Ford plant laut einem Bericht bis zum Jahr 2029 die Einführung eines neuen Flaggschiff-Crossovers, der als Nachfolger des Ford Kuga fungieren wird. Das Fahrzeug soll vor allem auch durch ein Design bestechen, das von der Rallye-Vergangenheit des Unternehmens geprägt ist.
Die Neugestaltung der europäischen Modellpalette erfolgt in strategischen Partnerschaften. Während eine Kooperation mit Renault kleine Elektroautos umfasst, basiert die Entwicklung des neuen Kuga auf einer Zusammenarbeit mit dem chinesischen Hersteller Geely. In Valencia, Spanien, haben beide Unternehmen ein Joint Venture gegründet, das ab 2027 operativ tätig sein soll. Dieses Werk wird nach Informationen von Auto Express drei Fahrzeuge auf einer gemeinsamen Architektur entwickeln und produzieren.
Die Produktionslinie in Valencia soll bereits Ende 2028 das erste von zwei elektrischen SUVs aus Geely-Produktion hervorbringen. Der neue Ford Kuga soll im darauffolgenden Jahr starten, als „spektakulärer Crossover-SUV“ mit überdimensionierten Radkästen und „aggressiven“ Lüftungsschlitzen als Verweis auf Fords Rallye-Erfahrung. „Wir gehen mit einer Produktoffensive an den Start, bestehend aus einem Rallye-inspirierten, aufregenden und unverkennbaren Ford-Pkw-Portfolio“, zitiert Auto Express den Präsident von Ford Europe Jim Baumbick.
Der neue Crossover soll die aktualisierte Global Intelligent New Energy Architecture (GEA) von Geely nutzen. Diese Plattform bildet bereits die Basis für den vollelektrischen Geely EX5 sowie den Plug-in-Hybrid Geely Starray E-Mi, mit denen die Chinesen in Europa an den Start gehen. Die Architektur bietet Flexibilität durch Frontantrieb, Hinterradantrieb oder Allradantrieb sowie ein 400-Volt-System mit DC-Ladefähigkeit (auch für Plug-in-Hybride).
Das Joint Venture in Valencia setzt laut Auto Express auf eine Strategie der verschiedenen Antriebsarten. Neben Elektroautos sind demnach Plug-in-Hybride und elektrische Fahrzeuge mit kompaktem Verbrenner als Stromgenerator für mehr Reichweite („Range Extender“) geplant. Die neue Struktur in Spanien soll die Kostenstruktur verbessern. Durch die gemeinsame Beschaffung von Komponenten und den Zugriff auf die Batterie-Lieferkette von Geely strebt Ford niedrigere Verkaufspreise an. Das Ziel ist es, durch Skaleneffekte die geringstmöglichen Kosten bei der Entwicklung spezifischer Produkte für den europäischen Markt zu realisieren.
„Wir werden zunächst mit Elektrofahrzeugen beginnen, aber es gibt auch Range Extender und Plug-in-Hybride. Wir sind der Ansicht, dass ein umfassendes Lösungsportfolio für das Ziel, langfristig Netto-Null zu erreichen, von entscheidender Bedeutung ist“, so Baumbick. Das Design des Kuga soll sich deutlich von deer Geely-Modelle unterscheiden. Der Europa-Chef betonte: „Machen Sie sich keine Sorgen, das Ford-Produkt wird einen völlig einzigartigen Aufbau haben. Das ist kein bloßes Übermalen.“

Merlin meint
Kann nur besser werden…wir sind heilfroh, dass wir letzte Woche unseren Kuga PHEV nach 4 Jahren Leasing zurückgeben konnten…KBA Rückruf wegen Akkudefekt nach über 6 Monaten immer noch nicht bearbeitet…mir tun alle Leid, die dieses Fahrzeug gekauft haben…schade eigentlich! Nach dem 2. Kuga und dem 3. Ford insgesamt war dies unser letzter Wagen dieser Marke…
South meint
Jetzt unabhängig ob Geely oder VW Technik verwendet wird, aber was steckt da noch an Wertschöpfung von Ford überhaupt noch drin? So kann man doch kein Geld mehr verdienen.
Und zudem, wenn man chinesische Technik verbaut, dann kann man sich wirklich getrost gleich nen Chinesen kaufen….
M. meint
Man sollte auch drauf achten, woher die Software kommt.
Wobei es zunehmend egal wird, ob die ihre Daten auf US- oder CN-Servern ablegt. Irgendein Autokrat liest halt mit.
MK meint
…und wird dann damit auch den VW-basierten Explorer ablösen? Wenn das so wäre, wäre endgültig die Frage: Was macht dann das Werk in Köln?
David meint
Den Kuga gibt’s doch auch jetzt schon. Einfach mal nachdenken.
MK meint
@David:
Ja, als Verbrenner-Pendant zum Ford Explorer. Der zukünftige soll aber auch vollelektrisch kommen.
Und dann wird es laufen wie z.B. bei Mercedes, wo EQA und EQB eingestellt worden sind, weil bei den neuen Generationen von GLA und GLB auch vollelektrische Varianten dabei sind.
Man wird ganz sicher keinen vollelektrischen Kuga und einen Explorer parallel anbieten. VW hat den elektrischen Golf ja auch eingestellt, nachdem der ID.3 kam und wird den ID.3 einstellen, sobald es wieder einen elektrischen Golf gibt.
MK meint
@David:
Nachtrag: Ich habe noch mal alte Pressemeldungen zum Start der Vereinbarung zwischen VW und Ford rausgesucht. Die sind sich alle einig, dass der Vertrag eine Laufzeit von 6 Jahren hat und demnach 2028 ausläuft. Offensichtlich ist der Vertrag mit Geely also der direkte Nachfolge-Vertrag und Geely hat im Wettbewerb VW ausgestochen.
David meint
Das hat damit nichts zu tun. Der Explorer läuft so lange, wie er sich verkauft und er ist im Moment der Ford BEV, der am besten läuft. Der Anschlag ist eher da zu sehen, wo VW zur SSP schwenkt. Wie du vielleicht gelesen hast, ist dieses neue Auto in erster Linie als Hybrid zu haben. Weil, Ford glaubt ja, nach 2030 unfassbar viele Hybrid-Kunden zu haben. Für Köln werden sie aber zusätzlich ein Elektroauto bringen müssen. Und das weißt du auch.
Andre meint
6 Jahre ist aber eine sehr kurze Laufzeit und nicht wirklich ausreichend, um die hohen Kosten für die Fahrzeugentwicklung und die Produktionsumrüstung (vom Fiesta auf Explorer/Capri) wieder hereinzuspielen.
Ich denke, dass VW und Ford die Vereinbarung verlängern werden. Zumindest wäre es sinnvoll.
Jeff Healey meint
So sieht es aus.
Fred Feuerstein meint
Na ja, der MEB läuft bei Ford ja auch nicht besonders erfolgreich. In der gesamten EU kommt man mit den MEB Modellen nicht einmal auf 50.000 Fahrzeuge. Warum sollte Ford das ganze weiterführen?
MK meint
@Andre:
Das mögen Sie so sehen, aber es ist nun Mal der Vertrag, den Ford und VW miteinander geschlossen haben. Zumal das ja der Trick bei der Verwendung einer Plattform ist: Bei Ford haben überspitzt gesagt nur ein paar Designer ein bisschen gezeichnet. Motor, Akku, Achsen usw. wird auch alles in diversen VW, Skoda, Cupra und Audi-Modellen verwendet.
MK meint
@David:
Das müssen Sie mir erklären: Wie kann die Produktionsdauer eines in einer Partnerschaft nichts mit der Vertragslaufzeit zu dieser Partnerschaft zu tun haben?
Zumal es wie hier verkündet, mit einem neuen BEV-Kuga auf Geely-Plattform einen Nachfolger gibt und sich wie Fred Feuerstein zu Recht anmerkt Explorer und Capri eher schlecht verkaufen.
Mal ein Beispiel: Mercedes hat die X-Klasse sogar schon nach 2,5 Jahren wieder eingestampft, weil die Partnerschaft mit Renault aufgelöst wurde.