Eine Studie der Universität Münster und der Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle FFB untersucht die Verteilung von Batterie-Start-ups entlang der Wertschöpfungskette. Dafür analysierte das Forscherteam über 400 neue Batterieunternehmen weltweit.
Besonders viele Gründungen entstehen demnach im sogenannten Midstream, das heißt bei fortschrittlichen Materialien, spezialisierten Komponenten und in der Zellfertigung. In diesen Bereichen treffen hohe technologische Anforderungen auf vergleichsweise finanzierbare Gründungs- und Skalierungspfade. Dadurch sind sie für Investoren und Industriepartner attraktiv und weisen einen dichten Wettbewerb auf.
Deutlich weniger Unternehmen entstehen in kapitalintensiven und regulatorisch anspruchsvollen Bereichen. Dazu gehören die Rohstoffgewinnung, das Recycling und Second-Life-Anwendungen. Auch bei bestehenden Start-ups bleibt der Übergang zur industriellen Skalierung häufig eine zentrale Hürde.
„Die Ergebnisse machen deutlich, dass Gründungsaktivität und industriepolitischer Bedarf nicht automatisch Hand in Hand gehen“, sagt Florian Degen, Abteilungsleiter Produktionstechnologie an der Fraunhofer FFB. „Während einige Technologiefelder stark von Innovationen profitieren, fehlen in kritischen Bereichen wie Rohstoffgewinnung, Recycling und industrieller Skalierung weiterhin ausreichend Unternehmensgründungen. Wenn Europa seine Batteriewertschöpfung stärken will, müssen Gründungen gezielter dort unterstützt werden, wo heute noch Engpässe bestehen.“
Finanzierung konzentriert sich auf wenige Unternehmen
Große Finanzierungsrunden konzentrieren sich laut der Studie auf wenige Unternehmen, während viele hardware- und materialintensive Gründungen unterfinanziert bleiben. Die Investitionen in Batterie-Start-ups stiegen nach 2019 stark an und erreichten 2021 und 2022 ihren Höhepunkt. „Gründungen entstehen vor allem dort, wo das nötige Wissen hoch, der Kapitalbedarf aber noch handhabbar ist. Gleichzeitig sehen wir, dass große Finanzierungsrunden auf wenige Unternehmen konzentriert sind, während viele Start-ups unterfinanziert bleiben. Genau daraus entsteht eine Skalierungslücke“, erklärt Linda Brüss vom Institut für Entrepreneurship der Universität Münster.
Regional unterscheiden sich die untersuchten Gründungen deutlich. Nordamerika weist rohstoffnahe Aktivitäten sowie eine starke Ausrichtung auf Feststoff- und Lithium-Schwefel-Batterien auf, während Europa im Batterierecycling und in der Kreislaufwirtschaft stark ist. Asien verfügt über dichte Material-, Komponenten- und Zellcluster, die durch Produktionsnetzwerke, Zulieferstrukturen und Qualifizierungswege etablierter Konzerne geprägt werden.
Trotz einer hohen Dichte batteriepolitischer Fördermaßnahmen entstehen in Europa vergleichsweise wenige Start-ups in kapitalintensiven Bereichen. Die Forscher empfehlen verlässliche Rahmenbedingungen, langfristige Nachfragesignale, stufengerechte und risikobereite Finanzierung sowie schlankere Genehmigungs- und Zertifizierungsverfahren.
„Europa braucht eine Gründungsförderung, die nicht nur frühe Ideen unterstützt, sondern den Weg in die industrielle Skalierung mitdenkt“, so David Bendig, Leiter des Instituts für Entrepreneurship der Universität Münster. „Gerade im Batteriebereich entstehen besonders hohe Hürden dort, wo Kapitalbedarf, Regulierung und Qualifizierung zusammenkommen. Förderung muss deshalb verlässlich, stufengerecht und langfristig angelegt sein.“

Powerwall Thorsten meint
Irgendjemand, der Mittler sehr viel Ahnung von Massenfertigung hat, hat einmal gesagt:
„Prototypes a easy production is hard“
Referendar meint
Der Satz stammt von Android Entwickler Andy Rubin. EM hat ihn als Ausdruck von Hilflosigkeit übernommen, als Entschuldigung für die ständigen Ankündigungen und Verzögerungen.