aussetzen von Förderprämien und wünscht sich eine stabile Fiskalpolitik zur Unterstützung der Transformation sowie faire Handelsbedingungen. „Wir brauchen Stabilität im gesamten europäischen Kontext“, so Schuwirth.
Das Elektroauto-Portfolio von Cupra besteht noch aus dem Kompaktwagen Born und dem mittelgroßen Crossover Tavascan. Eine Kannibalisierung der bisherigen Modelle durch den neuen Raval sieht der Vertriebschef aktuell nicht, da die Fahrzeuge unterschiedliche Zielgruppen ansprächen.

Dunkel-O meint
Der Wagen sieht schnittig aus.
Würde meinen Sohn bestimmt auch gefallen. Aber ich persönlich finde 35.000 € für einen Kleinwagen jetzt nicht gerade wenig.
Beat Sporri meint
Schade, dass bei Seat/Cupra die „Lichtgestalt“ Wayne Griffiths 2025 Knall auf Fall hingeschmissen und Reiß aus genommen hat.
Der Gute repräsentierte nach außen jedenfalls perfekt die Marke Cupra und ihr Image, sozusagen wie der Affe bei Trigema oder Ernst Prost bei Liqui Moly. Kann man nicht hoch genug bewerten.
Harald Vogr meint
Tja, die Zeiten ändern sich. Der Trigema-Affe ist nun schon lange virtuell und Herr Prost sieht als Privatier nun ebenfalls sehr anders aus als z. B. 2020:)
Achim Schoel meint
„… übertreffen die aktuellen Bestelleingänge die Erwartungen deutlich“.
Solche Aussagen hört und liest man bei Produkteinführungen ständig, Land auf, Land ab. Stimmt gelegentlich. Meistens stimmt‘s nicht. In der konjunkturellen Lage der letzten Jahre gilt meistens letzteres.
David meint
Die Zielgröße ist im Originalinterview umrissen worden – über 100.000 pro Jahr. 2026 hat man ja nur ein halbes Jahr Produktion und den Serienanlauf, daher sind 30.000 ein vernünftiger Plan. Zumal man solche Planungen ja mit Vorlauf machen muss und 2024 war ja die Nachfrage noch eher mau. Jetzt haben wir in der Förderung und die Straße von Hormus. Und vier sparsame, gut aussehende, fair bepreiste Modellreihen.
Daher scheint man in Bestellungen zu baden. Und das sind bisher noch alles Blindbesteller für das teuerste Modell. Der Sven sagte: „So einen Ansturm haben wir uns nicht träumen lassen. Ich bin jetzt fast 30 Jahre im Volkswagen Konzern tätig, doch so einen Launchstart habe ich noch nicht gesehen.“.
Wie war das doch gleich bei Tesla nach das neue Modell auf den Markt kam. Richtig, sowohl bei Highland als auch bei Juniper sanken die Absätze um 50%. Das ist eben der Unterschied, ob man Autos mit Enthusiasmus entwickelt, die den Kunden begeistern oder schon lange das Interesse an Elektroautos verloren hat…
Powerwall Thorsten meint
Ja, um Himmels willen, wenn das wahr wäre, wie konnte dann das Model 3 und das Model Y weltweit mehrfach in Folge zu den meistverkauften BVS werden?
Erzähl doch mal – FUD David
Warum sind denn die BEV Verkäufe im ersten Halbjahr weltweit gesehen von VW im Minusbereich und die von Tesla nicht??
Fragen über Fragen
ID.alist meint
Der Raval und der ID.Polo hat man bis vor kurzem nur in den etwas teureren Ausstattungen bestellen können, und trotzdem haben beide Autos die Erwartungen der Bestelleingänge beim Management in der Volkswagen Gruppe übertroffen.
Glaubt das Management nicht an deren Produkten, oder an der E-Mobilität oder waren die Marktstudien so schlecht?
Auf jeden Fall müssen jetzt Sonderschichten gefahren werden…….. wahrend woanders fast nur über Werkschließungen gesprochen wird.
Peter meint
Nein, keine Sonderschichten, sondern Wartezeiten für die Kundschaft. Man will ja noch genug Verbrenner losschlagen, da dürfen die eMobile nicht zu attraktiv werden.
MK meint
@ID.Alist:
Das Problem ist doch: Auch bei ID.3 (neo) und Cupra Born sind die Lieferzeiten ewig. Und gibt es im Werk Zwickau Sonderschichten? Nein, es gibt Stellenstreichungen, weil man die Beschaffung von Bauteilen nicht auf die Kette bekommt. Das Schicksal droht bei den neuen Kleinwagen durchaus auch.
MK meint
Zitat: „Für 2026 plant Cupra die Auslieferung von über 30.000 Raval, weshalb bereits zusätzliche Produktionskapazitäten angefragt wurden.“
Heißt das, dass die aktuellen Produktionskapazitäten nicht mal für 30.000 Stück reichen und man kurzfristig hofft, noch was zu bekommen? Oder heißt das, dass man darauf abzielt, mehr als die bisher geplanten 30.000 Stück ausgeliefert zu bekommen?
FH meint
Das Werk in Martorell hat eine Kapazität von ~500.000 Einheiten pro Jahr auf 3 Linien.
Also ~150.000 pro Linie in etwa…
Dort werden Raval und ID Polo, Formentor, Leon, Ibiza und Arona gebaut.
In 8 Monaten und Hochlauf in diesem Jahr, dürfte die Zielsetzung sicher bei ~70-80.000 Einheiten liegen….
Da VW „höher“ gestellt ist, dürften die Wohl ein Volumen von 40-50.000 Stück für den Polo und 30.000 für den Raval geplant haben.
Aktuelle VW ID Polo Bestellungen, ohne aus dem Vorlauf bedient zu werden, liegen schon in 04/05 2027…..
Zurück zu deiner Frage:
Man plant zum einen die Produktion nun schneller hochzufahren, also den Takt zu erhöhen und die Hochlaufphase zu verkürzen. Damit können mehr Einheiten produziert werden ;)
Dazu muss aber mehr passen als einfach nur das Band schneller laufen zu lassen….
Von teile Lieferungen, Batterien bis hin zu Mitarbeitern von anderen Bändern zu bekommen, zählt alles zu „Produktionskapazitäten“